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Stadt arbeitet an Plänen mit Vorrangflächen

Wo in Hameln könnten sich mehr Windräder drehen?

HAMELN. Und jetzt? Jetzt gibt es in Hameln vorerst keinen Platz mehr für auch nur ein weiteres Windrad. Die Stadt reagiert einigermaßen gelassen auf das Urteil des Verwaltungsgerichts Hannover.

veröffentlicht am 07.12.2018 um 13:55 Uhr
aktualisiert am 07.12.2018 um 20:10 Uhr

Ursprünglich wollte der Investor Landwind auf dieser Fläche einmal acht Windräder errichten – zwei hat die Stadt Hameln nicht genehmigt, durch drei weitere hat jetzt das Verwaltungsgericht Hannover einen Strich gemacht. Foto: Dana
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Drei weitere waren bei Hilligsfeld geplant, doch nach dem Urteil der 12. Kammer des Verwaltungsgerichts in Hannover am Donnerstag dürfen an geplanter Stelle keine zusätzlichen Windräder aufgestellt werden, weil sie in der Flugschneise für Bundeswehrhubschrauber liegen (wir berichteten). Ob die Stadt Hameln in Berufung gehen wird, muss laut Stadtrad Hermann Aden geprüft werden, wenn die schriftliche Urteilsbegründung vorliegt. Die will auch Alexander Heidebroek von Landwind abwarten, bevor es an weitere Schritte und Überlegungen geht. Über Einnahmeausfälle und wirtschaftliche Schäden samt etwaiger Schadenersatzansprüche habe er sich noch keine Gedanken gemacht, sagt Heidebroek auf Anfrage.

Für die Stadt und ihre weiteren Planungen, so Aden, ändere sich aber durch das Urteil „eigentlich nichts“. Denn: Auf die Suche nach neuen Vorranggebieten für Windkraftanlagen hatte sich die Stadtverwaltung ohnehin bereits im vergangenen Jahr planerisch begeben. Was nach Adens Schilderungen sein könnte: Dass für die insgesamt fünf Windräder, die Landwind, anders als von ihnen gewünscht, nicht in Hilligsfeld errichten darf – für zwei hatte Hameln schon vorher keine Genehmigung erteilt –, eine andere Fläche ausgewiesen werden muss. Vielleicht, denn der gesamte Erhebungs- und Abwägungsprozess ist komplex.

Bislang gibt es nur zwei Vorrangflächen in Hameln mit insgesamt fünf Windrädern: jene in Hilligsfeld und eine in Afferde. Zusammen umfassen sie eine Fläche von etwa 127 Hektar, was laut Aden zum Zeitpunkt der Ausweisung als für Hameln angemessen erachtet wurde. Allerdings hat sich seither die Gesetzgebung auf Bundesebene geändert: Anders als Hameln es seinerzeit getan hat, muss inzwischen auch Wald als mögliche Fläche für Windräder in die Ermittlung der potenziellen Gebiete eingerechnet werden. Hameln hatte seine Waldgebiete bis dato als Ausschlussflächen definiert. Das musste überarbeitet werden – was theoretisch noch dazu führen könnte, dass Hameln im neu zu erstellenden Flächennutzungsplan mehr als die bislang als „angemessen“ erachteten 127 Hektar für Windenergie festlegen muss. Ebenfalls gelten neue Abstandsregelungen für Windkraftanlagen, die in die neuen Planungen einfließen müssen. Es könnte aber auch sein, so Aden, dass am Ende wieder das alte Ergebnis herauskommt, aber auf Grundlage neuer Verfahrensschritte, die vorgegeben sind.

Fürs erste Halbjahr, lieber im Frühjahr 2019, plant Aden eine „breiter angelegte Öffentlichkeitsbeteiligung“ für die dann neu erarbeiteten möglichen Vorrangflächen. Dafür würden auch Gebiete mit in die Überlegungen einbezogen, die bereits vor etwa acht Jahren in der Diskussion waren. Dazu zählten auch Bereiche südwestlich von Haverbeck und nordwestlich von Hope, die in Plänen als „Vorranggebiet L“ bezeichnet wurden, um nur ein Beispiel zu nennen. Der Widerstand in der Bevölkerung und in den Ortsräten gegen Windräder in dieser Gegend war groß. Damals hatte der SPD-Ratsherr Volker Brockmann gefordert: „Der Ausbau der Windenergie in Hameln soll sich auf das Vorranggebiet D bei Hilligsfeld konzentrieren.“ Das reicht jetzt nicht mehr.

Derzeit werden Gespräche geführt mit „den wichtigsten Trägern öffentlicher Belange“, um deren Interessen bei der Ermittlung sogenannter Ausschlussflächen zu berücksichtigen. Im Laufe des Jahres 2019 soll ein Entwurf des dann geänderten Flächennutzungsplans aus- und vorgelegt werden.



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