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Gegner hängen Protestbanner auf – Unbekannte entfernen es

Windkraft in Haverbeck: Fronten verhärten sich

HAVERBECK. Verhärten sich die Fronten von Windkraftgegnern und Befürwortern in Haverbeck? Die einen stellen Banner auf, mit denen sie gegen geplante Windkraftanlagen zwischen Haverbeck und Halvestorf protestieren, die anderen entfernen sie wieder in Nacht-und-Nebel-Aktionen. Was ist da los?

veröffentlicht am 06.05.2019 um 17:27 Uhr
aktualisiert am 06.05.2019 um 20:10 Uhr

Das Protestbanner an der Ecke Steinbrink/Mainbachstraße ist in der Nacht von Freitag auf Samstag von Unbekannten entfernt worden. Foto: pr
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Bereits Mitte April mahnte Holger Steinhof, als Parteiloser im Ortsrat Haverbeck, in einem an Haverbecks Ortsbürgermeister Thorsten Sander und Hamelns Oberbürgermeister Claudio Griese (beide CDU) adressierten Brief, dass der Ortsrat als politisches Gremium direkt vor Ort nicht übergangen werden dürfe. Anlass war seinerzeit die Ankündigung der Stadtverwaltung für eine große, bislang noch nicht terminierte öffentliche Veranstaltung, bei der Einwohner, Ortsräte und Naturschutzverbände gemeinsam dazu eingeladen werden sollen, an der Festlegung für Tabukriterien für die Ausweisung neuer Flächen für Windenergieanlagen mitzuwirken. Zuvor hatte Afferdes Ortsbürgermeister Björn Lönnecker dieses Vorgehen kritisiert: Die Frage müsse in jedem einzelnen Ortsrat erörtert werden und nicht im Rahmen einer Großveranstaltung. Andernfalls, so Lönnecker, entstehe der Eindruck, als sollten die Ortsräte außen vor gelassen werden.

Auch Holger Steinhoff forderte in seinem Schreiben, die Frage in den einzelnen Ortsräten im Allgemeinen und in der nächsten Sitzung des Ortsrats Haverbeck im Besonderen zu erörtern. Darüber hinaus sprach er sich gegen die Ausweisung einer Vorrangfläche zwischen Haverbeck, Helpensen und Halvestorf aus, da diese die Entwicklung der Ortsteile behindern würde, so etwa ein künftiges Haverbecker Baugebiet Auf dem Berge II oder das geplante Baugebiet nördlich von Halvestorf. Zudem sei der gesetzliche Mindestabstand von 400 Metern zwischen Windrad und Wohngebiet zu gering.

Nahezu zeitgleich stellten Gegner der möglichen Windräder vor Ort ein Protestbanner an der Straße Auf dem Berge auf. Nur wenige Tage nach dem damaligen Dewezet-Bericht sei ein weiteres Banner an der Ecke Steinbrink/Mainbachstraße angebracht worden, mit dem die Windkraftpläne ebenfalls kritisiert und eine entsprechende Ortsratssitzung und Bürgerbeteiligung eingefordert wurden (siehe Foto). Dieses Banner sei nun in der Nacht von Freitag auf Samstag „abgeschnitten und gestohlen“ worden, wie es in der Mail einer Leserin an die Redaktion heißt. Und weiter: „Wir im Ort stellen uns natürlich die Frage, wer ein Interesse daran haben könnte, ein Banner mit dieser Forderung verschwinden zu lassen.“ Darüber hinaus wird harte Kritik an Ortsbürgermeister Sander geäußert. Die Leserin sei über dessen „Vorgehen oder Nicht-Vorgehen (…) maßlos entsetzt. Die versprochene Bürgerbeteiligung sehe ich nicht.“

Kritik, die Thorsten Sander nicht nachvollziehen kann. „Die Bürgerbeteiligung kommt dann, wenn die Verwaltung ihre Vorlage präsentiert“, sagt der Ortsbürgermeister im Dewezet-Gespräch. „Es geht nichts an der Öffentlichkeit vorbei.“ Aber ohne die Vorlage, die das Rathaus gemeinsam mit einem Ingenieur erarbeiten wolle, habe es „keinen Sinn, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen“. Stadtbaurat Hermann Aden habe ihm gegenüber vor wenigen Tagen gesagt, dass mit der Vorlage nach den Sommerferien, also ab Mitte August, zu rechnen sei. Anhand dieser Vorlage, so Sander, die aufzeigen werde, wo Windkraftanlagen gesetzlich möglich wären, solle dann die Politik unter Berücksichtigung von Abständen der Anlagen zu Wohngebieten, Wind- und Himmelsrichtungen über etwaige Standorte entscheiden. In diesem Zusammenhang erinnert Sander daran, dass sich der Rat der Stadt bereits vor einigen Jahren darauf verständigt habe, entgegen des gesetzlichen Mindestabstandes von 400 Metern auf Abstände von mindestens 700 bis 800 Metern beharren zu wollen. „Abstände von 400 Metern bei 200 Meter hohen Windrädern sind mit mir nicht zu machen“, sagt Sander. Er habe jedenfalls kein persönliches Interesse daran, dass bei Haverbeck unbedingt Windräder gebaut werden. Weder gehörten ihm Flächen, auf denen die Anlagen gebaut werden könnten, noch sei er sonst wie begünstigt.

Theoretisch kommen in Hameln noch viele weitere Flächen als Vorranggebiete für Windenergieanlagen in Betracht: an dem im Klütviertel befindlichen Rennacker, im Norden der Stadt südlich von Fischbeck in Richtung Wehl, auf einigen Flächen bei Afferde und auf wenigen kleinen Flächen im Süden der Stadt. Sogar der Stadtwald kommt inzwischen dafür in Frage.



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