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Telekom baut Glasfasernetz in der Kernstadt aus / Landkreis plant Versorgung mit 1 Gigabit bis 2019

100 Megabit ab Sommer?

HESSISCH OLDENDORF. Die Telekom hat in der Kernstadt neue Glasfaserkabel verlegt. Ab Sommer können rund 1100 Haushalte von Internetgeschwindigkeiten bis zu 100 Megabit pro Sekunde profitieren. Indes plant der Landkreis, bis Ende 2019 über Glasfaser-Technologie den Kreis mit bis zu 1 Gigabit pro Sekunde zu versorgen.

veröffentlicht am 05.05.2017 um 17:45 Uhr
aktualisiert am 09.07.2018 um 16:56 Uhr

Kupfer oder Glasfaser? Die Hessisch Oldendorfer könnten bald die Wahl haben, welche Leitung sie nutzen. Foto: dana
Johanna Lindermann

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Johanna LindermannDWZ Volontärin
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Der Wunsch nach dem schnellen Internet – in Hessisch Oldendorf ein Dauerthema. Jüngst hat die Telekom in der Kernstadt Baumaßnahmen durchgeführt, sodass die Hoffnung vieler Bürger auf einen baldigen Breitbandausbau stieg.

„Bei diesen Arbeiten am Rathaus haben wir im Zuge der sogenannten Vectoring-Technologie Glasfaserkabel zu den Verteilerkästen gelegt“, erklärt Jens Göppert, Regiomanager der Telekom. Von dort bis zu den Häusern führten weiterhin die bestehenden Kupferkabel. Mit dieser Technologie soll rund 1100 Haushalten in der Kernstadt bald Internet mit Download-Geschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen. Später könne dies noch auf bis zu 250 Megabit pro Sekunde (Supervectoring genannt) erweitert werden. Voraussichtlich im Sommer sollen die Bürger von dieser neuen Technologie profitieren können und so schnell zu einem Highspeed-Anschluss kommen.

Gleichzeitig plant der Landkreis Hameln-Pyrmont weiterhin die Erschließung des Landkreises mit Glasfasertechnologie bis ins Haus, mit Geschwindigkeiten von bis zu 1000 Megabit pro Sekunde. Landkreis-Sprecherin Sandra Lummitsch merkt an, dass es durch die Versorgung von zwei Anbietern in der Kernstadt dann zu einer Konkurrenzsituation komme und es offenstehe, ob der Ausbau in diesem Gebiet noch wirtschaftlich realisierbar sei. „Es könnte beides parallel laufen. So etwas nennt man Wettbewerb!“, sagt hingegen Göppert. Jeder Haushalt könne dann individuell entscheiden, ob ihm 100 oder 250 Megabit pro Sekunde reichten oder er lieber das Angebot mit bis zu 1 Gigabit nutzen wolle.

Für den weiteren Ausbau mit Glasfasertechnologie habe die Stadt Hessisch Oldendorf im Zuge der Bauarbeiten der Telekom gleich ein Leerrohr verlegen lassen, sagt Christian Mork von der Stadtverwaltung. „Dann muss das Pflaster nur einmal aufgerissen werden und nicht später erneut.“

Seit zwei Jahren sei die Stadt zudem dabei, auch bei Bauarbeiten, etwa an Bushaltestellen, gleich Leerrohre zu verlegen. Bei manchen Baumaßnahmen sei dies jedoch nicht möglich, etwa bei der aktuellen Instandsetzung der Landesstraße 423 zwischen Höfingen und Pötzen. „Hier führt der Landkreis eine Straßensanierung durch“, erklärt Mork. Dabei werde nur die Oberfläche der Straße erneuert. Die Verlegung von Leerrohren für den Breitbandausbau sei im Zuge dieser Maßnahme nicht möglich, denn „die Leerrohre werden unter dem Gehweg, nicht unter der Fahrbahn verlegt.“

Im Dezember 2015 hatte der Landkreis Hameln-Pyrmont verkündet, innerhalb von drei Jahren mehr als 90 Prozent der Haushalte im Landkreis mit schnellem Internet zu versorgen (wir berichteten). Dabei scheint es auch zu bleiben. „Voraussichtlich 2018/2019“ könnten die Hessisch Oldendorfer mit schnellem Internet rechnen, heißt es vom Landkreis. Den genauen Zeitpunkt werde die Planung mit dem zukünftigen Provider zeigen. Landkreisweit solle der Ausbau bis Ende 2019 erfolgt sein.

Im März hatten die Mitglieder des Kreistags nach langen Diskussionen um den Breitbandausbau im Landkreis eine Förderung in Höhe von 15 Millionen Euro vom Bund abgelehnt, um beim Bau und Betrieb des Netzes unabhängig zu bleiben und mehr Zeit für den Ausbau zu haben. Die Mehrheit hatte sich schließlich für den Verzicht ausgesprochen, sieben CDU-Abgeordnete stimmten dagegen (wir berichteten).

„Ich möchte betonen: Ich und die gesamte CDU-Fraktion möchten einen zügigen und umfassenden Breitbandausbau – mit Glasfaser in jedes Haus, und das auch in jedem Dorf in unserem Landkreis“, sagt Thomas Figge. Der Kreistagsabgeordnete der CDU war einer der Politiker, die gegen die Ausschlagung der Förderung gestimmt hatten, vor allem, da kein anderer Landkreis in Niedersachsen diese Förderung bislang ausgeschlagen habe. Der Bund kenne sich besser mit dem Breitbandausbau aus, außerdem könnte ein gewisser Zeitdruck auch hilfreich und zielführend wirken, zumal eine Fristverlängerung möglich gewesen wäre, meint Figge. „Aber schließlich und endlich müssen wir uns fragen, sind wir in der Lage, auf 15 Millionen Euro Fördergelder zu verzichten?“, fragt er. „Der Landkreis hat nicht wirklich so viel Geld, um sich diesen Verzicht leisten zu können.“

Die Landkreisverwaltung sprach hingegen von massiven Nachteilen für den Kreis, sollte die Förderung angenommen werden, etwa bei der Ausschreibung, der technischen Ausführung oder der späteren Verfügungsgewalt über das Netz. Dies sah sie als zu starke Reglementierung. Die Mehrheit der Kreistags-Mitglieder stimmte dem zu.



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