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Wahlkampf bei Knabbergebäck und Würstchen – mit einem früheren Sozialdemokraten als Kandidaten

CDU auf Stimmenfang in SPD-Hochburg

veröffentlicht am 30.08.2016 um 16:45 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:53 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Nichts bleibt dem Zufall überlassen. Sogar die Muster von Wahlzetteln zeigt CDU-Vorsitzender Rolf Keller bei der Tour über die Dörfer nun vor der Grohnder Sporthalle herum, nachdem er und Fraktionsvorsitzender Rudolf Welzhofer über die politischen Ziele gesprochen haben. Schon während der Reden verteilen die Christdemokraten Getränke und Bratwürstchen an die Besucher, bevor Keller zum Abschluss Knabbergebäck verteilt. „Wahlmampf“ steht auf den Tüten mit dem Logo der Partei geschrieben. Mittendrin schaut Lothar Hahlbrock, wo noch Hilfe gebraucht werden kann. Dabei erhält der Grohnder Sportschütze selbst kräftig Schützenhilfe von den Christdemokraten: Auf Listenplatz 1 gesetzt, soll Hahlbrock im September die SPD-Ortsbürgermeisterin Rita Bode ablösen. „Damit sich hier etwas mehr bewegt“, sagt der Kandidat. „Jemand der weiß, wie der Hase läuft“, bescheinigt Keller dem 55-Jährigen bei der Wahlveranstaltung. „Wir wollen in Grohnde deutlich machen: Wir haben eine Alternative.“

Ausgerechnet Grohnde haben sich die Christdemokraten als Wunschtermin ausgesucht. Den Parteien steht es frei, eine Veranstaltung im Wahlkampf zu benennen, über die stellvertretend in der Zeitung berichtet wird. Die SPD-Hochburg, wo die CDU mitten ins sozialdemokratische Herz vorstößt, soll es sein. Am Wahlabend vor fünf Jahren hieß es bei den Ortsratswahlen: 60,3 Prozent für die SPD, weit abgeschlagen 28,5 Prozent für die CDU. Hahlbrock kann nicht einmal sagen, ob es dort überhaupt schon mal ein Christdemokrat in das Amt des Ortsbürgermeisters geschafft hat. Darüber gesprochen wird darüber nicht an diesem Abend, doch manche erinnern sich: Hahlbrock, in Grohnde fest verwurzelt und bestens bekannt, gehörte früher für die SPD dem Ortsrat an, bis der Tischlermeister sich 2009 vorzeitig aus dem Gremium verabschiedete – und auch sein Parteibuch zurückgab. Ein Trumpf für die CDU, Hahlbrock nun als ihren – parteilosen – Spitzenkandidaten präsentieren zu können.

Einige Einwohner sind zu der Versammlung gekommen, unter ihnen der frühere Gemeindedirektor Martin Delker, der selbst im Dorfe wohnt. Klar, dass er mit in die Reden einbezogen wird. Delker, parteilos aus Überzeugung, wie er am Rande erzählt, besucht die Veranstaltung aus persönlichem Interesse – als Grohnder werde er auch zum bevorstehenden Termin der SPD gehen. Ausführlich streift der Parteivorsitzende Keller die wichtigsten Themen auf Gemeindeebene, mit denen CDU und FWE punkten wollen und nach der Wahl am 11. September aus der Oppositionsrolle herauswollen. Vorneweg: das Thema Sicherheit mit den Schwerpunkten Nachtabschaltung und Polizeistation. Keller, selbst Ortsbürgermeister von Börry und im Ilsetal parteiübergreifend geschätzt, lenkt schnell wieder den Blick auf die andere Seite der Weser nach Grohnde. Nein, er wollte über die SPD nicht schimpfen, sagt er. Der CDU-Politiker macht es hingegen auf seine unnachahmlich eigene Art: Keller belehrt Ortsbürgermeisterin Rita Bode. „Lieb und nett“ sei sie zwar, doch erwarte er ein anderes Vorgehen in diesem Amt. Das könne er aus Erfahrung sagen. Schließlich besuche er regelmäßig die Sitzungen in Grohnde und Lüntorf – wie zuletzt zum Thema der umstrittenen Ortsumgehung.

Hahlbrock soll es besser machen. Reagieren statt abwarten. Seine Idee: In Grohnde solle es in den Nachtstunden ein Tempolimit von 30 Stundenkilometer für Lkw geben. CDU und FWE haben den Vorschlag des Kandidaten bereits zu Papier gebracht – der Antrag liegt im Rathaus vor.



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