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Bankerin vereitelt den Betrug

Angebliche Polizistin will 84-Jährige um 30 000 Euro prellen

LIPPE. Trotz aller Warnungen fallen immer wieder Menschen auf die fiesen Maschen von Schockanrufern herein. In Detmold verhinderte jetzt eine Bankmitarbeiterin in letzter Minute, dass eine 84-Jährige ihr Erspartes verlor.

veröffentlicht am 18.11.2021 um 13:00 Uhr
aktualisiert am 18.11.2021 um 14:50 Uhr

Juliane Lehmann

Autor

Reporterin (Pyrmonter Nachrichten) zur Autorenseite

In den vergangenen Tagen kam es wieder vermehrt zu betrügerischen Anrufen im Kreis Lippe. „In den meisten Fällen erkennen die Angerufenen schnell, dass sie zum Beispiel von falschen Polizeibeamten, angeblichen Verwandten oder Microsoft-Mitarbeitern zur Herausgabe von Geld oder Daten gedrängt werden sollen“, berichtete am Mittwoch Dr. Laura Merks aus der Pressestelle der Kreispolizei Lippe. „Sie legen richtigerweise auf.“ Anders war es am vergangenen Montag im Fall einer 84 Jahre alten Frau in Detmold. Sie wurde laut Merks von einer Anruferin so bedrängt, dass die Unbekannten fast Erfolg gehabt hätten. „Eine angebliche Polizeibeamtin behauptete am Telefon, die Detmolderin müsse eine Kaution für ihre Cousine bezahlen, die einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe“, schildert Merks die Masche. Um ihre Verwandte vor der Haft zu bewahren, fuhr die hilfsbereite 84-Jährige zu ihrer Bank und wollte 30 000 Euro abheben. Hier wurde eine aufmerksame Bankmitarbeiterin zum rettenden Engel. Sie schöpfte gleich Verdacht und verzögerte die Auszahlung, um die Polizei zu benachrichtigen, die umgehend zur Bank fuhr. Die Polizeibeamten nahmen gemeinsam mit der 84-Jährigen Kontakt zu deren Cousine auf. So konnten sie die Detmolderin schließlich davon überzeugen, dass sie einem Betrugsversuch aufgesessen war.

Auch wenn die Masche immer wieder variiert, so bleibt doch die Methodik der Betrüger dieselbe: „Häufig verängstigen sie ihre Opfer am Telefon so stark, dass diese kaum noch einen klaren Gedanken fassen können“, erklärt Merks. Und betont: „Wichtig ist, dass Sie Telefonate, in denen Geld von Ihnen gefordert wird, schnell beenden.“

Weiter rät die Kreispolizei: „Legen Sie umgehend auf, wenn Sie einen solchen Anruf erhalten. Die Polizei fragt Sie niemals nach Ihren Geld- und Wertsachen oder bittet Sie um deren Herausgabe.“

Und: Egal, ob vorgeblich jemand von der Polizei, der Staatsanwaltschaft, einem Gericht oder von der Bank oder Sparkasse anruft, gilt immer dasselbe Tabu: „Geben Sie am Telefon keine Auskunft zu finanziellen Verhältnissen und geben Sie keine persönlichen Daten preis!“

Wer nach einem solchen Anruf verunsichert ist oder sich Sorgen macht, sollte die betreffenden Familienangehörigen unter deren bekannten Telefonnummern zurückrufen.



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