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Unterstellung zum Bückeberg-Votum

Sattler (SPD): „Wurde nicht unter Druck gesetzt“

EMMERTHAL / HAMELN-PYRMONT. Der Vorwurf von Rudolf Welzhofer, dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Emmerhaler Gemeinderat, wiegt schwer: „Leute aus der SPD-Fraktion sind gezwungen worden, gegen ihren Willen abzustimmen“, behauptet er mit Blick auf die Kreistagsentscheidung zum Bückeberg.

veröffentlicht am 08.04.2018 um 17:17 Uhr

Über die geplanten Info-Tafeln am Bückeberg wird seit Monaten heftig diskutiert. Grafik: pr/Jung/Ermisch/Dröge+Kerck
Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Nachdem sich der Kreistag mit deutlicher Mehrheit für das Projekt ausgesprochen hat, auf dem Gelände über die nationalsozialistischen Reichserntedankfeste und die Mechanismen von Propaganda zu informieren, wollen sich die Kritiker damit nicht abfinden: „Der Landrat mit seinem Gefolge aus SPD/Grünen/Linken/Mönkeberg hat mit parteipolitischem Druck eine politische Entscheidung zur Umsetzung seiner Zielsetzungen zum Bückeberg durchgeboxt.“ So heißt es auf der Internetseite der CDU-Fraktion. Die örtliche CDU zielt damit besonders auf den SPD-Abgeordneten Werner Sattler, der sich einige Tage vor der Kreistagssitzung in den Medien ablehnend gegenüber dem Vorhaben geäußert hatte. Sattler, seit Jahrzehnten in der Lokalpolitik zu Hause, versichert allerdings gegenüber der Dewezet: „Ich lasse mich nicht unter Druck setzen, dafür bin ich gestanden genug.“

Seine Zustimmung basiere auf „sachlicher Überzeugungsarbeit“ und der Tatsache, dass die Anträge im Vorfeld der Kreistagssitzung nachgebessert worden seien, erklärt Sattler. Die Mitfinanzierung durch den Landkreis sei nun mit einem Sperrvermerk versehen worden, also unter Vorbehalt gestellt, die gemeinnützige GmbH für den Bückeberg sei noch nicht gegründet und es werde noch Informationsveranstaltungen für die Bürger geben. Sattler bestätigt, mit Landrat und SPD-Genosse Tjark Bartels ein Vier-Augen-Gespräch zum Bückeberg geführt zu haben. Seine Bedenken seien dabei „durch Argumente“ so weit ausgeräumt worden, dass die Pro-Aspekte überwogen. „Eine gewisse Skepsis ist noch vorhanden“, betont Sattler, aber sie sei eben kleiner als 50 Prozent. Sattler vermutet, dass das Thema Bückeberg im Kreistag „durch“ ist, „es wird keine großen Veränderungen mehr geben“ – auch nicht durch die von CDU, FWE und AfD für Emmerthal verlangte Einwohnerbefragung.

Dass Welzhofer und seine Fraktion Kreistagsabgeordnete als „Gefolgsleute“ des Landrats zu diskreditieren versuchen, als Politiker ohne eigene Meinung und Stehvermögen, ficht Sattler offensichtlich nicht allzu sehr an. Die Kritiker hätten eben persönliche und politische Interessen. Die Emotionen am Bückeberg schlagen hoch und gehen ins Persönliche. Davon könnte auch Gemeindebürgermeister Andreas Grossmann (SPD) ein Lied singen. Aber auch Delia Klages von der AfD, deren Partei eine „andere“ Erinnerungskultur verlangt, berichtet von aggressiven Anrufen Andersdenkender.

Werner Sattler: „Meine Zustimmung basiert auf sachlicher Überzeugungsarbeit.“ Foto: Dana
  • Werner Sattler: „Meine Zustimmung basiert auf sachlicher Überzeugungsarbeit.“ Foto: Dana


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