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Landkreis hat Netzbetreiber gefunden – nennt aber immer noch keinen Namen

Schnelles Internet zum Jahreswechsel?

HAMELN-PYRMONT. Der Landrat geht davon aus, dass noch zum Jahreswechsel die ersten Glasfaseranschlüsse ans Netz gehen werden. Tjark Bartels teilte am Mittwoch mit, einen Betreiber für das angestrebte Glasfasernetz des Landkreises gefunden zu haben. Namen könne er aus rechtlichen Gründen allerdings noch nicht nennen.

veröffentlicht am 20.06.2018 um 19:53 Uhr
aktualisiert am 09.07.2018 um 16:13 Uhr

Wer der Betreiber des noch zu bauenden Glasfasernetzes des Landkreises werden soll, könne aufgrund einer Stillhaltefrist derzeit noch nicht gesagt werden. Foto: dpa
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Landrat Tjark Bartels geht davon aus, dass noch zum Jahreswechsel die ersten Glasfaseranschlüsse ans Netz gehen werden. In einem Pressegespräch teilte Bartels gestern mit, einen Betreiber für das angestrebte Glasfasernetz des Landkreises gefunden zu haben. Namen könne er aus rechtlichen Gründen allerdings noch nicht öffentlich nennen.

Konkret gehe es um 14 709 als unterversorgt geltende Haushalte, die im Landkreis – und vom Landkreis – mit Glasfaseranschlüssen versorgt werden sollen. Als unterversorgt, so Bartels, gelten dem Bund zufolge Regionen mit einer Internetverbindung von weniger als 30 Megabit pro Sekunde (MBit) – nur diese Bereiche dürften öffentlich gefördert werden. Dies erklärt die vor dem Hintergrund der rund 150 000 Einwohner im Landkreis niedrig anmutende Zahl von 14 700 Haushalten, die mit Glasfaseranschlüssen versorgt werden sollen. Die ersten Anschlüsse sollen laut Bartels noch zum Jahreswechsel ans Netz gehen. „Ende 2020 sollte dann das Gros aller Anschlüsse am Netz sein“, so Bartels.

Bevor mit den Baumaßnahmen begonnen werden könne, müsse eine Hürde jedoch noch genommen werden: 40 Prozent der 14 700 Haushalte, dazu zählten auch Gewerbetreibende, müssten erklären, einen Glasfaseranschluss bekommen zu wollen. „Das halten wir für machbar“, sagte der Landrat. Für diese nötigen Vorverträge würden der Landkreis als Netzeigentümer und der Netzbetreiber zudem noch eine „riesige Werbeaktion“ starten.

Langfristig würden auch die Bereiche im Landkreis von dem Glasfasernetz profitieren, die bislang zwar gut, aber noch nicht optimal mit dem Internet versorgt sind: Die Anschlussmöglichkeiten würden durch das enger werdende Glasfasernetz erleichtert, so Bartels.

Trotz alledem wolle der Landrat den voraussichtlichen Netzbetreiber noch nicht nennen, um das Verfahren nicht zu gefährden. Es gebe eine Stillhaltefrist, wie die den Landkreis in der Sache beratende Rechtsanwältin Meike Hütter aus Hannover im Pressegespräch sagte. So müssten erst alle Bieter, die an dem europaweiten Ausschreibungsverfahren teilgenommen haben, darüber informiert werden, ob sie den Zuschlag bekommen oder nicht.

Die Information, wer den Zuschlag bekommen soll, sei bis auf Weiteres den Vertretern des Kreistages vorbehalten. Sie sollten gestern gleich im Anschluss an den Pressetermin noch darüber in Kenntnis gesetzt werden.

Doch bis die Öffentlichkeit erfährt, wer der Betreiber des geplanten Glasfasernetzes des Landkreises sein wird, dauert es voraussichtlich noch ein wenig. Zunächst hat der Kreistag in seiner Sitzung am kommenden Dienstag, 26. Juni, über die Beschlussvorlage der Kreisverwaltung zu befinden – allerdings werde dies im nichtöffentlichen Teil der Sitzung geschehen.

Gesetzt den Fall, der Kreistag stimmt dafür, wovon der Landrat fest ausgehe, werde sich die Öffentlichkeit abermals gut vier Wochen gedulden müssen. Kurze Zeit nach dem 23. Juli jedoch solle es dann einen öffentlichen Termin geben, bei dem sich der Netzbetreiber selbst vorstellen und das weitere Vorgehen samt Zeitplan präsentieren werde. Eigentümer des voraussichtlich 50 Millionen Euro teuren Glasfasernetzes wird der Landkreis sein.

Die Planung dieses Projektes entpuppt sich als langwieriger Prozess. Seit 2015 ist es vonseiten der Kreisverwaltung im Gespräch. Anfang 2017 hatte der Landrat in Aussicht gestellt, dass Ende 2018 ein Großteil der Haushalte mit Glasfaseranschlüssen versorgt sein werde. Dann platzten mehrere Termine, bei denen der Netzbetreiber bekannt gegeben werden sollte. Erst im Dezember, dann zu Jahresbeginn, dann im April und zuletzt Mitte Mai.

Der Grund für die letzte Verzögerung sei, wie berichtet, ein Verfahrensfehler gewesen. Der, so Bartels gestern, habe darin bestanden, noch in eine weitere Bieterrunde gehen zu müssen. Die habe es nun gegeben.

Eine Bekanntgabe des Netzbetreibers war für das gestrige Pressegespräch nicht angekündigt. Aber in Anbetracht des „hohen Erwartungsdrucks“, so Bartels, wolle man die Gelegenheit nutzen, einen „ausgesprochen guten Zwischenstand“ zu präsentieren.

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