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Über Planung für Informationspfad seit Jahren breit informiert

Historiker: Beim Bückeberg an die Fakten halten

EMMERTHAL. Der Bückeberg war mehrfach Schauplatz einer gigantischen Propagandaveranstaltung der Nationalsozialisten, des „Reichserntedankfestes“. Dass auf die Mechanismen der Massenverführung künftig in der Landschaft hingewiesen wird, ist rund acht Jahrzehnte später vor Ort nicht unumstritten. Es wurde jedoch in den letzten Jahren immer wieder informiert, hält der Historiker Bernhard Gelderblom, Mitinitiator des Projektes, den Kritikern entgegen.

veröffentlicht am 01.12.2017 um 15:51 Uhr
aktualisiert am 27.12.2017 um 14:02 Uhr

Bauern und Bäuerinnen verfolgen 1935 vom Bückeberg aus die Militärübung in der Ebene. Reichskanzler Adolf Hitler bereitete die Menschen auf den kommenden Krieg vor. Foto: Sammlung Gelderblom
Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Die Ankündigung des Hagenohsener Kiesunternehmers Karl-Otto Gericke, eine Unterschriftensammlung gegen den geplanten Informationspfad zu starten, ficht den Mitinitiator des Projektes, den Historiker Bernhard Gelderblom, zwar nicht an. Er mahnt jedoch: „Man sollte dabei sorgsam mit den Fakten umgehen und nicht den Eindruck erwecken, die Öffentlichkeit sei über das Projekt nicht informiert worden.“ Gericke hatte der Dewezet gesagt: „70 Jahre lang haben wir nichts gehört von einem Mahnmal, und jetzt sollen dafür Steuergelder verschwendet werden?“

Gelderblom betont, den drei Mitarbeitern des Projekts, die das Konzept des Rundweges erarbeiten, und dem Landkreis sei „eine intensive und vielfältige Öffentlichkeitsarbeit von Beginn an ganz besonders wichtig“. In den beiden vergangenen Jahren seien in der Dewezet vier teilweise ganzseitige Beiträge erschienen, welche über den Fortgang des Projekts informierten:

„Ebenso umfänglich wurden die in den Gemeinderat und den Kreistag gewählten Politiker informiert“, erinnert der Geschichtsexperte. Vor einem Jahr sei das Projekt im Rat der Gemeinde Emmerthal vorgestellt worden. SPD und Grüne sicherten ihre Unterstützung zu; im Namen der CDU-Fraktion erinnerte Rolf Keller an seinen Wunsch, im Museum Börry eine Ausstellung zu den „Reichserntedankfesten“ unterzubringen. „Stimmen gegen das für den Bückeberg geplante Projekt wurden von keiner der im Emmerthaler Rat vertretenen Parteien laut“, bemerkt Gelderblom. Auch im Schulausschuss des Landkreises sei das Vorhaben im Februar 2017 auf große Zustimmung gestoßen. Ursula Körtner (CDU) als Vorsitzende bekannte damals, sie habe ursprünglich zu den Skeptikern gehört, inzwischen sei sie aber überzeugt, dass eine Ausgestaltung des Bückebergs als Lernort „der richtige Weg“ sei. Irmgard Lohmann (CDU) sprach „von einer wichtigen Stätte, die sogar internationale Beachtung finde.“

Am 25. September wurde der aus einem Gestaltungswettbewerb hervorgegangene Entwurf für den Informationspfad allen Kreistagsfraktionen vorgestellt. „Grundsätzliche Einwände gegen den Entwurf äußerte niemand, auch nicht der anwesende Vertreter der AfD“, sagt Gelderblom. Es sei auch nie verheimlicht worden, dass die Realisierung Geld koste. Die Bausumme liege bei 450 000 Euro. Gelderblom: „Das ist viel Geld, aber im Vergleich zu ähnlichen Projekten sehr maßvoll.“ Die Gemeinde Emmerthal werde nicht belastet. Der Landkreis würde mit 60 000 Euro etwa 15 Prozent tragen. Den Löwenanteil würden landesweit agierende Institutionen wie die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten aufbringen.



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