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Einst wurden Bausparverträge für das Hochzeitshaus abgeschlossen – davon fehlt heute jede Spur

Wo sind nur die Spenden hin?

Hameln. Sag mir, wo die Millionen sind. Wo sind sie geblieben? – Nun ja, Millionen sind es vielleicht nicht, die gutwillige Hamelner vor rund 20 Jahren dafür gespendet hatten, dass das Hochzeitshaus zu einem repräsentativen Gebäude für alle Bürger umgebaut würde. Doch Geld immerhin ist damals zusammengekommen, als engagierte Lokalpolitiker, darunter der verstorbene Dr. Hermann Kater (CDU) oder Christa Bruns, seinerzeit sozialdemokratische Oberbürgermeisterin, eine „Aktion Bausteine“ ins Leben gerufen hatten. Eine ähnliche Aktion hat jetzt ein Arbeitskreis „Hochzeitshaus“ im Museumsverein angeschoben, vielleicht, ohne zu wissen, dass damit schon einmal offene Türen eingerannt worden sind.

veröffentlicht am 25.02.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 21.03.2013 um 10:21 Uhr

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Autor:

Christa Koch
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Hameln. Sag mir, wo die Millionen sind. Wo sind sie geblieben? – Nun ja, Millionen sind es vielleicht nicht, die gutwillige Hamelner vor rund 20 Jahren dafür gespendet hatten, dass das Hochzeitshaus zu einem repräsentativen Gebäude für alle Bürger umgebaut würde. Doch Geld immerhin ist damals zusammengekommen, als engagierte Lokalpolitiker, darunter der verstorbene Dr. Hermann Kater (CDU) oder Christa Bruns, seinerzeit sozialdemokratische Oberbürgermeisterin, eine „Aktion Bausteine“ ins Leben gerufen hatten. Eine ähnliche Aktion hat jetzt ein Arbeitskreis „Hochzeitshaus“ im Museumsverein angeschoben, vielleicht, ohne zu wissen, dass damit schon einmal offene Türen eingerannt worden sind.

Überhaupt scheint in Sachen Hochzeitshaus – es steht nach der Insolvenz der Erlebniswelt Renaissance leer – vieles inzwischen dem Vergessen anheim gefallen zu sein. Dr. Kater ist längst gestorben, Christa Bruns erinnert sich nur noch dunkel an die Aktion. Aber immerhin: Es gibt Bürger, die wissen, dass vor mehr als 20 Jahren für diesen Zweck gespendet worden ist. Einer davon: Helmut Bläsche, damals Präsident des Vereins für Grenzbeziehung und Heimatpflege. „Wir haben uns von der Zielsetzung überzeugen lassen und allein aus unserer Vereinskasse 1000 Mark für die Aktion Bausteine gespendet“, sagt Bläsche rückblickend.

Es gab auch andere Kleinspenden, aber niemand kann heute noch sagen, von wem und in welcher Höhe. Fakt aber ist: Für einen späteren Umbau des Hochzeitshauses für überwiegend kulturelle Zwecke hatte die Stadt Hameln seinerzeit zwei Bausparverträge beim BHW abgeschlossen, und zwar in Höhe von jeweils fünf Millionen Mark. Eine Summe, mit der sich heute viele Probleme lösen ließen.

Doch auch die Spur dieser Verträge verliert sich weitgehend im Dunkeln: Der ehemalige Stadtkämmerer Dieter Joschko etwa kann sich daran nicht mehr erinnern, in der Kämmerei weiß man zwar noch sehr vage von den Verträgen, kann aber auch nichts Genaues darüber sagen. Pikant: Akten über den Vorgang existieren nicht mehr. „Sie wurden in einem Kellerraum gelagert, der völlig verschimmelt war und deshalb saniert werden musst“, bedauert Stadtpressesprecher Thomas Wahmes. Und in diesem Zusammenhang sei wohl auch das verrottete Papier mit entsorgt worden.

„Nur unter Vorbehalt“ äußert sich Wahmes aufgrund dieser verschwundenen Akten denn auch zu den Bausparverträgen. Die Ansparsumme sei damals noch „innerhalb der Ansparphase“ wieder aufgelöst worden. Wie lang diese Ansparphase gewesen ist, darüber gibt es im Rahaus allerdings keine Unterlagen mehr, ebenso wenig wie über die Summe, die bis zur Auflösung der Verträge angespart worden war. Der Pressesprecher: „Das lässt sich nach so langer Zeit nicht mehr zurückverfolgen.“

Was mit dem Geld aus den Verträgen passiert sein muss, kann er ebenfalls nur vermuten, ist sich aber sicher, dass es damals dem städtischen Etat zugutegekommen ist. „Haushaltsrechtlich ist das zu bewerten wie eine Rücklage.“

Doch Ex-Kämmerer Joschko vertritt da eine andere Auffassung: Er meint, dass die gestifteten Gelder zweckgebunden hätten verwendet werden müssen.

Ein Thema seit Jahrzehnten: Geld für das Hochzeitshaus. Die Spendenaktionen vor rund 20 Jahren verliefen offenbar im Sand .Dana



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