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Streitsendung zum Bückeberg mit Gegnern und Befürwortern / „Jetzt reicht’s! – Ihre Meinung zählt!“

Emotionale Debatte für die NDR-1-Hörer

EMMERTHAL. Die Radiohörer konnten nachvollziehen, was NDR-Moderatorin Anke Genius nach der einstündigen Diskussion in Kirchohsen zum Bückeberg als Fazit festhielt: „Es kocht wirklich in Emmerthal.“ Gegner und Befürworter des geplanten Dokumentations- und Lernortes standen ihr Rede und Antwort, während die Kritiker unter den 150 Zuhörern die – teils lautstarke – Mehrheit bildeten.

veröffentlicht am 22.02.2018 um 13:55 Uhr
aktualisiert am 23.02.2018 um 09:54 Uhr

Auf Sendung in Sachen Bückeberg (von links): Dr. Jens-Christian Wagner, Landrat Tjark Bartels, Moderatorin Anke Genius, Timo Schriegel und Irmgard A. Lohmann. Foto: cb
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Aufgezeichnet bereits am Mittwochabend, lief die Sendung „Jetzt reicht’s! – Ihre Meinung zählt!“ dann fast zeitgleich zur Sondersitzung des Rates auf NDR 1 Niedersachsen.

Wirklich neue Argumente kamen nicht auf den Tisch, wohl aber in lebhafter Debatte, die nun ein großes Publikum in Norddeutschland erreicht. „Jetzt reicht’s!“ – diesen Ball griffen die Gegner des Projekts gerne auf, die mit über 2000 Unterschriften ihren Protest gegen die Pläne zum Ausdruck bringen. Es sei zwar „absolut richtig“, an die Geschichte des Bückeberges als Stätte der NS-Propagandaveranstaltung „Reichserntedankfeste“ zu erinnern, meinte Timo Schriegel – „aber nicht so“. Die Einwohner seien davon ausgegangen, dass der Status quo erhalten bleibe, nun sei es möglich, dass immer mehr dort geplant werde. Sogar den Begriff einer „zweiten Elbphilharmonie“ nannte er. Ebenfalls für die Kritiker äußerte sich die Kreistagsabgeordnete Irmgard A. Lohmann. Es sei nicht Aufgabe des Landkreises, für Gedenkstätten zuständig zu sein. Landrat Tjark Bartels warf die Emmerthalerin „Gutsherrenart“ bei den Planungen vor.

Mit etwas mehr Diplomatie als bei früherer Gelegenheit in Emmerthal warb Bartels für den Lern- und Dokumentationsort. Eigentlich „ein Unding, dass es an diesem Ort noch nichts gibt“, meinte der Landrat. Die Wertung, dass die Kosten 450 000 Euro betragen sollen, teile er nicht. Und er sehe eine „sachte Umsetzung“ für die Erinnerungskultur, meinte Bartels. Und dabei handele es sich weder um eine Gedenkstätte noch um ein Mahnmal, sagte Dr. Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten. Ihm fiel es schwerer, den Ton der Zuhörer zu treffen, was zu Missverständnissen und Unmutsbekundungen führte. Zumindest sei der Entwurf für die Gestaltung des Bückeberges aber keine einsame Entscheidung gewesen, meinte er. Immerhin sei auf Veranlassung der Stiftung bereits auf den ursprünglich vorgesehenen Schriftzug „Propaganda“ verzichtet worden, sagte Wagner.

So sehr die Meinungen auseinanderklafften, versuchten beide Seiten dennoch, den Dialog für die kommende Zeit bis zu einer Entscheidung aufrechtzuerhalten. Striegel mahnte an, zunächst mal „stark auf die Bremse zu treten“, sich die Rückendeckung der Einwohner für die Planungen zu holen. Zwar mahnte der Landrat dafür konkrete Vorschläge an, aber, so fügte er hinzu: Beide Seiten seien nicht so weit voneinander entfernt.



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