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Wie weit ist der Landkreis beim Thema Breitbandausbau?

Das lange Warten auf schnelles Internet

WESERBERGLAND. Wann kommt es denn nun, dieses schnelle Internet, dass der Landkreis Hameln-Pyrmont seinen Bewohnern versprochen hat? Das fragt sich so manch ein Einwohner und auch in der Dewezet-Redaktion landen solche Fragen. Wir haben nachgehakt.

veröffentlicht am 29.08.2017 um 17:02 Uhr
aktualisiert am 09.07.2018 um 16:48 Uhr

Baustelle Breitbandausbau: Derzeit sucht der Landkreis Hameln-Pyrmont noch nach einem Provider. Foto: dpa
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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2018 soll es flächendeckend schnelles Internet geben, so die ursprüngliche Ansage, aber davon sehe und höre man bisher wenig, wundert sich ein Leser. Was Stand der Dinge beim Thema Breitbandausbau ist, und was mittlerweile passiert ist, haben wir abgefragt und zusammengefasst.

Am 10. Dezember 2015 ging es los – Landrat Tjark Bartels verkündete, das innerhalb von drei Jahren rund 90 bis 95 Prozent aller Haushalte im Landkreis Hameln-Pyrmont mit schnellem Internet über Breitband versorgt sein sollen. Ein Ziel, das in den Ohren der Bevölkerung gut klingt. Ist die mangelnde Internetgeschwindigkeit doch eines der Themen, das besonders die Bewohner der zahlreichen Dörfer im Landkreis betrifft und wohl hauptsächlich ärgert. Nun tauchte das Thema Breitbandbandausbau allerdings nicht erst kurz vor Weihnachten 2015 als himmlische Erscheinung auf. Schon seit Anfang 2014 laufen die Planungen für das schnelle Internet, das es Ende 2018 endlich geben soll.

Doch „erst nach erfolgreichem Vertragsabschluss mit einem Telekommunikationsunternehmen als Betreiber kann mit dem Bau der Lehrrohre begonnen werden.“ Diese Info steht auf der Homepage des Landkreises Hameln-Pyrmont für alle Interessierten, die nach Breitbandausbau suchen. Darunter: „Neuigkeiten zum Breitbandausbau werden zu gegebener Zeit auf dieser Seite bekannt gegeben.“ Das ist auch der letzte informative Stand, der dort zum Suchbegriff „Breitbandausbau“ zu finden ist und stammt vom 28. Juli 2016. Gibt es also seit einem Jahr nichts Neues hinsichtlich des Ziels, die Bevölkerung mit einer zeitgemäßen Internetgeschwindigkeit zu versorgen?

Wir hoffen, dass wir der Politik kurz vor Weihnachten einen Provider vorstellen können.

Andreas Manz, Wirtschaftsförderer

Erst kurz vor diesem Eintrag veröffentlichte unsere Zeitung einen Artikel, nachdem der Landkreis noch nicht mit der Suche nach einem Betreiber gestartet war. Die Ausschreibung sei noch in Vorbereitung. Ende April 2016 – einen Tag vor Ablauf der Frist – hatte der Landkreis immerhin bereits einen Antrag auf Zuschüsse an das Bundesverkehrsministerium gestellt. Die gleichen Zuschüsse, die der Landkreis nun nicht mehr haben will. Der Zuschuss vom Bund wird schon abgelehnt, noch bevor der Förderbescheid überhaupt im Kreishaus eingegangen ist. Immerhin handelt es sich hierbei um eine potenzielle Förderhöchstsumme von 15 Millionen Euro. Ob die Förderung tatsächlich so hoch ausgefallen wäre, mag zwar zu bezweifeln sein, aber bei geschätzten Projektkosten von aktuell 48 Millionen Euro sorgte der geplante Millionenverzicht im März 2017 für eine kontroverse Debatte unter den Kreistagspolitikern und nicht jeder war damit einverstanden. Es fand sich aber dennoch eine große Mehrheit für diesen Plan. Grund für die Kehrtwende: Der Landkreis wollte nicht auf die mit der Millionenförderung verbundenen Forderungen eingehen müssen. Den Rückzug begründet Landrat Bartels kurz vor der Kreistagsitzung auch damit, dass der Breitbandausbau bis Ende 2018, so wie es der Bund vorschreibt, „nicht zu schaffen“ sei. Stattdessen sei nun der Abschluss des Breitbandausbaus bis Ende 2019 realistisch.

Wie weit ist der Landkreis denn nun aktuell beim Thema Breitbandausbau? Ein Provider, also der tatsächliche Anbieter des schnellen Internets, ist noch nicht gefunden, wie der Wirtschaftsförderer des Landkreises, Andreas Manz, erst vor kurzem bei der „UnternehmerMatinée“ in Hessisch Oldendorf sagte. Derzeit sei man gerade in einer sechswöchigen Phase, in der Unternehmen ihr Interesse an der europaweiten Ausschreibung bekunden können, die nun alle Leistungen gemeinsam umfasst, also Bau, Planung und Vertrieb des Breitbandinternets, erklärt Manz auf Nachfrage unserer Zeitung. Hätte der Landkreis die Fördermittel des Bundes angenommen, hätte es jeweils eine einzelne Ausschreibung geben müssen. Dadurch habe man trotz des Umschwungs keine Zeit verloren, sagt Manz. Sind die sechs Wochen Ende September um, gehe es in die nächste Phase – der Landkreis kann über die eingegangen Angebote verhandeln. „Wir hoffen sehr, dass wir der Politik kurz vor Weihnachten einen Provider vorstellen können“, sagt Manz und beharrt darauf: „Ende 2018 werden wir mindestens einen Großteil der Gebiete am Netz haben.“



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