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Ortsräte diskutieren über Rahmenbedingungen zum Internetausbau

30 Mbit/s: Magische Zahl erhitzt die Gemüter

HESSISCH OLDENDORF/FISCHBECK. Nur wer unter 30 Mbit/s empfängt, wird in das Internetausbau-Programm des Landkreises aufgenommen. Aber nicht überall, wo der Provider die magische Grenze verspricht, wird sie auch erreicht. Deshalb müssten Orte wie Weibeck, Fuhlen, Heßlingen und Wahrendah an das neue Glasfasernetz angeschlossen werden. Die Regelung erhitzt die Gemüter. „Da fehlt jede Kontrolle“, kritisierte Claus Clavey, Ortsbürgermeister von Hessisch Oldendorf.

veröffentlicht am 09.11.2018 um 17:24 Uhr
aktualisiert am 09.11.2018 um 20:00 Uhr

Bei der Arbeit im Internet kommt es vor allem auf die Datengeschwindigkeit an. Foto: Pixabay
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Wolfhard F. Truchseß Reporter
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Es ist fast eine magische Zahl, die derzeit die Gemüter von Orten wie Weibeck, Fuhlen, Heßlingen und Wahrendahl erhitzt – 30 Mbit/s. Es ist die sogenannte Aufgreifschwelle für die Datengeschwindigkeit, die es dem Landkreis und der von ihm mit dem Internetausbau beauftragten Firma htp unmöglich macht, in den genannten Orten, zu denen auch Teile der Kernstadt von Hessisch Oldendorf gehören, das Glasfasernetz mit öffentlichen Fördermitteln auszubauen.

Was Claus Clavey, den Ortsbürgermeister von Hessisch Oldendorf, dabei besonders aufregt, ist die Tatsache, dass die Leistungsdaten für die genannten Orte von der Telekom stammen, die selbst als Provider auftritt, mithin als Wettbewerber technisch bestimme, wo der vom Landkreis geplante Glasfaserausbau verwirklicht werden könne und wo nicht. „Da fehlt jede Kontrolle“, kritisierte Clavey auf der jüngsten Ortsratssitzung. „Mit der Aufgreifschwelle wird der Wettbewerb zum Vorteil von Telekom und Vodafon ausgehebelt. Und wir können nur noch die Reste abarbeiten.“

Auch auf der Sitzung des Ortsrates von Fischbeck und Weibeck waren die 30 Mbit/s ein wichtiges Thema. „Messungen haben ergeben, dass wir in Weibeck zwar für eine Leistung von 30 Mbit bezahlen“, berichtete der Weibecker Bürger Thomas Groß während der Einwohnerfragestunde, „tatsächlich werden aber nur 25 Mbit pro Sekunde erreicht. Weibeck müsste deshalb eigentlich in das Ausbauprogramm aufgenommen werden“, forderte Groß.

Besorgt über möglicherweise später auf sie zukommende Anschlusskosten ans Glasfasernetz in Höhe von 1500 bis 2500 Euro zeigten sich nicht nur die zur Ortsratssitzung gekommenen Weibecker Gäste, sondern auch das Ortsratsmitglied Michael Kipp (CDU), das es als ungerecht bezeichnet, wenn Einwohner von Orten, die nicht in der ersten kostenfreien Ausbauwelle dabei seien, später durch die genannten Anschlusskosten schlechtergestellt würden. Im Ortsrat regte er in diesem Zusammenhang an, in den kommenden Jahren Rücklagen zu bilden, um die in einer zweiten Ausbauwelle folgenden Anschlüsse finanziell zu unterstützen. Wichtig sei ihm, nicht blind, „wie einige meiner Ortsratskollegen“, darauf zu vertrauen, dass es vielleicht irgendwann neue Fördertöpfe geben werde.

In einer Mitteilung für den Fischbecker Ortsrat forderte Heiko Wiebusch von der Verwaltung der Stadt alle Weibecker Bürgerinnen und Bürger auf, eine sogenannte Interessenbekundung bei der Firma htp abzugeben, um „das besondere Interesse und die Notwendigkeit des Glasfaserausbaus auch in Weibeck zu dokumentieren“. Auf der Grundlage dieser Interessenbekundungen werde htp in Abstimmung mit dem Landkreis und unter Berücksichtigung zukünftig zu erwartender Förderprogramme über den weiteren Glasfaserausbau im Stadtgebiet für die im aktuellen Förderprogramm nicht enthaltenen Stadtteile und Einzelgebäude im Außenbereich entscheiden. „In diesem Zusammenhang wird sich die Stadtverwaltung aktiv für eine flächendeckende Anbindung des gesamten Stadtgebietes an das Glasfasernetz einsetzen“, betont Wiebusch.

Dass htp den Glasfaserausbau nur vornimmt, wenn sich mindestens 40 Prozent der Haushalte bei ihr anmelden, macht Clavey trotz höher Anmeldezahlen in einzelnen Ortsteilen erhebliche Sorgen. „In den kleinen Orten ist es für die Vereine und Ortsräte wesentlich einfacher, die Menschen zu moblisieren, als hier in der Kernstadt“, beklagte Clavey im Gespräch mit der Dewezet. „Die erreichen die Menschen viel leichter als wir hier.“ Er sei sehr gespannt, ob in Hessisch Oldendorf die Quote von 40 Prozent Interessenbekundungen erreicht werde.



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