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Was Schwerstkranke, die nur noch wenige Wochen zu leben haben, über den Tod denken

„Die kommen an und reden über Fußball“

Wie habe ich gelebt? Wen habe ich geliebt? Was habe ich geschaffen? Was habe ich vielleicht versäumt? Es sind Fragen wie diese, die sich wohl jeder stellt. So haben es Beate Lakotta und Walter Schels erfahren. Die Spiegel-Redakteurin und der Fotograf haben in den Jahren 2003 und 2004 23 unheilbar kranke Menschen in ihren letzten Lebenswochen in deutschen Hospizen begleitet und kennengelernt. Lebensfreude und zugleich Todesbewusstsein sind ihren einfühlsamen biografischen Aufzeichnungen zu entnehmen. Körperlicher Verfall und verblassende Charaktere den Schwarz-Weiß-Fotografien. Für ihre Lebens- und Leidensgeschichten wurde Schels 2004 mit dem renommierten „World-Press-Photo“-Award ausgezeichnet.

veröffentlicht am 22.11.2012 um 18:05 Uhr
aktualisiert am 19.11.2016 um 15:01 Uhr

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Autor:

Julia Marre

Doch die Texte von Beate Lakotta bedrücken nicht minder. „Eigentlich sollte ich schon tot sein“, sagt ein Wartender, der seit der ärztlichen Diagnose, noch sechs Wochen zu leben zu haben, die Tage zählt. Was Menschen in diesen Wochen denken? An verpasste Chancen, an ausgebliebene Liebeserklärungen, an erhoffte Versöhnungen, an endgültigen Abschied. Vom Manager, der plötzlich zusammenbricht, über die einsame Großmutter, die jahrelang ihre Krebsdiagnose für sich behält, bis hin zum Kind mit Gehirntumor – die Geschichten sind einzigartig. Sie alle berühren und tragen zugleich dazu bei, den Tod weniger als abrupt geschehenden, mysteriösen Schrecken wahrzunehmen, sondern jenseits von Berührungsängsten als ein Teil unseres Lebens.

Beate Lakotta und Walter Schels: „Noch mal leben vor dem Tod – Wenn Menschen sterben“, 224 Seiten mit 71 Abbildungen, Deutsche Verlagsanstalt, 39,90 Euro.

„Der Tod ist eine Lebensreifeprüfung“: Edelgard Clavey (67) einen Monat vor ihrem Tod und an ihrem Todestag am 4. Januar 2004.

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Ein Hirntumor lähmte sein Sprachzentrum: Michael Föge (50) fünf Wochen vor seinem Tod und am Todestag, dem 12. Februar 2003.

„Der Tod ist nichts“, sagte Maria Hai-Anh Tuyet Cao (52). Die erste Aufnahme stammt vom 5. Dezember 2003, sie starb am 15. Februar 2004.



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