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Mit einem ergreifenden „Stabat mater“ in St. Kilian endete die Konzertreihe

„Musik am Sommerabend“

LÜGDE. Über fast einen ganzen Monat erstreckte sich die Konzertreihe „Musik am Sommerabend“ in der Kilianskirche und endete am Mittwochabend mit einem ergreifenden zweiten „Stabat mater“, eine Vertonung des mittelalterlichen Gedichtanfangs „Stabat mater dolorosa“ (Lateinisch: Es stand die Mutter schmerzerfüllt).

veröffentlicht am 17.09.2021 um 06:00 Uhr

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Reporter

Begonnen hatte die Reihe bereits am 10. September mit dem interreligiösen Projekt „Ave Maria – Meryem Ana“ und wurde am 12. September mit dem ersten „Stabat mater“ fortgesetzt, jener berühmten Version des italienischen Komponisten Giovanni Battista Pergolesi, die zugleich sein bekanntestes geistliches Werk darstellt.

Mit den großen Stimmen von Daniela Bianca Gierock und Sandra Eckhardt-Köhler sowie dem emotionalen Orgelspiel von Maria Potaschnikova genossen die Zuhörer eine außergewöhnlich intensive und berührende Veranstaltung. Alle Werke hatten gemeinsam, dass sie im September, dem Monat der Marienfeste, der Gottesmutter Maria gewidmet sind. So auch das Projekt „Ave Maria – Meryem Ana“, in dem das Ensemble „Bridge of Sound“ Werke der deutsch-aserbaidschanischen Komponistin Khadija Zeynalova interpretierte, die Maria in den Schriften des Islam, des Christentums und des Judentums beleuchten.

Interessante Einblicke und Verknüpfungen für leider nur wenig Publikum, was, wie auch bei den weiteren Veranstaltungen, den Coronabedingungen in dem kleinen Innenraum der Kilianskirche geschuldet war.

Den musikalischen Abschluss von „Musik am Sommerabend“ präsentierten nunmehr Sängerinnen des ökumenischen Chores Schieder-Schwalenberg unter der Leitung von Guido Theis. Claudia Theis, Judyta Wochnik, beide Sopran, und Christina Brendel, Mezzosopran, gaben dem „Stabat mater“ von Franz Paul Lachner eine ganz besondere innige Prägung. Dieses Werk op. 168 aus dem Jahr 1870 ist eigentlich für Streicher und Orgel vorgesehen, wobei wegen der angestrebten dunklen Farbgebung die Violinen ausgespart bleiben. Stilistisch war Lachner von Ludwig van Beethoven und Louis Spohr, auch noch von Giacomo Meyerbeer, vor allem aber von Franz Schubert beeinflusst. In seiner harmonischen Expressivität orientiert sich diese zweite Komposition an der damals modernen Stilrichtung der Neudeutschen Schule um Liszt und Wagner, ohne im Vokalpart jedoch über einen mittleren Schwierigkeitsgrad hinauszugehen. Guido Theis sorgte für die sparsame Orgelunterstützung, und so entstand ein rundum harmonisches Klangbild von hoher Intensität.

Diesem musikalischen Abschluss der Konzertreihe folgt am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, mit einer Vesper der endgültige Schlusspunkt. So ist die Konzertreihe „Musik am Sommerabend“ eine vielseitige Veranstaltung, zu der sich ein Besuch lohnt, doch wäre die Verteilung der Konzerte eher auf vier Wochen als auf fünf Tage anzuregen.



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