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Abgeordneter Försterling rechnet mit finanzieller Unterstützung aus Hannover

Landes-FDP wirbt für Bückeberg-Pläne

EMMERTHAL. Die niedersächsische FDP-Fraktion erwartet eine breite Mehrheit im Landtag, um den Dokumentations- und Lernort am Bückeberg in Emmerthal finanziell zu unterstützen. Diese Ansicht äußerte am Dienstag Björn Försterling, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Liberalen im Landtag, bei einem Besuch des Bückeberges als Austragungsort der früheren NS-Propagandaveranstaltung „Reichserntedankfeste“.

veröffentlicht am 22.05.2018 um 16:52 Uhr

Über die Pläne am Bückeberg beraten (v. li.) Ina Loth und Rüdiger Zemlin mit dem Landtagsabgeordneten Björn Försterling. Foto: cb
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Das Projekt sei von landesweiter Bedeutung, sagte der Abgeordnete, der sich gut informiert zeigte. Der Bückeberg sei ihm schon lange bekannt, meinte der Sprecher seiner Fraktion für Bildung sowie für Religions- und Weltanschauungsfragen. „Was mich mehr überrascht hat, war die Dynamik des Gegenwindes hier vor Ort“, sagte Försterling.

Der Antrag, dass sich das Land finanziell beteiligen soll, geht zurück auf die heimische Landtagsabgeordnete der Grünen, Anja Piel. Bei der Plenarsitzung im April hatte sich neben Ulrich Watermann (SPD) auch Försterling zum Fürsprecher des Antrages gemacht. „Wenn man sich vor Augen führt, dass es damals darum ging, Massen zu bewegen, Massen zu beeinflussen, dann will ich das aufgreifen, was die Kollegin Piel gesagt hat: Der Hass beginnt in den Köpfen“, sagte der FDP-Politiker. „Deswegen dürfen wir Gedenkstätten nicht nur dort in den Blick nehmen, wo es tatsächlich Opfer gegeben hat, sondern wir müssen auch die Stätten in den Blick nehmen, wo der Hass im wahrsten Sinne des Wortes gesät worden ist.“ Dem sei nichts hinzuzufügen, sagte er, als er mit seinen Fraktionskolleginnen Sylvia Bruns und Susanne Schütz auf Einladung der FDP-Kreistagsabgeordneten Rüdiger Zemlin und Ina Loth zum Bückeberg gekommen war.

Zemlin hatte sich zuletzt dafür ausgesprochen, dass überlegt werden solle, ob der Lern- und Dokumentationsort gegebenenfalls umfassender angelegt werden müsse. Unter Goebbels sei in der Landschaft des Wesertals „das größte Freilichttheater“ geschaffen worden, um die Landbevölkerung von Hitler und der NS-Ideologie zu überzeugen. Hier könne heute aufgezeigt werden, wie Propaganda funktioniere – ein Projekt vielleicht sogar von europaweiter Bedeutung. Die bisherigen Pläne mit Rundweg und Informationsinseln seien „nur eine Sparlösung“, sagte Zemlin.

„Wichtig ist, überhaupt erst einmal anzufangen“, empfahl Försterling, Mitglied im Kultusausschuss des Landtages. Dieses Gremium solle bis spätestens August über den Antrag entscheiden. Auch die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten habe jüngst erneut über den Bückeberg beraten. Der Liberale gehört für seine Partei dem Stiftungsrat an, der beispielsweise über den Haushalt beschließt. Zuletzt hatte die Stiftung bekräftigt, mindestens 150 000 Euro zur Verfügung stellen. Försterling nannte als Größenordnung, dass das Land über die Stiftung noch einmal eine Summe in dieser Höhe in einem Folgejahr bereitstelle.

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