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Mahnmal - aber nicht so

Unterschriftenaktion gegen Mahnmal am Bückeberg

HAGENOHSEN. Der Hagenohsener Karl-Otto Gericke ist für ein Mahnmal auf dem Bückeberg – aber nicht in der Form, wie es aktuell geplant ist. Er fürchtet den Missbrauch der Gedenkstätte durch rechte Gruppierungen. Dazu hat Gericke gemeinsam mit Mitstreitern eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen.

veröffentlicht am 15.12.2017 um 16:36 Uhr
aktualisiert am 27.12.2017 um 14:07 Uhr

Viele Anwohner des Bückebergs stehen einem Mahnmal kritisch gegenüber. Nun gibt es eine Unterschriftenliste. Foto: Archiv/CB
Johanna Lindermann

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Johanna LindermannDWZ Volontärin

Soll es ein Mahnmal auf dem Bückeberg geben oder nicht? In Hagenohsen gehen die Meinungen auseinander. Der Hagenohsener Karl-Otto Gericke ist für ein Mahnmal – aber nicht in der Form, wie es aktuell geplant ist. Er fürchtet den Missbrauch der Gedenkstätte durch rechte Gruppierungen. Dazu hat Gericke nun gemeinsam mit den Betreibern des Zweirad-Geschäftes Schriegel in Emmerthal und einer kleinen Arbeitsgruppe aus Einwohnern Hagenohsens und Emmerthal eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen.

Sein Protest richte sich nicht gegen die Aufstellung von Informationstafeln zur Vergangenheit des Reichserntedankfestes, das auf dem Bückeberg stattgefunden habe, betont Gericke. „Das ist richtig und wichtig.“ Laut aktuellen Planungen, die vor Kurzem der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, soll ein Wegenetzwerk mit Informationen künftig den Hang erschließen. „Eine niederschwellige, sensible und geländeangepasste Form, die den Berg nicht dominiert“, fasste es der Historiker Bernhard Gelderblom auf der Bürgerversammlung Ende November zusammen, der mit der Arbeitsgruppe „Dokumentation Bückeberg“ den Entwurf geplant hatte. Rund 450 000 Euro sind für das Projekt veranschlagt, rund 60 000 Euro davon trage der Landkreis, so Gelderblom.

Auf der Bürgerversammlung hatte dieser Vorschlag bei den Anwohnern gemischte Reaktionen ausgelöst (wir berichteten). Für Gericke ist es eine „unverhältnismäßige Dimension“, die durch öffentliche Gelder finanziert werden würde. Mit der nun gestarteten Unterschriftensammlung wolle er verhindern, dass „die Darstellung der Nazi-Propaganda auf dem Bückeberg“ in der vorgestellten Form eintrete, begründet Gericke.

Gemeinsam mit einigen Mitstreitern hat er deshalb in dieser Woche die Unterschriftenaktion gestartet. Auch sie sind dafür, dass Informationstafeln am Bückeberg aufgestellt werden. Aber „wir wollen es vernünftig“, sagt Gericke. „Nicht in dieser überzogenen Form.“ Die Rückmeldungen seien bislang sehr gut, „Die Resonanz, die uns entgegengebracht wird, ist riesig. Wir hätten nicht geglaubt, dass es so viele Leute genauso sehen“, sagt Gericke.


Kontakt: Die Unterschriftenliste liegt bei Zweiradteile-Schriegel in der Straße Zum Diestelflecken und in weiteren Geschäften in Emmerthal aus.

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