weather-image
23°

Hameln braucht neue Vorranggebiete

Neue Runde für die Windräder

HAMELN. Schon einmal war die Aufregung riesig, schon einmal sollten sich eventuell, theoretisch mögliche Windräder lieber andernorts drehen: In Halvestorf, Hope und Haverbeck kochten die Emotionen vor zwei Jahren hoch und davor im Jahr 2011. Jetzt legen Hamelns Stadtplaner neue Pläne vor, die in den kommenden Wochen in den Dorfgemeinschaftshäusern, den Gasthäusern, in er Politik und privat in den Wohnzimmern und auf der Straße diskutiert werden können. Konkret dreht es sich um die Frage: Wo kann Hameln Vorranggebiete für Windräder ausweisen?

veröffentlicht am 20.03.2019 um 12:46 Uhr
aktualisiert am 20.03.2019 um 20:00 Uhr

270_0900_128476_hm_Hilligsfeld_Dana_2103.jpg
Birte Hansen

Autor

Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Anders als in dem bis dato gültigen Flächennutzungsplan kommen beispielsweise der Klütwald und andere Waldgebiete im Norden der Stadt als große weiße Fläche daher, was so viel bedeutet wie: Auch hier könnten unter Umständen Windräder gebaut werden. Ausgehend von der aktuellen Rechtsprechung, hat die Stadtverwaltung das Stadtgebiet erneut auf die sogenannten harten Tabukriterien abgeklopft und ist im Ergebnis zu dem jetzt vorliegenden Plan gekommen. „Bisher war der Wald für uns ein hartes Tabukriterium“, erklärt Stadtbaurat Hermann Aden, sprich er kam als Vorrangfläche überhaupt nicht in Frage. Jetzt kann er nur dann ausgeschlossen werden, wenn im nächsten Schritt weiche Tabukriterien schwer genug wiegen und dagegensprechen, zwischen den Bäumen Windräder hochzuziehen.

Um die weichen Tabukriterien zu sammeln, wird in den kommenden Monaten die Öffentlichkeit eingebunden, zum einen über die Ortsräte und über das Einbinden der Träger öffentlicher Belange wie beispielsweise Naturschutzverbände. Außerdem soll eine Veranstaltung stattfinden, um Bürgern die Möglichkeit zu geben, an der Festlegung der weichen Tabukriterien mitzuwirken. Der Stadtentwicklungsausschuss befasst sich am Donnerstag, 28. März, mit dem weiteren Vorgehen.

Theoretisch kommen in Hameln noch diverse Flächen als Vorranggebiete in Betracht: Südöstlich von Haverbeck, im Rennacker, im Norden der Stadt südlich von Fischbeck Richtung Wehl, einige Flächen bei Afferde, wenige kleine im Süden der Stadt. Welche er für am besten geeignet hält, will Aden nicht kommentieren, um der Diskussion der weichen Tabukriterien nicht vorzugreifen. Ginge es nach ihm, sagt er, würde er ungern neue Flächen ausweisen, sondern „bestehende arrondieren“, also zusammenlegen.

Die schraffierten Flächen kommen für Windräder nicht infrage, die hellen hingegen schon. Liegen dort aber sogenannte weiche Tabukriterien vor und sind diese von besonderem Gewicht, können sich die hellen Flächen noch verkleinern oder wegfallen. Am Ende des mehrstufigen Prozesses will die Stadt Hameln Vorranggebiete ausweisen, auf denen Investoren Windräder errichten könnten. Grafik: mib / Quelle Stadt Hameln

Dafür käme die bestehende Fläche in Hilligsfeld in Frage, auf der sich bereits drei Windräder drehen, doch der Rechtsstreit mit der Bundeswehr um das Gebiet ist noch nicht beendet. Zwar hatte die Bundeswehr, die gegen weitere Windräder an dieser Stelle geklagt hat, in erster Instanz dahingehend recht bekommen, dass weitere Anlagen die Hubschrauber-Flüge von und nach Bückeburg beeinträchtigen würden. Die Stadt Hameln will dagegen in Berufung gehen, nimmt jedoch bis zum Ergebnis den Ist-Zustand als gegeben hin: Die „vorhandenen Vorranggebiete sind erschöpft“, heißt es.

Ob die Kriterien, die im weiteren Verfahren gesammelt werden, zu einer Verkleinerung der Potenzialflächen führen, wird in der Verwaltung ausgewertet, bevor der Rat sich weiter damit befassen muss. Die Verwaltung gibt ein Beispiel für ein weiches Kriterium: ein höherer Schutzabstand zu Wohnbauflächen als die 400 Meter, die als hartes Kriterium definiert sind. Wenn „Mensch/Wohnbevölkerung“ als Schutzgut höher gewichtet wird als „ressourcenarme Energieversorgung/allgemeine Klimaziele“, könnten die Ausschlussgebiete am Ende größer ausfallen. Doch auch bei solchen Zielsetzungen sei darauf zu achten, dass die Windenergie ausreichend gewürdigt wird und nicht andere Belange einseitig überwiegen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?