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Grüner Plan setzt sich knapp gegen urbanes Konzept durch

Siegerentwurf für Quartierpark auf Linsingen liegt vor

HAMELN. Das Preisgericht hat gesprochen. Der erste Platz des 2018 ausgeschriebenen Architekturwettbewerbs für die Gestaltung des Quartierparks, der im Zentrum des geplanten Bildungs- und Gesundheitscampus auf dem ehemaligen Kasernengelände Linsingen entstehen soll, geht an die „Hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH“. Damit setzte sich die grüne Variante knapp gegen eine deutlich urbanere Gestaltung durch, die auf Platz 2 landete.

veröffentlicht am 05.03.2019 um 20:51 Uhr
aktualisiert am 06.03.2019 um 15:34 Uhr

Eine Szenerie, wie sie sich so oder so ähnlich in ein paar Jahren in dem Quartierpark auf dem Bildungs- und Gesundheitscampus abspielen könnte. Grafik/Repro: hutterreimann GmbH/pk
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Hermann Aden sprach am frühen Dienstagabend mit Blick auf den Siegerentwurf von einer „Spinne“, die den Quartierpark auf dem geplanten Bildungs- und Gesundheitscampus bilden werde. Der Stadtbaurat meint damit das Wegekreuz des Parks, der das weitläufige und jahrzehntelang nur für das Militär zugängliche Gelände zu allen Himmelsrichtungen hin öffnen soll.

Die Spinne, führt Aden aus, teilt den Quartierpark in vier unterschiedliche Nutzungseinheiten auf. Für die intensive Nutzung vorgesehen ist der abgesenkte ehemalige Exerzierplatz. Der Bereich soll zur „Arena“ mit einer Art Tribüne mit Sitzstufen werden, in der es Bewegungsangebote für alle Generationen geben soll: von einem Streetball-Feld über ein Skate-Areal und Tischtennisplatten bis zu Bewegungsgeräten für Senioren. Auf einem Hügel soll es einen Liegebereich geben. Die übrigen drei Areale sollen vor allem landschaftlich genutzt werden in Form einer „freien Wiese“, auf der etwa (Fuß-)Ball oder Frisbeewerfen gespielt werden könne, stellenweise bepflanzt mit Obstbäumen und Beerensträuchern, einem „Wäldchen“ als Naturerlebnis und Rodelhügel westlich der Mollerstraße und einer „feuchten Senke“ für „naturnahe Wiesen und Staudenbepflanzungen“, die eine „liebliche Kulisse“ bilden sollen, aber auch Parkourelemente haben soll. Dieser Entwurf setzte sich unter 13 Bewerbern durch, von denen die ersten drei Plätze allesamt an Architekten aus Berlin gegangen seien, wie Aden anmerkt.

Leicht habe sich das Preisgericht – bestehend aus fünf Fachpreisrichtern, darunter auch Stadtbaurat Aden, und vier Sachpreisrichtern, den Ratsmitgliedern Anett Dreisvogt (Grüne), Gerd Siepmann (Linke), Bettina Schultze (SPD) und Thorsten Sander (CDU) – nicht gemacht. Nach „spannenden Diskussionen“ sei die Wahl am Ende mit 5:4 Stimmen auf den Entwurf der Hutterreimann GmbH gefallen, so Aden. Die Begründung: Dieses Konzept habe den Anforderungen der Ausschreibung am meisten entsprochen. Der Entwurf, der auf Platz 2 landete, habe sich dagegen sehr „auf junge Leute konzentriert, war deutlich urbaner und provokanter“ und damit für eine Stadt wie Hameln „vielleicht einen Schritt zu viel“, sagt Aden.

2 Bilder
Stadtbaurat Hermann Aden erläutert den Siegerentwurf. Foto: pk

Der Stadtbaurat war mit dem von der Verwaltung selbst bevorzugten Siegerkonzept zufrieden. „Wir schaffen dort eine Landschaft für die nächsten Jahrzehnte“, sagte Aden. Er rechne mit einem Baubeginn in 2021. Um den Park herum sollen sich dann die Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen ansiedeln, die am Ende den Campus bilden sollen und welche die städtische Tochtergesellschaft für Sozialen Wohnungsbau und Projektentwicklung (GSW) mit Marketing derweil zu gewinnen versucht.

Hinweis: Die Entwürfe können von Freitag, 15. März, bis Freitag, 22. März, werktags von 14 bis 18 Uhr im Rahmen einer Ausstellung im Hochzeitshaus eingesehen werden.

Mein Standpunkt
Philipp Killmann
Von Philipp Killmann

Ich bin ja nun auch nicht mehr der Jüngste und kann mich deshalb mit dem Siegerentwurf für den Quartierpark durchaus anfreunden. Aber noch gibt es – demografischer Wandel hin oder her – auch noch junge Menschen in Hameln. Die es zu halten gilt. Ich hätte mich daher gefreut, wenn das Preisgericht die urbanere und damit die mutigere Variante gewählt hätte. Wer weiß, was sie für Früchte getragen hätte? Einen Bürgergarten haben wir ja schließlich schon.



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