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Selten war die arche so voll: Bei der ersten Performance des Projektes „Begegnung – Heimat“ flossen Tränen

Auf der Suche nach Heimat

Hameln. Selten war die arche so gut besucht, selten waren so viele junge Menschen in der Galerie am Kastanienwall. Am Freitagabend präsentierten die Teilnehmer des Kunstprojekt „Begegnung – Heimat“ dort erste Ergebnisse – mit einer bunten, lauten, ungewöhnlichen Performance.

veröffentlicht am 17.01.2016 um 18:59 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:36 Uhr

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Wiebke Kanz

Autor

Wiebke  Kanz Reporterin (in Elternzeit) zur Autorenseite

„Heimat, die: Land, Landesteil oder Ort, in dem man geboren und aufgewachsen ist oder sich durch ständigen Aufenthalt zu Hause fühlt (oft als gefühlsbetonter Ausdruck enger Verbundenheit gegenüber einer bestimmten Gegend).“ So steht es im Duden. „Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde“, schrieb einmal Karl Jaspers. „Heimat – da muss jeder tief in sich hineinschauen“, sagte arche-Chefin Britta Samsen-Huch am Freitagabend zur ersten Präsentation eines „wegweisenden Integrationsprojektes“, wie sie sagt: Das Kunstprojekt „Begegnung – Heimat“ zeigte mit einer Performance, wie sich Menschen mit den unterschiedlichsten Geschichten, aus den unterschiedlichsten Ländern und ohne dieselbe Sprache zu sprechen, näherkommen.

Selten war die arche so gut besucht, selten waren so viele junge Menschen in der Galerie. Und selten war ein Eröffnungsabend am Kastanienwall so laut, bunt, ungewöhnlich. Zu Beginn singen Hussein und Ahmet, die beide vor dem IS aus dem Irak geflüchtet sind und in Bad Pyrmont eine neue Heimat gefunden haben, eine arabische Hymne gegen das Heimweh. Eine junge Frau bricht beim Klang der Melodie in Tränen aus, die Erinnerung an die Heimat ist nah, sie schmerzt.

Es folgen Kostproben sowohl aus dem arabischen als auch aus dem deutschen Liedgut, von „Über sieben Brücken mußt du gehn“ über Beethovens Ode „An die Freude“ bis zum arabischen „Mein Land“. Zwischendrin wird Michael Jackson rezitiert und werden Ponchos aus Papier präsentiert, auf denen die Projektteilnehmer – Hamelner, Migranten, Flüchtlinge – ihre Gedanken zum Thema Heimat verewigt haben. Alles endet in einem Tanz, das Publikum wird einfach mitgenommen, mitgerissen.

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In diesem Fall ist die Heimat weit weg: Ein Teilnehmer vermisst seine syrische Heimatstadt Homs. ww

Dieser Abend ist so ganz anders, als man es aus der arche, als man es von Vernissagen im Allgemeinen, als man es auch von gut gemeinten „Integrationsprojekten“ kennt. Doch er macht Spaß, er nimmt Hemmungen, er verbindet, er verjüngt – und er steht Hameln gut zu Gesicht.



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