weather-image
20°
Sitzung voraussichtlich am 22. Februar / CDU und FWE legen weitere Anträge vor

Rat befasst sich mit dem Bückeberg

EMMERTHAL. Zwar liegt die Gestaltung des Bückeberges als Informationsstätte zur NS-Propagandaveranstaltung „Reichserntedankfest“ nicht in der Regie der Gemeinde, dennoch: Nach dem Willen von CDU und FWE soll sich der Emmerthaler Rat dazu in einer Sondersitzung positionieren.

veröffentlicht am 18.01.2018 um 18:38 Uhr
aktualisiert am 23.01.2018 um 20:54 Uhr

Lediglich Hinweistafeln wollen CDU und FWE, ansonsten den Zustand des Bückeberges in bisheriger Form beibehalten. Bürgermeister Andreas Grossmann befürwortet aber die Pläne der Jury (links) als niederschwelliges Angebot.
Christian Branahl

Autor

Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Und die Haltung der Gruppe steht bereits fest, wie Rudolf Welzhofer (CDU) und Ernst Nitschke (FWE) gestern mitteilten: Hinweistafeln am Fuß und im oberen Tribünenbereich – nicht mehr. „Bei der zukünftigen Gestaltung des Bückeberges soll der Ist-Zustand erhalten bleiben“, heißt es in dem Antrag, der nach der Sitzung der Gruppe am Mittwochabend gestern im Rathaus eingereicht wurde.

Anfang der Woche hatte Gruppensprecher Welzhofer bereits begründet, dass es in seiner Fraktion und in der Wählergemeinschaft keinen Befürworter der Pläne eines „historisch-topografischen Informationssystem“ als Dokumentations- und Lernstätte gebe. Der Zustand des Bückeberges in der vorhandenen Ausprägung bestehe seit 70 Jahren, heißt es in dem Antrag. „Um der geschichtlichen Bedeutung des Bückeberges zu entsprechen, reicht es vollkommen aus, mit Hinweistafeln auf die Ereignisse der Jahre 1933 bis 1937 zu verweisen“, begründen die beiden Fraktionsvorsitzenden. Die Dokumentation, die derzeit im Museum Hameln ausgestellt sei, solle in das Museum der Gemeinde Emmerthal überführt werden. In zwei weiteren Anträgen geht es CDU und FWE darum, die Gemeinde „von jeglichen direkten und indirekten finanziellen Belastungen, die durch Gestaltungsmaßnahmen am Bückeberg entstehen, freizustellen“ und dass sie sich an keiner Gesellschaft beteilige.

Bürgermeister Andreas Grossmann (SPD) bestätigte, für die Sitzung des Rates den 22. Februar vorgeschlagen zu haben, zu diesem Termin aber in Absprache mit dem Ratsvorsitzenden eingeladen werden solle. Zuvor würden die Anträge – auch der von der AfD zur Bürgerbefragung – im Fachausschuss am 30. Januar beraten. Was die Anträge zu Finanzen und einer möglichen gemeinnützigen Gesellschaft angehe, sei seine Meinung immer klar gewesen: Aufgrund ihrer finanziellen Situation könne die Gemeinde die Umgestaltung des Bückeberges nicht bezuschussen. „Das habe ich immer gesagt“, da es den Einwohnern nicht darstellbar sei, wenn Geld für Gehwege oder Schulen fehle. Grossmann: „Der Bückeberg ist ein geschichtsträchtiger Ort von überregionaler Bedeutung – also muss er auch überregional finanziert werden.“

Beim Thema Gestaltung allerdings habe er eine ebenso klare Haltung, meinte Grossmann – und daher lehne er den Antrag von CDU und FWE ab. „Zwei Hinweistafeln? Dann können wir gleich ganz darauf verzichten“, sagte der Bürgermeister. Er habe sich immer für ein „niederschwelliges Angebot“ ausgesprochen, um die Hintergründe am Bückeberg darzustellen. Als Mitglied der Jury habe er den nun vorliegenden Entwurf mit ausgesucht. Daran halte er fest. Und für die nun bevorstehende politische Debatte habe er einen Wunsch, sagte Grossmann: „Dass sie sachlich bleibt und nicht populistisch ausufert.“

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare