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Wenn die gekaufte Geschwindigkeit nicht erreicht wird – was Verbraucherschützer raten

Die Internet-Falle

HAMELN-PYRMONT. Es ist so eine Sache mit der Internetgeschwindigkeit. Die Anbieter versprechen dolle Leistungen und vermeintlich hohe Geschwindigkeiten. Die Crux: Ihren Kunden verkaufen sie dann aber Leistungen mit dem Zusatz „bis zu“ – Privathaushalte und Unternehmen stecken dann schnell in der Internet-Falle.

veröffentlicht am 30.07.2018 um 16:08 Uhr
aktualisiert am 30.07.2018 um 21:10 Uhr

Wer bei sich zuhause eine zu geringe Internetgeschwindigkeit feststellt, sollte sich mit seinem Anbieter in Verbindung setzen. Foto: dpa
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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Doch was ist, wenn die Datenleitung nicht die versprochenen Mbit pro Sekunde erreicht? Grundsätzlich gilt: Dass Internetnutzer oftmals nicht die vereinbarte maximale Datenrate bekommen, wird landauf, landab diskutiert – geht aber auch aus dem Jahresbericht der Bundesnetzagentur hervor. Über alle Tarife und Anbieter hinweg erreichten 28,4 Prozent der Nutzerbei der Breitbandmessung nicht einmal die Hälfte der vertraglich vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate. Seit 2017 hat die Bundesnetzagentur den Druck auf die Internetanbieter erhöht und mit neuen Kriterien geregelt, ab wann die Anbieter ihre vertraglichen Pflichten nicht mehr erfüllen.

Die Verbraucherschützer geben eine Faustregel aus: „Das Maximum zu erreichen, ist nicht das Ziel, sondern den Vertrag zu erfüllen, und der wird auch erfüllt, wenn 90 Prozent zur Verfügung steht“, sagt Kathrin Körber von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Internetkunden empfiehlt sie den Blick in das Produktinformationsblatt, welches seit 2017 Pflicht ist. Wer zum Beispiel den Tarif Magenta Zuhause L der Telekom (VDSL-Variante) mit einer Download-Geschwindigkeit von 100 Mbit/s wählt, erfährt im Produktinformationsblatt, dass eine maximale Rate von 100 Mbit zur Verfügung gestellt wird, minimal 54 Mbit/s ankommen sollten und normalerweise dem Kunden 83,8 Mbit/s zur Verfügung stehen. Dauerhaft sollte nicht das Minimum ankommen, sagt Verbraucherschützerin Körber – auf das Maximum sollte sich der Kunde aber auch nicht einschießen, sondern mit den normalen Werten rechnen.

Wer seine Internetgeschwindigkeit für zu langsam hält, der sollte diese zunächst testen, sagt Körber. Oft würden Gefühl und Realität auch weit auseinander liegen. Um seinem Internetanbieter etwas entgegenhalten zu können, empfiehlt Körber das Messtool von breitbandmessung.de – mit dieser App kann die Datengeschwindigkeit über mehrere Tage zu verschiedenen Zeiten gemessen werden. Ist die gemessene Geschwindigkeit zu langsam, hat der Kunde das Recht, auf die Erbringung der Leistung zu pochen – oder den Vertrag anpassen zu lassen.

Für das Nachweisverfahren mittels Breitbandmessung hält die Bundesnetzagentur unter anderem mindestens 20 Messungen, die an mindestens zwei unterschiedlichen Tagen vorgenommen werden müssen, für erforderlich. Der Rechner muss zudem durchgängig per Kabel mit dem Internet verbunden sein und für die Messung sollte die installierte App verwendet werden. Und wann ist die Leitung wirklich zu langsam? Nach Ansicht der Bundesnetzagentur ist dies der Fall, wenn
1. an beiden Testtagen nicht jeweils mindestens einmal 90 Prozent der vereinbarten maximalen Geschwindigkeit erreichet werden,
2. die normalerweise zur Verfügung stehende Geschwindigkeit in 90 Prozent der Messungen nicht erreicht wird, oder
3. die vertraglich vereinbarte minimale Geschwindigkeit an mindestens zwei Messtagen jeweils unterschritten wird.



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