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Projekt kostet 57 Millionen Euro – Anbieter steht fest – 14 709 Haushalte betroffen

Internet mit einem Gigabit für Hameln-Pyrmont

HAMELN-PYRMONT. Der Internetanbieter HTP soll in Hameln-Pyrmont für schnelles Internet sorgen: Noch 2018 will der Provider mit dem Ausbau im Auftrag des Landkreises beginnen und Kunden in bislang unterversorgten Gebieten mit Glasfaseranschlüssen anbinden. Der Landkreis will 57 Millionen Euro in das Projekt investieren.

veröffentlicht am 26.06.2018 um 20:04 Uhr
aktualisiert am 09.07.2018 um 16:08 Uhr

HTP-Geschäftsführer Thomas Heitmann (rechts) sagt: „Nur Glasfaser im Haus ist eine sinnvolle Technologie für die Zukunft.“ Links Hameln-Pyrmonts Landrat Tjark Bartels. Foto: Dana
Thomas Thimm

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Thomas Thimm Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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HTP ist ein Internet-, Telefon- und TV-Anbieter im Raum Hannover, Hildesheim, Braunschweig, Peine und Wolfenbüttel mit aktuell 108 000 Kunden. Gesellschafter des Unternehmens sind zu je 50 Prozent die hannoverschen Stadtwerke Enercity sowie die EWE aus Oldenburg.

HTP-Geschäftsführer Thomas Heitmann kündigte gegenüber unserer Zeitung an, dass „das Projekt noch in diesem Jahr startet, die ersten 50 Haushalte noch 2018 angeschlossen sein sollen“ – und „dass bis zum Jahr 2022 dann 99 Prozent jener 14 709 Haushalte angeschlossen sein werden, die bislang unterversorgt sind“. Als unterversorgt gilt jeder der 80 000 Haushalte im Landkreis, der aktuell technisch nicht mit einer Internetgeschwindigkeit von mindestens 30 Mbit pro Sekunde versorgt werden kann. Die Branche spricht dann – und zumeist in eher ländlichen Gebieten – von „Marktversagen“. Um die Haushalte in jenen Landstrichen geht es Landrat Tjark Bartels: „Wir wollen, dass alle Haushalte über gutes Internet verfügen. Und das, was wir jetzt bekommen, ist etwas Besonderes.“ Der Kreistag hat das Projekt am Dienstag einstimmig beschlossen.

HTP wird nach Aussagen von Heitmann und Bartels in Hameln-Pyrmont ein „reines Glasfaser-Netz anbieten“, mit „einheitlichen Geschwindigkeiten im Download und Upload“ arbeiten und „keine Bis-zu-Geschwindigkeiten anbieten, sondern die verkauften auch tatsächlich erreichen“. Den Kunden sollen Geschwindigkeiten zwischen 50 und 1000 Mbit/s angeboten werden, die Preise zwischen 35 und 99 Euro liegen. Der Provider hat sich die Landkarte von Hameln-Pyrmont in sogenannte Cluster eingeteilt, die größer als einzelne Orte und nicht deckungsgleich mit Gemeinden sind. Tatsächlich ausgebaut werden nur jene Cluster-Regionen, in denen mindestens 40 Prozent der Haushalte einen Vorvertrag mit HTP abschließen und sich verpflichten, zwei Jahre lang Kunde zu bleiben. HTP will dazu eine Informations- und Werbekampagne starten.

Der in Hannover ansässige Internet-, Telefon- und TV-Anbieter HTP hat 220 Mitarbeiter und letztes Jahr ein ordentliches Geschäftsjahr hingelegt: Der Provider hat seinen Umsatz um 3,6 Prozent auf 68,5 Millionen Euro gesteigert, der Gewinn lag bei 2,8 Millionen Euro. Die Zahl der Privatkunden stieg um 4,7 Prozent auf 97 900, die Zahl der Geschäftskunden um 2,7 Prozent auf 10 100. HTP hat seine Kundenzahl seit der Jahrtausendwende kontinuierlich gesteigert. Die Wachstumsstrategie ist eher konservativ gerechnet, so will HTP im Jahr 2025 die Marke von 140 000 Kunden erreichen.

Mein Standpunkt
Thomas Thimm
Von Thomas Thimm

Das Internet-Projekt ist zukunftsgerichtet und ebenso wichtig wie richtig. Nun endlich steht der Anbieter fest, lange hat es gedauert. Der Landkreis hat seine ursprünglichen Zeit-Ziele klar verpasst. Nun gilt es, nach vorne zu schauen. Im letzten Jahr hat die HTP weniger Kundennachfrage gehabt als sie selbst prognostiziert hatte. Das bedeutet: HTP wird sehr kräftig die Werbetrommel rühren müssen, um ins Geschäft zu kommen. Noch ist das Internet-Ziel des Landkreises weit entfernt.



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