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Kritik des Bückeberg-Initiators habe sich nicht gegen die aktuelle Kreisverwaltung und die gesamte Politik gerichtet

Gelderblom vertraut auf Landrat und Mehrheitsgruppe

HAMELN-PYRMONT. Wie aufgeheizt die Debatte um das Bückeberg-Projekt ist, zeigt sich an der letzten Sitzung des Schulausschusses. Als Bückeberg-Initiator Gelderblom Landkreis und Politik Versagen vorwarf, konnte eigentlich kein Zweifel daran bestehen, dass er nicht die aktuelle Verwaltung meinen konnte. Eigentlich.

veröffentlicht am 14.05.2018 um 09:12 Uhr
aktualisiert am 14.05.2018 um 12:22 Uhr

Bernhard Gelderblom Foto: kk/Archiv
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite

Wie aufgeheizt die Debatte um das umstrittene Bückeberg-Projekt ist, zeigt sich am Beispiel der letzten Sitzung des Schulausschusses des Landkreises. Als Bernhard Gelderblom, Initiator des Bückeberg-Projektes und Vorsitzender des Vereins für regionale Kultur- und Zeitgeschichte, im Ausschuss auf die erneut gegen ihn gerichtete Kritik mitunter sehr emotional reagierte, indem er etwa, wie berichtet, Landkreis und Politik in dieser Sache Versagen vorwarf, konnte kein Zweifel daran bestehen, dass er damit nicht die Kreisverwaltung der letzten Jahre meinen konnte. Schließlich ist der Verwaltungschef, Landrat Tjark Bartels, einer der stärksten Befürworter des Projekts, das vorsieht, auf dem Bückeberg in Hagenohsen, an dem die Nationalsozialisten von 1934 bis 1937 ihre propagandistischen Reichserntedankfeste feierten, einen Lernort entstehen zu lassen, der über das Geschehen von damals aufklärt. Trotzdem legt Bernhard Gelderblom nachträglich Wert auf die Feststellung, dass sich seine Kritik weder gegen die Kreisverwaltung unter Landrat Bartels noch gegen die gesamte Kreispolitik richte.

„Wenn ich vom Versagen des Landkreises und der Menschen, die im Landkreis leben, gesprochen habe, dann bezogen auf die letzten Jahrzehnte“, teilt Gelderblom in einem Schreiben an die Dewezet mit. Im Blick auf die überregionale Bedeutung des Bückebergs hätte längst etwas geschehen müssen. „Meine Kritik richtet sich in keiner Weise gegen die aktuelle Politik des Landkreises“, so der Historiker weiter. „Sie hat zum ersten Male überhaupt sich des Themas angenommen.“ Er habe Vertrauen in das Engagement des Landrates, seiner Mitarbeiter und der aus SPD, Grünen, Linken und Helmuth Mönkeberg bestehenden Mehrheitsgruppe im Kreistag.

Seine im Schulausschuss geäußerte Kritik sei ausdrücklich an Irmgard Lohmann im Besonderen und an die CDU im Allgemeinen gerichtet gewesen. Lohmann habe vorab „wieder einmal die hohen finanziellen Belastungen, die dem Landkreis durch das Projekt entstehen, angesprochen“. Daraufhin hatte Gelderblom erwidert, dass der Landkreis vom Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte ein Konzept für den Lernort am Bückeberg erhalten habe, das zu einem großen Teil ehrenamtlich erarbeitet worden sei und für das der Verein einen Großteil der damit verbundenen Kosten von insgesamt 138 400 Euro selbst eingeworben habe. Der Landkreis sei lediglich mit Kosten in Höhe von 40 900 Euro belastet worden. Darüber hinaus habe der Verein die Hälfte der für den Bau des Lernorts nötigen finanziellen Mittel (450 000 Euro) durch das Sammeln von Spendengeldern aufgebracht. „An anderen Orten wurden für vergleichbare Aufgaben Historiker eingesetzt und bezahlt“, schreibt Gelderblom. „Das wollte ich von den Kritikern des Projekts gewürdigt sehen.“

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