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Neue Vorschläge zur Gestaltung des geplanten Lernortes / AfDler übertreffen sich gegenseitig mit Provokationen

Bückeberg-Gegner lehnen sich weit aus dem Fenster

HAMELN-PYRMONT. Beim zweiten Bückeberg-Dialog, zu dem der Landrat am Donnerstag ins Kreishaus eingeladen hatte, wurden die Töne der Gegner des geplanten Lernorts, der die Reichserntedankfeste der Nazis am Bückeberg dokumentieren soll, wieder deutlich schärfer. Der erste Dialog war recht besonnen geführt worden.

veröffentlicht am 08.06.2018 um 17:26 Uhr
aktualisiert am 08.06.2018 um 18:50 Uhr

Beim zweiten Bückeberg-Dialog wurden neue Vorschläge für den geplanten Lernort am Bückeberg präsentiert. Foto: Dana
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Von den gut 40 Teilnehmern gab sich knapp eine Handvoll Gegner als solche zu erkennen. Die meisten von ihnen verloren sich einmal mehr in Grundsatzdiskussionen und ließen sich zu fragwürdigen Äußerungen hinreißen, anstatt konstruktive Vorschläge zu machen.

Karl-Otto Gericke, einer der Initiatoren der Unterschriftenaktion gegen das Projekt, behauptete, die Entstehung des Lernorts werde sich durch die von der Gemeinderatsgruppe CDU/FWE in Emmerthal in Aussicht gestellte Klage ohnehin um fünf Jahre verzögern. Landrat Bartels, seines Zeichens Jurist, widersprach. Es werde durch eine Klage „keine Verzögerung“ geben. Als Bartels Gericke später erklärte, er werde ihn des Saales verweisen, wenn er sich weiterhin nicht an die Rednerliste halte, stand dieser auf und ging von sich aus mit den Worten: „Wir werden ja sehen, was die Gerichte sagen!“

Delia Klages, für die AfD im Gemeinderat Emmerthal und im Kreistag, meinte über die Erinnerungskultur hinsichtlich der Nazi-Verbrechen: „Wir suhlen uns in der Schuld – kommen wir da noch mal raus?“ Sie plädierte dafür, statt an die NS-Zeit „ständig zu erinnern“, lieber „Maß zu halten“. „Wenn man 365 Tage im Jahr Erdbeermarmelade zum Frühstück serviert bekommt, hängt sie einem irgendwann zum Halse raus“, so Klages.

Der AfD-Kreistagsabgeordnete Dr. Eckhard Reichenbach lobte den ebenfalls anwesenden Bückeberg-Initiator Bernhard Gelderblom zunächst dafür, „diesen schlechten Teil der deutschen Geschichte“ so intensiv aufgearbeitet zu haben. Er würde sich von ihm aber wünschen, auch aufgezeigt zu bekommen, „wo die deutsche Geschichte auch etwas Gutes hat – sonst müssen die nachfolgenden Generationen ja verzweifeln“. Tatsächlich gibt es von Gelderblom aber zahlreiche Arbeiten, in denen er sich mit anderen Themen, wie, um nur ein Beispiel zu nennen, mit den 1950er Jahren in Hameln, befasst.

Inhaltlich neu waren an diesem Abend einige Vorschläge, um die der Lernort noch erweitert werden soll. Darunter etwa die Einbindung des Grundgesetzes als Gegenentwurf zum Nationalsozialismus, ein Pfad der Grundrechte und ein Künstlerwettbewerb. Das mache das Projekt zwar teurer – nicht aber für den Landkreis, da der Erweiterungsantrag an den Bund gerichtet werde.

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