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34 Kilometer Glasfaser, 72 Schalterkästen: Telekom startet Breitbandausbau – erste Ergebnisse noch 2016

Schnelles Internet für 16 000 Haushalte

Hameln. Schon bald sollen bis zu 16000 Haushalte wesentlich schneller im Internet surfen können. Claudio Griese setzte am Donnerstagmorgen in Tündern den Spatenstich für den Breitbandausbau. Bis zu 100 Megabit pro Sekunde sollen dann möglich sein. Doch das schnelle Internet kommt nicht einfach so ins Haus.

veröffentlicht am 21.04.2016 um 10:24 Uhr
aktualisiert am 09.07.2018 um 17:04 Uhr

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Autor:

Svenja-A. Möller und Andreas Timphaus
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Hameln. Der erste Schritt zu schnellem Internet ist gemacht. In Tündern setzte Oberbürgermeister Claudio Griese am Donnerstag den ersten Spatenstich, damit sich die Hamelner im Vorwahlbereich „05151“ beim Surfen demnächst nicht mehr in Geduld üben müssen. „Die Telekom wird über 34 Kilometer Glasfaser verlegen und 72 Multifunktionsgehäuse neu aufstellen oder mit modernster Technik ausstatten“, heißt es in einer Mitteilung. Das Verlegen von Glasfaserkabeln – die derzeit als schnellstes Übertragungsmedium gelten – koste die Telekom laut eigener Aussage rund 70  000 Euro pro Kilometer. Als Investitionssumme wird vom ehemaligen Staatsunternehmen ein „einstelliger Millionenbetrag“ genannt.
Die ersten von rund 16 000 Haushalten sollen etwa ab dem dritten Quartal 2016 mit Highspeed-Internet versorgt werden können. „Die schnellen Anschlüsse werden nicht alle auf einen Schlag an den Start gehen, sondern den Kunden bereitgestellt, sobald einzelne technische Abschnitte, sogenannte Ringe, fertiggestellt sind“, erklärt die Telekom. Der Ausbau soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.
Im Rathaus wird der nun gestartete Breitbandausbau als „riesiger Schritt“ bezeichnet. „Die Telekom nimmt einen Haufen Geld in die Hand“, erklärt Sascha Köberle aus der Wirtschaftsförderung. In Tündern erfolge der erste Bauabschnitt, anschließend werde die der Telekommunikationsanbieter unter anderem in Wehrbergen und Hiligsfeld, ab Sommer dann auch in Klein Berkel tätig werden. Köberle vermutet, dass „nahezu alle Ortschaften“ von dem Ausbau profitieren. Ganz sicher sagen könne er es aber noch nicht, die Telekom habe bislang noch keine abschließenden Pläne vorgelegt.

Ob auch das Wohn- sowie das Gewerbegebiet Hottenbergsfeld, in dem die Bewohner und Unternehmen teilweise schon Jahre auf einen Anschluss nach modernem Standard warten, demnächst schnelles Internet erhalten, ist noch unklar. „Wir haben der Telekom unsere Wünsche bezüglich Hottenbergsfeld näher gebracht“, sagt Köberle. Er sehe einen „Hoffnungsschimmer“ – aber definitiv zusagen könne er nichts. Generell seien die meisten Gewerbegebiete schon zufriedenstellend aufgestellt. „Die Anbindung könnte aber natürlich noch besser sein“, gibt der Wirtschaftsförderer aber zu.
Bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) sollen bald beim Herunterladen möglich werden. Im Vergleich zu vorher verdoppelt sich damit vielerorts die Geschwindigkeit. Beim Hochladen von Dateien soll sich das Tempo von 10 auf bis zu 40 MBit/s vervierfachen. Laut Telekom soll das Netz so stark sein, dass Telefonieren, Surfen im Internet und Fernsehen gleichzeitig möglich sind.
Wer aber mit doppeltem Tempo im Internet surfen möchte, muss schon etwas dafür tun. Einfach so kommt der schnellere Anschluss nicht ins Haus, teilt der Kommunikationsanbieter mit. Kunden können sich ab sofort bei der Telekom vormerken lassen, um bald beim schnellen Internet bedacht zu werden. „Wer sich für die schnellen Anschlüsse interessiert, kann sich im Internet unter www.telekom.de/schneller oder über die kostenlose Telefon-Hotline 0800/3303000 über die Geschwindigkeiten und Tarife informieren und vorab registrieren lassen“, so eine Mitteilung der Telekom.
Für das schnelle Internet will die Telekom mittels der sogenannten Vectoring-Technologie sorgen. Das Vectoring beseitigt die elektromagnetischen Störungen, die es zwischen den Leitungen gibt. Dafür wird bis zu den Verteilerkästen – das sind die grauen Kästen, die man oft am Straßenrand sieht – Glasfaser verlegt. In den Kästen wird dann noch ein Vectoring-Gerät installiert, welches die Störsignale eliminieren soll. Die Technik hat aber auch Nachteile. Durch den Ausbau von Vectoring können andere Anbieter in den Hauptverteilern keine VDSL-Anschlüsse mehr mieten. Somit steht lediglich die Telekom als Netzbetreiber für Kunden zur Verfügung. Außerdem ist Vectoring lediglich innerhalb eines begrenzten Umkreises verfügbar. Je weiter weg ein Kunde vom Verteilerkasten wohnt, desto langsamer ist meist die Geschwindigkeit des Internets. Bereits ab 700 Metern Kupferkabel steht die schnelle Geschwindigkeit nicht mehr zur Verfügung.

Glasfaserkabel Internet
  • Schnelles Internet – bald auch für Hameln. pr


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