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Islamkritikerin Necla Kelek ist in Bückeburg zur Schule gegangen – Jetzt war sie zu Gast bei Senioren-Union

Offene Türen eingerannt

Bückeburg. Man kann von den Thesen von Dr. Necla Kelek halten, was man will. Auf jeden Fall ist die unter anderem in Bückeburg aufgewachsene Forscherin und Buchautorin ein Musterbeispiel der Integration. Und, daran lässt sie in ihrem Vortrag vor der Senioren-Union keinen Zweifel, dabei hat ihre Zeit in der Residenzstadt einen wesentlichen Beitrag geleistet.

veröffentlicht am 18.10.2014 um 00:00 Uhr

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Autor:

von Jakob Gokl

Die promovierte Sozialwissenschaftlerin, Autorin islamkritischer Bücher beschreibt und Trägerin zahlreicher Auszeichnungen beschrieb, wie sie in Bückeburg die Streitkultur kennengelernt habe, die es in dieser Form in der Türkei nicht gebe. „Im Unterricht war das gelebte Demokratie“, betont sie und verweist auf die lebhaften Diskussionen im Klassenzimmer. Sogar in den Supermarkt sei man gegangen und habe sich mit der Frage beschäftigt, wo die Waren herkämen.

Weniger lebhaft war leider die Diskussion am Ende ihres Vortrages, den sie auf Einladung der Senioren-Union im Ratskeller hielt. Denn das Publikum, überwiegend aus den Reihen der Senioren-Union, hatte nichts an den durchaus provokanten Thesen von Kelek auszusetzen. Doch so hätte es nicht sein müssen, ärgerte sich Friedel Pörtner, der Vorsitzende der Senioren-Union, bei seiner Vorstellung von Kelek. Denn trotz Einladung an die Moscheenvereine sei leider niemand aus der türkisch-muslimischen Gemeinde anwesend.

So kam es zwar zu zahlreichen Wortmeldungen, aber kontrovers wurde die Veranstaltung nicht, obwohl sie alle Zutaten gehabt hätte. Necla Kelek bekräftige in ihrem Vortrag die Thesen, die sie auch in zahlreichen Büchern und Zeitungsartikeln vertritt. Die multikulturelle Gesellschaft sei gescheitert, in eine „Migrationsindustrie“ würden Hunderte Millionen Euro gepumpt und es entstehe eine Parallelgesellschaft „mit abgeschlossenen Kietzen, mit eigener Justiz, mit einer eigenen Schattenwirtschaft.“

In ihrem Vortrag legte sie den Finger auf zahlreiche Schwachstellen der Integrationspolitik, gestand aber auch selbst ein: „Ein Konzept, wie es funktionieren kann, habe ich auch nicht.“ Dennoch sei es wichtig, die Probleme anzusprechen.

Sie plädierte, sich mehr auf die Rolle der Frau zu konzentrieren, da diese die Familien zusammenhielten, für das Verhalten der Töchter zuständig seien. „Ohne Frauen geht es nicht“, meinte Kelek. Es wurde ihr auch in der anschließenden Diskussion beigepflichtet. Ein Lehrer des Gymnasiums Adolfinum sprach dabei auch die Probleme in der Kommunikation mit den oft hervorragenden Schülern mit türkischem Migrationshintergrund an.



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