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Hamelner Arzt hilft in Linsingen-Kaserne – und findet Familienmitglieder

„Dann stellten wir fest: wir sind verwandt“

Hameln. Ali Esmaaiel wuchs als eines von 13 Kindern in der syrischen Stadt Raqqa auf – in eher ärmlichen Verhältnissen. Schon als kleiner Junge hatte er einen Traum: Er wollte Arzt werden. Nach dem Medizin-Studium im weiß-russischen Minsk kam der Syrer im Jahr 2004 nach Deutschland. Er arbeitete in verschiedenen Kliniken und machte seine Facharztausbildung. Seit Juni ist Dr. Esmaaiel Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie am Hamelner Sana-Klinikum. Es gibt Kollegen, die ihn „als Beispiel für gelungene Integration“ bezeichnen. Eigentlich wollte der dreifache Vater schon vor drei Jahren wieder zurück in seine Heimat. „Ich hatte vor, meinen Landsleuten helfen. Denn in Syrien gibt es nicht genug Gefäßchirurgen“, erzählt der 41-Jährige. „Aber ich konnte nicht heimgehen, denn in Syrien war zu diesem Zeitpunkt schon Krieg ausgebrochen.“ Dr. Esmaaiel blieb in Deutschland, bewarb sich in Hameln, wurde zunächst Leitender Oberarzt und später Chef der Klinik für Gefäßchirurgie. Was der Mediziner tagein, tagaus im Fernsehen sieht und was er von Verwandten aus der Heimat hört, macht ihn wütend und fassungslos. Tod, Terror, Krieg – seit Jahren geht das schon so. Die Flüchtlingswelle, die jetzt nach Deutschland schwappt, hat ihn kaum überrascht. Zu lange habe die Staatengemeinschaft tatenlos zugeschaut, meint er.

veröffentlicht am 16.10.2015 um 18:18 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 17:57 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite


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