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Gemeinden fehlen nach Vorstellung der Pläne zu viele Orte in der Ausbauliste

Bei Breitband-Plänen Gesprächsbedarf

HAMELN-PYRMONT. Gigabit soll für jeden Internet-Anschluss im Landkreis Standard werden. Zusammen mit dem Landrat Tjark Bartels informierten die beiden Geschäftsführer des Telekommunikations-Dienstleisters „htp GmbH“ aus Hannover erstmals über die konkreten Planungen zum Ausbaustart. In den Gemeinden ist man jedoch noch nicht restlos mit allem einverstanden.

veröffentlicht am 26.07.2018 um 16:45 Uhr
aktualisiert am 26.07.2018 um 18:30 Uhr

Viele Ortsteile sind immer noch unterversorgt. Foto: dana
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite
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So meinte Coppenbrügges stellvertretende Verwaltungschefin Andrea Wegener, die den Flecken bei der Info-Veranstaltung vertreten hat, dass Coppenbrügges eklatantesten Versorgungs-Schwachpunkte Bäntorf, Brünnighausen, Harderode und Herkensen nach den Planungen bis 2020 optimal versorgt sein sollen. Marienau und Dörpe könnten nicht erfasst werden, da hier bereits die Telekom die Leistung von über 30 Mbit/sec erbrächte, so Wegener. Von seiten der Gemeinde begänne jetzt die Öffentlichkeitsarbeit, um die erforderliche Anschlussquote von 40 Prozent zu erreichen.

Aerzens Erster Gemeinderat Andreas Wittrock meint, dass die Vorstellung der Breitbandpläne durch Landkreis und die htp „durchaus positive Hoffnungen für den Flecken Aerzen“ ermögliche.So seien die unterversorgten Bereiche Aerzens – Ahorn, Grießem und Reher – bis 2022 im Ausbauplan. In Herkendorf soll das Glasfaser-Breitbandnetz bereits bis 2020 fertig verlegt sein. Auch Wittrocks Rat: Am schnellen Internet Interessierte aus den genannten Gebieten sollten sich möglichst umgehend bei der htp melden und sich entsprechende Vordrucke im Rathaus abholen.

Clemens Pommerening, Bürgermeister im Flecken Salzhemmendorf, sieht nach der Vorstellung der Breitband-Pläne darin „die Schaffung wichtiger Standortvorteile für Salzhemmendorf.“ So seien die Problemgebiete Ahrenfeld, Levedagsen, Thüste und Ockensen ebenso zeitnah berücksichtigt wie alle anderen weißen Flecken in den größeren Ortsteilen. „Was da vorgestellt wurde, klang gut für Salzhemmendorf“, so Pommerening.

Beim Blick auf die Karte des geplanten Glasfaser-Ausbausgab gab es Ernüchterung bei Münderaner Bürgermeister Hartmut Büttner: Nur der Ortsteil Brullsen taucht als mit öffentlichen Mittel geförderter Anschlusskandidat auf. Alle anderen Ortsteile und die Kernstadt: Fehlanzeige.

Auch der Flegesser Ortsbürgermeister Detlef Olejniczak konnte seine Enttäuschung nicht verbergen. „Kann mir kaum vorstellen, dass beim Kollegen Wittich in Bakede oder in Beber, Egestorf und Rohrsen 30 MBit erreicht werden.“ Und dass die Internetgeschwindigkeit in Eimbeckhausen stark variiere, musste auch Büttner einräumen.

Elmar Günzel, allgemeiner Stellvertreter des Emmerthaler Bürgermeisters, findet es zwar gut, dass es nun endlich vorangeht und sieht darin einen „großen Fortschritt für alle berücksichtigten Ortsteile.“ Enttäuscht ist er aber darüber, „dass Völkerhausen und Bessinghausen in den vorgestellten Plänen nicht berücksichtigt werden.“ Er vermutet hierfür wirtschaftliche Gründe. Auch die Emmerschiene mit Lüntorf und Grohnde vermisst er in der Liste.

Börrys Ortsbürgermeister Rolf Keller gibt sich nach der Info-Veranstaltung nach eigenen Worten nur „vorsichtig optimistisch“: Die Ankündigung des Landrates, dass alle Haushalte im Landkreis davon profitieren, werde „zunächst nicht so eintreten“, so Keller. In Hajen, Frenke, Brockensen und Esperde werde der Ausbau in einer ersten Phase mit Beginn 2018 bis Ende 2020 zwar beginnen. In Latferde und Börry ändere sich zunächst nichts, weil dort bereits eine Geschwindigkeit von über 30 Mbit durch die Telekom vorgehalten wird. Und in Bessinghausen sei keine Versorgung vorgesehen, weil diese Aussage von htp unwirtschaftlich sei, so das CDU-Gemeinderatsmitglied: „Das lassen wir uns aber nicht gefallen. Im Oktober findet in Bessinghausen eine Ortsratssitzung statt. Dazu habe ich heute morgen die Betreiberfirma bereits eingeladen.“

Aufklärungs- und Gesprächsbedarf mit Landkreis und htp sieht in der kommenden Woche auch Hessisch Oldendorfs Bürgermeister Harald Krüger. So seien Lachem und Friedrichsburg nicht in den Planungen vorgesehen. „Und was ist mit dem Gewerbegebiet Goldbinnen in Fischbeck“, fragt der Bürgermeister: Dafür wolle er verbindliche Aussagen haben: „Die politisch gemachten Aussagen müssen jetzt auch eingehalten werden“, fordert Hessisch Oldendorfs Bürgermeister.



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