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Präsident spricht von einem sensiblen und kompetenten Konzept

Stiftung des Landes bewilligt 50 000 Euro für den Bückeberg

EMMERTHAL. Der Lern- und Dokumentationsort Bückeberg als Austragungsstätte der NS-Propagandaveranstaltung „Reichserntedankfeste“ gehört zu den 46 Kulturprojekten landesweit, die von der Stiftung Niedersachsen Geld erhalten. Wie die Stiftung mitteilt, will sie die Pläne für den Bückeberg mit 50 000 Euro unterstützen.

veröffentlicht am 16.02.2018 um 14:56 Uhr
aktualisiert am 16.02.2018 um 21:30 Uhr

Eine weitere Finanzierungsquelle für die Bückeberg-Planungen ist gesichert. Zeichnung: AG Jung/Ermisch/Dröge+Kerck
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Unter dem Vorsitz des Präsidenten Dr. Gunter Dunkel hätten Senat und Verwaltungsrat der Stiftung rund 1,5 Millionen Euro Fördergelder für insgesamt 46 Kulturprojekte in Niedersachsen bewilligt. Dass für das denkmalgeschützte Gelände in Emmerthal Geld zur Verfügung gestellt wird, begründet der Präsident. „Es ist der Stiftung ein Anliegen, dass diese Propagandastätte als Bildungs- und Lernort erschlossen wird“, erklärt Dunkel zu dem zentralen Ort der nationalsozialistischen Selbstinszenierung. „Das vorliegende Konzept gewährleistet einen sensiblen und kompetenten Umgang mit diesem schwierigen Erbe.“

Vor zwei Wochen hatte zuletzt die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten bekräftigt, für die Umsetzung der Pläne am mindestens 150 000 Euro zur Verfügung stellen. Diese Stiftung mit Sitz in Celle war 2004 durch einen einstimmigen Gesetzesbeschluss des Niedersächsischen Landtags begründet worden. Ihr Geschäftsführer Jens-Christian Wagner hatte Anfang des Monats die vehemente Kritik an dem Projekt aus dem lokalen Umfeld zurückgewiesen und versichert: „Die Finanzierung ist gesichert.“Auch der Landkreis will sich neben weiteren Geldgebern an der Erschließung des Bückeberges – die Kosten werden auf 450 000 Euro geschätzt – beteiligen.

Die Stiftung Niedersachsen wurde 1987 errichtet. Sie ist die Landeskulturstiftung. Ihr Kapital beträgt 2017 nach eigenen Angaben gut 61 Millionen Euro. Die Vermögenserträge werden für die satzungsgemäße Förderung von Kunst, Kultur, Bildung und Wissenschaft eingesetzt. Hinzu kommen Zuwendungen des Landes aus dem Aufkommen der Glücksspielabgabe.

Zu den weiteren Projekten neben dem Bückeberg gehören aktuell beispielsweise der Wiederaufbau der Harpstedter Kultdisko „Zum Sonnenstein“ im Museumsdorf Cloppenburg (75 000 Euro) und die Ausstellung „Fest und Tanz im Bauhaus“, die das Museum August Kestner in Hannover zum Bauhausjubiläum 2019 plant. Als Landeskulturstiftung will sie nach eigenen Angaben durch die Förderung gemeinnütziger Projekte die Vielfalt der Kultur in Niedersachsen stärken und zur Profilierung des Kulturstandortes beitragen. Pro Jahr fördert die Stiftung rund 200 Projekte und ist zudem selbst operativ tätig.



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