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Bau des Glasfaser-Breitbandnetzes kann starten - Gigabit soll Standard werden

Digitaler Ruck geht durch den Landkreis

HAMELN. Harald Krügers Erwartungen sind groß. „Wir haben die absolut schlechteste Internetversorgung im Landkreis. Katastrophal“, klagt der Bürgermeister von Hessisch Oldendorf. Doch Abhilfe ist in Sicht. Zusammen mit Landrat Tjark Bartels informierten die beiden Geschäftsführer des Telekommunikations-Dienstleisters „htp GmbH“ aus Hannover, Thomas Heitmann und Karsten Schmidt, die in die Sumpfblume gekommenen Politiker und Gäste über den Start des Breitbandausbaus.

veröffentlicht am 25.07.2018 um 21:03 Uhr
aktualisiert am 26.07.2018 um 18:27 Uhr

Thomas Heitmann von htp erläutert Details. Foto: Huppert
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Ernst August Wolf Reporter
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„Wir haben Großes vor“, so Bartels, der darauf hinwies, dass es die richtige Entscheidung gewesen sei, die Bundesförderung zum Breitbandausbau abzulehnen. Nicht nur die von der Telekom favorisierte „Vektoring-Lösung“ der Kombination von Glasfaser- und Kupferkabelverbindungen hätte in eine nicht zukunftsfähige Sackgasse geführt, es sein auch Geld gespart worden, so der Landrat.

„Es freut uns sehr, dass wir für dieses millionenschwere Projekt mit htp einen hochprofessionellen Partner an unserer Seite haben“, betonte Bartels, der anschaulich die technischen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten eines zügigen Ausbaus darstellte. Sein Fazit: „Das ist eine landkreisspezifische Lösung. Mit dem Breitbandausbau wird es in Hameln-Pyrmont keine halben Sachen mehr geben.“

Als derzeit unterversorgt gelten im 800 Quadratkilometer großen Landkreis rund 14 700 Haushalte und Gewerbeimmobilien. „Voraussetzung des Baubeginns, der noch im laufenden Jahr beginnen könnte, ist allerdings, dass 40 Prozent der Haushalte und Gewerbetreibenden einen Vertrag über einen Glasfaser-Anschluss abschließen“, so htp-Geschäftsführer Thomas Heitmann. Kommen die nicht zusammen, werde nicht gebaut.

Beim Vortrag in der Sumpfblume sind viele, aber nicht alle Plätze besetzt. Foto: eaw
  • Beim Vortrag in der Sumpfblume sind viele, aber nicht alle Plätze besetzt. Foto: eaw

Von einer kreisförmigen „Backbone“-Leitung aus sollen in einer ersten Phase bis 2020 bislang schlecht- oder nichtversorgte Ortschaften wie etwa Haddessen, Fischbeck oder Brullsen angeschlossen werden. Bis 2022 folgen dann größere bislang mit unzureichender Geschwindigkeit ausgestatteten Orte per Stichleitung. 480 Kilometer Tiefbau sowie sieben Technikstationen, 75 Kabelschächte und 11 000 Hausanschlüsse sind geplant. Erstmals wird diese zukunftssichere Technik Bandbreiten bis zum neuen Standard von einem Gigabit ermöglichen. „Wir werden nur so durchs Internet flitzen“, schwärmte Bartels.

Allerdings nur, wenn die notwendigen 40 Prozent an Interessenten zusammenkommen. Mit einem entsprechenden Formular können Interessenten sich bei ihrem Bürgermeister melden. Der Ausbau gilt aber nur für Bereiche, die derzeit unter einer Versorgungsschwelle von 30 Mbit/sec liegen. Nur die sind förderungswürdig. Eine Tatsache, die in der Diskussion für Zündstoff sorgte. Während sich Harald Krüger über die guten Perspektiven freuen durfte, glaubten sich andere Lokalpolitiker wie etwa aus Flegessen und Hasperde benachteiligt. „Da muss sich in der Bundesgesetzgebung schnell was ändern“, so ihr Appell an den anwesenden SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Schraps.

Auf weiteren Veranstaltungen in den für den Ausbau vorgesehenen Orten wollen die htp-Verantwortlichen die Bürger über die geplanten Baumaßnahmen informieren.

Online: htp.net/glasfaser/hameln-pyrmont/



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