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Lernort-Geschäftsführer wird am Mittwoch vorgestellt

Bückeberg-Pläne: Kompromiss findet Mehrheit

HAMELN-PYRMONT. Erwartungsgemäß hat der Hameln-Pyrmonter Kreistag am Dienstag dem Kompromiss zur Errichtung eines Dokumentations- und Lernortes am Bückeberg zugestimmt. Wie auch zu erwarten war, hat er dies zwar mit großer Mehrheit, allerdings nicht einstimmig getan. Sieben Kreispolitiker versagten dem parteiübergreifenden Kompromiss, den Landrat Tjark Bartels (SPD) zuvor als „respektabel“ gekennzeichnet hatte, ihre Zustimmung.

veröffentlicht am 18.12.2018 um 20:00 Uhr

Lars Lindhorst

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Redaktionsleiter zur Autorenseite

Die Debatte um das Für und Wider der Bückeberg-Pläne brachte – und das lag wohl ebenso im Rahmen der Erwartungen – nicht viel Neues.

Im Vorfeld der Kreistagssitzung waren Befürworter und Gegner eines Dokumentationsortes Bückeberg aufeinanderzugegangen: Das Areal in Hagenohsen solle laut Kompromissvorschlag von oben her erschlossen werden, Fahrzeuge von Besuchern sollen über Latferde zum Bückeberg gelangen, was den Zugang über die steile Bückebergstraße mit Kopfsteinpflaster und der angrenzenden Wohnbebauung verhindert. Nur im Bereich der ehemaligen Diplomatentribünen, die während der „Reichserntedankfeste“ am Kopf des Berges aufgebaut waren, soll es bauliche Anlagen wie WC-Anlage oder einen „Grundrechtepfad“ geben. Für die Dokumentation ist darüber hinaus geplant, das Museum in Börry einzubeziehen. Dazu soll ein Gebäudeteil erweitert und saniert werden. Die kalkulierten Kosten würden so um rund 400 000 Euro auf etwa zwei Millionen Euro steigen.

Die vier Mitglieder der AfD-Fraktion votierten am Dienstag gegen den Bückeberg-Kompromiss, hinzu kamen Jobst Werner Brüggemann, Irmgard Lohmann und Friedel-Curt Redeker aus der CDU-Fraktion. Redeker zog insbesondere die Finanzlage des Kreises als Begründung seiner Ablehnung heran. Er hätte sich einen Kompromiss gewünscht, „den sich der Landkreis auf Dauer leisten kann“. Gäbe es eine „kleinere Lösung“, so Redeker, könne er dem Lernort durchaus zustimmen. In dem vorliegenden Fall aber nicht.

Redekers Einlassung brachte Lars Diedrichs (DU) dazu, das Heranziehen der Kreisfinanzen als „Deckmäntelchen“ zu bezeichnen, um den „hart erarbeiteten Kompromiss“ infrage zu stellen. Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Ulrich Siegmund machte daraufhin noch einmal deutlich, dass es die im März vom Kreistag beschlossene „große Lösung“ geben würde, sollte der aktuelle Kompromiss keine Mehrheit finden.

Dass ein Kompromiss „zwar das Langweiligste ist, was es gibt“, gab denn auch Ulrich Watermann (SPD) unumwunden zu, bezeichnete die Kompromissfindung dennoch als „höchstes Gut der Demokratie“. Und die wiederum könne nur funktionieren, wenn die politischen Kräfte „an sensiblen Punkten zusammenwirken“ und auf einen „breiten Konsens bauen“ könnten. „Nur diese Debatte hat das ermöglicht“, so Watermann.

Am Mittwoch soll nun der künftige Geschäftsführer der „Dokumentations- und Lernort Bückeberg gGmbH“ vorgestellt werden. Er soll neben der Steuerung und Weiterentwicklung der gemeinnützigen Gesellschaft die wissenschaftliche Leitung und konzeptionelle Weiterentwicklung des Dokumentations- und Lernorts übernehmen, Bildungsangebote sowie Informationsmaterialien erarbeiten.

Auch die Durchführung und Leitung von wissenschaftlichen Fachveranstaltungen sowie die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit wird in sein Aufgabengebiet fallen, heißt es.



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