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Wissenschaftsministerium: Gelände bleibt unverändert / Ratssitzung soll zehn Jahre dauernde Debatte beenden

Der Bückeberg wird nach langem Ringen zum Denkmal

Emmerthal (jch). Die Diskussion um den Denkmalschutz des Bückeberges währt seit ziemlich genau zehn Jahren. Jetzt sieht es so aus, als sei ein Ende in Sicht.

veröffentlicht am 10.03.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.12.2017 um 14:33 Uhr

Am Bückeberg wird es keine baulichen Veränderungen geben. Für Hinweistafeln ist die Gemeinde zuständig. Foto: Dana

Im April 2001 stellte der Hamelner Historiker Bernhard Gelderblom den Antrag, den Bückeberg aufgrund seiner historischen Bedeutung unter Denkmalschutz stellen zu lassen. Seither wird um dieses Thema in der Gemeinde Emmerthal teils hochemotional gerungen.

Diskussionen darüber, dass der Bückeberg zu einem Wallfahrtsort für Neonazis werden könnte, halten zusammen mit der Grundsatzfrage nach dem Umgang mit nationalsozialistischen Denkmälern die Debatte am Laufen. Die Befürchtung vieler: eine mögliche Rekonstruktion der alten Architektur am Bückeberg könnte die Attraktivität des Ortes für Anhänger des rechten Spektrums noch erhöhen.

Der damalige Minister für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann (CDU), erklärte daraufhin, dass es seitens des Landes Niedersachsen keinerlei Bestrebungen gebe, bauliche Veränderungen an der Hangfläche vorzunehmen.

Emmerthals Bürgermeister Andreas Grossmann reichten diese mündlichen Zusagen nicht. Er habe den Minister mehrfach um eine schriftliche Stellungnahme zu diesem Thema gebeten, sagt Grossmann. Diesem Wunsch sei aber nicht entsprochen worden. Auch Staatssekretär Dr. Joseph Lange vom niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur unterstrich die Haltung des Landes, von Baumaßnahmen abzusehen, bei einem Treffen zur Buchveröffentlichung über das Reichserntedankfest Anfang November 2010. Auch hier bat Grossmann nochmals um eine schriftliche Erklärung.

Keine zwei Wochen später kam dann am 14. November 2010 das langersehnte Schreiben aus der Landeshauptstadt. Dr. Johanna Wanka (CDU), die die Nachfolge von Stratmann angetreten hat, erklärt in diesem Brief an den Bürgermeister schriftlich, dass der Status quo des Geländes erhalten bleibt. Ausdrücklich weist sie auch darauf hin, dass das Aufstellen von Hinweistafeln zur historischen Bedeutung der Fläche im Ermessen der Gemeinde Emmerthal liege. Die Ministerin bringt in diesem Schreiben auch die Hoffnung zum Ausdruck, dass damit der Weg für eine positive Behandlung des Themas Bückeberg im Rat frei werde.

Somit steht nun fest, dass nicht gebaut wird. Das freut den Ausschuss für Schule, Kultur und Senioren, der sich bei einer Gegenstimme nun auch einverstanden mit dem Denkmalschutzvorhaben erklärt.

Allein die Freie Wählergemeinschaft versuchte, mit einem Antrag eine Bürgerbefragung zu diesem Thema zu erwirken. Mit dem Vorwurf, „populistischen Wahlkampf“ zu betreiben, wurde dieser Antrag jedoch einstimmig abgelehnt.

Der Ausschuss empfiehlt dem Verwaltungsausschuss nun, das Vorhaben auch positiv zur Kenntnis zu nehmen. „Wir werden dieses Thema auch noch einmal in den Rat geben“, sagt Andreas Grossmann. Der Bürgermeister freue sich darüber, dass das Thema Denkmalschutz des Bückeberges dann ein Ende haben wird. Die Sitzung solle einen sauberen Abschluss der jahrelangen Debatte bilden.

Interessant ist bei aller Diskussion vor allem eines: Den Bückeberg als Baudenkmal zu deklarieren und in die Denkmalsliste des Landes Niedersachsen aufzunehmen, ist rein rechtlich Sache der Denkmalschützer in Hannover. Ein Beschluss auf kommunaler Ebene ist hierfür strenggenommen nicht einmal notwendig.

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