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Landrat Bartels will mit Glasfaserkabel-Projekt glänzen – was bislang daraus wurde

Langsames Internet

HAMELN-PYRMONT. Der vom Landkreis Ende 2015 angekündigte Bau eines Glasfasernetzes für schnelles Internet lässt auf sich warten. Seit dem öffentlichkeitswirksamen Startschuss für das Projekt durch Landrat Tjark Bartels warten Privatnutzer und Unternehmer nun seit 14 Monaten auf das „schnelle Internet“ vom Landkreis.

veröffentlicht am 03.05.2018 um 18:14 Uhr
aktualisiert am 09.07.2018 um 16:17 Uhr

Schnell oder langsam? Der Landkreis Hameln-Pyrmont will schnelles Internet anbieten – aber wann? Foto: Fotolia / Montage: Dana
Thomas Thimm

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Thomas Thimm Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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Bartels hatte im Dezember 2015 und dann noch mal im Februar 2017 großspurig angekündigt, „ein hochwertiges und zukunftsfähiges Glasfasernetz zu schaffen, das die Glasfaser direkt ins Gebäude legt und für leistungsstarke Verbindungen sorgt“. In einer Pressemitteilung des Landrats vom Februar 2017 war die Rede davon gewesen, die Sache „schnell und zügig“ vorantreiben zu wollen – ja, der Landkreis versprach damals sogar: „Ein erheblicher Teil der Haushalte wird damit 2018 in Betrieb gehen können.“

Mittlerweile wird klar: So schnell, wie von Bartels versprochen, geht das Projekt nicht voran. Es wurden bereits mehrere Termine zur Bekanntgabe des Providers, mit dem der Landkreis das Internet-Projekt realisieren möchte, gerissen. So hatte Wirtschaftsförderer Andreas Manz im Herbst des letzten Jahres bei einer Unternehmerveranstaltung der Weserbergland AG angekündigt, dass man am 18. Dezember 2017 den Provider benennen werde und das Projekt starten könne. Passiert ist am 18. Dezember – nichts.

Stattdessen hieß es später, man peile den Beginn des neuen Jahres zur Bekanntgabe des Providers an. Es dauerte dann noch einmal bis Mitte Februar, bis der Landkreis erklärte, dass er so weit sei, dem Kreistag einen Vorschlag machen zu können. Wirtschaftsförderer Manz sagte im Februar anlässlich der 4. Unternehmer-Matinee der Weserbergland AG in Bad Pyrmont: „Wir sind wild entschlossen, das jetzt auf den Weg zu bringen.“

Im März passierte dann erst mal weiter nichts, dann hieß es seitens des Landkreises, gleich Anfang April könne man nun sicher den Provider benennen, der in einem 500 Kilometern langen Glasfaserkabel eine Internet-Übertragungsgeschwindigkeit von einem Gigabit pro Sekunde anbieten solle.

Doch auch im April blieben der Landkreis, der Landrat und der Wirtschaftsförderer in dieser Sache stumm – mehrfache Anfragen unserer Zeitung, wann es denn soweit sei mit dem Start des Ausbaus zum schnellen Internet oder wenigstens zur Bekanntgabe des Providers, brachten kein Ergebnis. Dabei drängt das Problem: Immer wieder melden sich Leser unserer Zeitung am Lesertelefon oder im Kümmerer-Portal der Redaktion – der Tenor ist immer derselbe: Die Internetverbindungen vor allem in den ländlichen Gemeinden des Landkreises lassen vielfach zu wünschen übrig. Eine Frage beschäftigt die Leser verstärkt: „Wann kommt denn nun das schnelle Internet?“ Dieselbe Frage stellen auch immer wieder Unternehmer, die auf eine schnelle Datenverbindung angewiesen sind. So klagen Firmenchefs zum Beispiel bei den Konjunkturumfragen des Arbeitgeberverbandes der Unternehmen im Weserbergland regelmäßig, dass das Internet als Wirtschaftsfaktor im Landkreis Hameln-Pyrmont schlicht und einfach zu schlecht sei.

Dass das Thema Internet den Menschen in der Region auf den Nägeln brennt, wissen alle Beteiligten im Kreishaus. Doch scheinbar kann der Landkreis bei der Realisierung seiner selbst gesetzten Ziele nicht mit den eigenen Ankündigungen Schritt halten. Die Pressesprecherin des Landkreises, Sandra Lummitsch, sagte nun auf Anfrage: „Es ist noch nichts unterschrieben. Es gibt noch Gespräche in einem laufenden Verfahren.“ Allerdings gibt sie den aufs schnelle Internet Wartenden etwas Hoffnung: „Ich weiß, wir haben Mühe, diesen Zeitplan zu rechtfertigen. Aber wir liegen in den letzten Zügen. Ich bin zuversichtlich, dass das nächste Woche etwas wird.“

Termin: Unser Lesertelefon am Dienstag, 8. Mai, ist speziell zum Thema Internet geschaltet. Haben Sie eine langsame Internetverbindung? Was halten Sie von den Landkreis-Plänen? Rufen Sie uns an.

Mein Standpunkt
Thomas Thimm
Von Thomas Thimm

Landrat Bartels hat den Menschen zwischen Ith und Wesergebirge bis Ende 2018 schnelles Internet versprochen. Das wird eng. Es kann zum Bumerang werden, wenn man den Mund zu voll nimmt und den Menschen zu viel verspricht. Gerade bei einem Infrastruktur-Thema wie der Internetanbindung. Da verstehen weder Privatnutzer noch Firmenchefs Spaß – dazu ist das Thema zu wichtig. Ganz im Gegenteil: Enttäuschte Erwartungen schaden dem Projekt nur.



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