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Ausbau in Aerzen: Neue Multifunktionsgehäuse sollen bis zu 250 Megabit ermöglichen

Hightech am Straßenrand für schnelles Internet

AERZEN. Zum Start am 1. August waren laut Telekom sechs Millionen Haushalte dabei. Unter dem Motto „Wir bauen schnelles Internet für Millionen statt Topspeed für wenige“, soll die Zahl der Haushalte, für die eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 250 Megabit pro Sekunde (MBit/s) freigeschaltet wird, bis 2019 auf 15 Millionen steigen.

veröffentlicht am 13.09.2018 um 15:52 Uhr
aktualisiert am 13.09.2018 um 16:30 Uhr

MFG-Aufbau in Aerzen: Hier die Baustelle an der Einmündung der Doris-Dreier-Straße in die Gellerser Straße, wo die Firma Steinbrecher im Auftrag der Telekom tätig ist. Foto: sbr
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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Der Ausbau folgt laut Anbieter zwei Faktoren: Zum einen Gebiete, in denen die Telekom mit hoher Nachfrage rechnet. Zum anderen werden Verteilerkästen, die ohnehin erweitert werden müssen, mit entsprechenden Steckkarten bestückt. Im Kernort Aerzen gibt es zurzeit gleich drei solche Verteilerkasten-Baustellen: Am Reherweg auf Höhe der Aerzener Maschinenfabrik, an der Einmündung der Doris-Dreier-Straße in die Gellerser Straße und an der Kreuzung Reherweg/Bahnhofstraße. MFG-Aufbau heißt das im Fachjargon. Die Abkürzung steht aber nicht für „mit freundlichen Grüßen“, sondern für Multifunktionsgehäuse (MFG), den großen schlauen Bruder des klassischen grauen Kabelverzweiger-Schaltkastens, wie er seit Jahrzehnten an vielen Straßenecken zu finden ist.

Die Tiefbauarbeiten sollen bis zirka Ende Oktober 2018 erledigt sein, wie von Telekom-Pressesprecher George-Stephen McKinney zu erfahren ist. Danach müssen noch verschiedene Prozess- und Prüfschritte durchlaufen sowie die Ausbaudokumentation erstellt werden, bevor den Kunden dann schnelles Internet zur Verfügung gestellt werden kann. Im ersten Schritt bis zu 100 MBit/s – zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt in sukzessiven Schritten die Steigerung auf bis zu 250 MBit/s (Supervectoring), heißt es von der Telekom. Und wenn die Hightech am Straßenrand in Form des Multifunktionsgehäuses ihre Arbeit aufgenommen hat, funktioniert Highspeed-Internet auch, wenn zwischen dem MFG und den Kunden konventionelle Kupferkabel liegen? Ja, sagt die Telekom. „Wir arbeiten dort mit der Vectoring-Technik. Das heißt, es liegt ein Glasfaserkabel zwischen der Vermittlungsstelle und den Multifunktionsgehäusen. Vom MFG geht es mit dem bereits bestehenden Kupferleitungen bis zu den Häusern weiter. Aufgrund der eingesetzten Technik im MFG können so Bandbreiten bis 100 MBit/s im ersten Schritt und danach auch 250 MBit/s (Supervectoring) im zweiten Schritt erreicht werden“, so der Pressesprecher.

„Wir haben damit begonnen, derzeit die sogenannten „Nahbereiche“ in Aerzen auszubauen, das heißt Anschlüsse im Umkreis von bis zu 550 Metern um eine bestehende Vermittlungsstelle“, sagt George-Stephen McKinney. Der bundesweite Ausbau der Nahbereiche in Deutschland, zunächst mit Ziel 100 MBit/s, soll bis Anfang 2020 abgeschlossen werden. Für Aerzen kann der Pressesprecher aktuell noch kein belastbares Zeitfenster für die Inbetriebnahme des Nahbereiches geben. „Der mögliche Zeitraum liegt zwischen Ende 2018 bis maximal November 2019“, so McKinney.

Die Tage des Fernsprechers an der Bahnhofstraße sind gezählt. Foto: sbr
  • Die Tage des Fernsprechers an der Bahnhofstraße sind gezählt. Foto: sbr

Übrigens: Die Umstellung beim Kunden passiert nicht automatisch – er muss selbst aktiv werden und seinen Vertrag entsprechend ändern.

Information

Immer weniger öffentliche Telefone

Während das Glasfasernetz weiter ausgebaut wird – für 2018 plant die Telekom 60 000 Kilometer Glasfaser zu verlegen, sodass Ende dieses Jahres das Telekom-Glasfasernetz über 500 000 Kilometer misst – wird das Netz der öffentlichen Fernsprecher weiter ausgedünnt.

Der Verwaltungsausschuss des Flecken Aerzen hat dem Antrag der Telekom zugestimmt, 13 der insgesamt 15 öffentlichen Telefone in Aerzen und den umliegenden Dörfern abzubauen, da deren Nutzung drastisch gesunken und weiter stark rückläufig sei, sodass diese kaum beziehungsweise gar nicht mehr von den Bürgern frequentiert würden, wie es in der Antragsbegründung von Seiten der Telekom hießt.

In Gellersen und Dehmke sollen die öffentlichen Fernsprecher erhalten bleiben, weil dort der Handyempfang eingeschränkt sei, erklärt Aerzens Bürgermeister Bernhard Wagner. sbr



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