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Kosten von bis zu 8 Millionen Euro

Anschluss Großenbergs an schnelles Internet zu teuer

BAD PYRMONT. Im Bemühen um den Anschluss Großenbergs an das schnelle Internet hat Ortsvorsteher Dirk Wöltje einen Rückschlag hinnehmen müssen. Laut Landkreis würde ein Anschluss des Pyrmonter Bergortsteils an die zehn Kilometer Luftlinie entfernt liegende Ringleitung etwa 6 bis 8 Millionen Euro kosten.

veröffentlicht am 19.11.2018 um 12:33 Uhr
aktualisiert am 19.11.2018 um 19:00 Uhr

Der Mitarbeiter einer Erdbaufirma bündelt Glasfaser-Leerrohre. Ob die auch in Großenberg verlegt werden, ist fraglich. Foto: Guido Kirchner/dpa
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Wöltje sieht seine Befürchtung bestätigt, dass Großenberg das einzige Dorf im Landkreis Hameln-Pyrmont ist, das offiziell unterversorgt bleiben wird. Aufgeben will er trotzdem nicht. Vergangene Woche haben der Landkreis und der Netzausbauer htp in Ahrenfeld im Flecken Salzhemmendorf den Startschuss für den Glasfaser-Ausbau gegeben, der eine Leistungsfähigkeit von bis zu einem Gigabit je Sekunden bieten soll. Insgesamt plant der Landkreis, in den kommenden vier Jahren bis zu 11 000 Haushalte anschließen zu können. Dass Großenberg nicht dabei ist, hat wirtschaftliche Gründe. Laut Andreas Manz, Wirtschaftsförderer im Kreishaus, würde ein Anschluss des Pyrmonter Bergortsteils an die zehn Kilometer Luftlinie entfernt liegende Ringleitung etwa 6 bis 8 Millionen Euro kosten. „Bei höchstens 50 bis 60 infrage kommenden Häusern in Großenberg rechnet sich das für die htp einfach nicht“, so Manz, zumal die anderen Pyrmonter Bergdörfer schon von der Telekom versorgt worden sind, nachdem 2017 eine Verteilerstation in Kleinenberg erneuert wurde. Großenberg ist laut Manz und Wöltje dennoch bis heute außen vor. „Warum das so ist, kann mir bei der Telekom immer noch niemand sagen“, sagte der Wirtschaftsförderer. Allerdings sei im Landkreis nicht nur Großenberg betroffen, sondern auch Bessinghausen in der Gemeinde Emmerthal. „Allerdings sind hier die Gründe andere“, so Manz.

Laut dem niedersächsischen Breitbandkompetenzzentrum gibt es in Großenberg Geschwindigkeiten, die kleiner als 16 Mbit/sec sind. Damit sind die Voraussetzungen für einen Ausbau gegeben. Grundsätzlich sind alle Gebiete, in denen Internetgeschwindigkeiten von 30 Mbit/s und mehr möglich sind, von dem Ausbau auf ein Gigabit ausgeschlossen. Das ist auch der Grund, warum zum Beispiel die Kernstadt von Bad Pyrmont bei den Plänen von Landrat Tjark Bartels (SPD) keine Rolle spielt – beziehungsweise keine Rolle spielen darf, denn Förderungen für bereits gut ausgebaute Netze sind nicht erlaubt. In der Kurstadt hatte Kabel Deutschland (heute Vodafon) schon sehr früh mit dem Ausbau begonnen, die Deutsche Telekom versucht aufzuholen.

Wöltje bleibt vorerst nichts anderes übrig, als die Begründung der htp zu akzeptieren. Gemeinsam mit Bad Pyrmonts Bürgermeister Klaus Blome war er im Kreishaus, um über mögliche Alternativen zu sprechen. „Wir werden versuchen, gemeinsam mit der htp bis Ende November eine technische Lösung zu finden“, kündige Manz gegenüber dieser Zeitung an, ohne auf Details eingehen zu wollen, wie diese Lösung aussehen könnte. Es liegt aber auf der Hand, dass dabei auch die Telekom eine Rolle spielen könnte.

Wöltje wünscht sich, dass sich auch Bürgermeister Blome für den Anschluss Großenbergs an das schnelle Internet einsetzt, so wie es auch zum Beispiel der Bürgermeister von Hessisch Oldendorf getan habe. „Großenberg hat dasselbe Recht wie alle anderen Orte auch, einen Glasfaseranschluss und schnelles Internet zu bekommen“, bekräftigte Blome auf Anfrage. Ansonsten erwarte er, dass der Landkreis alles tue, um diesen Anschluss noch zu ermöglichen, eigene und zusätzliche Schritte plane er aber nicht. „Ich bin in die Gespräche eingebunden und werde in zwei Wochen wieder im Kreishaus sein, um mich über das Ergebnis der Gespräche informieren zu lassen“, sagte er.

Sollte es eine mögliche Lösung geben, sind die Großenberger gefragt. „Wenn klar ist, welche Kosten für einen Anschluss entstehen, könnte ich eine Bürgerversammlung einberufen und die Bereitschaft der Großenberger abfragen, ob sie dabei sind“, so Wöltje. Erreichen müsse der Ortsvorsteher für seinen Ort eine Anschlussquote von mindestens 40 Prozent der Haushalte.



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