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SZ/LZ-Serie „So bunt ist Schaumburg“: Einblicke in die koreanische Küche

Gerichte, die Glück bringen

Rinteln. „Bulgogi“ bedeutet „Feuerfleisch“ und bezeichnet ein Gericht, dass in Korea zu den besonders beliebten Festtagsessen gehört. Ja, es kann durchaus sehr feurig gewürzt sein, das Feuerfleisch – mit Ingwer, Knoblauch und Chillipaste. Der Name leitet sich aber ab von der Art, wie Bulgogi traditionellerweise gegessen wird: Das klein geschnittene und marinierte Fleisch vom Rind, Schwein oder Huhn grillt man nämlich über offenem Feuer, oft auf einem Holzkohlegrill, der direkt in die Tischplatte eingelassen ist. Zusammen mit mancherlei Zutaten rollt man das Fleisch in ein Salatblatt ein, und ab in den Mund damit.

veröffentlicht am 13.09.2014 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 18.01.2017 um 19:06 Uhr

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Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite

Sunny Kunze, die lange mit ihrer Frau Anna das Bistro „Cho’s“ in Rinteln führte, bevor beide den „Prinzenhof“ in Steinbergen übernahmen, sorgte mit ihrer koreanisch geprägten Speisekarte dafür, dass „Bulgogi“ hier kein ganz unbekanntes Gericht ist. Am Tisch gegrillt wurde das „Feuerfleisch“ im „Cho`s“ zwar nicht, aber wenn man in ihrer Familie beim Essen zusammensitzt, steht stets auch ein kleiner Grill parat. Dazu gibt es fast immer einen mit Sojasoße marinierten Gurkensalat, manchmal auch Bambus- und Sojasprossen, Kohlrabi, Spinatsalat oder gar eingelegte Sardellen, die man unbefangen zusammen mit dem Fleisch verzehrt. „Und Reis natürlich“, sagt Sunny Kunze. „Der ist für uns das, was für die deutsche Küche die Kartoffeln sind.“

Sunny Kunzes Mutter Myoung-Ae war Koreanerin, eine begeisterte Köchin, die ihren Kindern nur zu gerne Mahlzeiten aus ihrer Heimat vorsetzte. Die Rezepte dürften den meisten Deutschen wohl ziemlich exotisch vorkommen: in der Pfanne gegrillter, zuvor marinierter Schweinebauch etwa, Suppe aus Fisch, Meeresfrüchten und Gemüse, oder Eintöpfe, in denen fermentierter Chinakohl die Hauptrolle spielt. „Überhaupt der scharf mit Chili eingelegte Chinakohl, Kimchi, ohne den ist kaum eine Mahlzeit denkbar“, sagt Sunny Kunze. „Er hat ein bisschen Ähnlichkeit mit Sauerkraut, na ja, ein bisschen.“

Auch eine Art Sushi ist in Korea sehr beliebt. Kimbap, so heißt in Seetang eingerollter Reis, in dessen Mitte sich die unterschiedlichsten Überraschungen verbergen können, nicht nur Fisch, sondern auch Fleisch, Hackfleisch, eingelegter Rettich, Spinat oder in feine Streifen geschnittenes Omelette. „Kimbap ist ideal für ein Picknick“, sagt Sunny Kunze. „Lange Rollen, die man gut transportieren kann und von denen sich dann jeder etwas abschneidet.“ Was sie an der koreanischen Küche so praktisch findet: „Man kann das meiste in Ruhe vorbereiten. Es ist zwar immer viel Schnibbelei, aber dann setzt sich auch die Köchin mit an den Tisch und genießt das Essen.“

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  • Feurig mit Ingwer, Knoblauch und Chili gewürzt ist Bulgogi ein Nationalgericht Koreas. Wikimedia

Es ist schon zwölf Jahre her, dass Sunny Kunze, die in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, selbst mal wieder in Korea war, zu Besuch bei einer Tante, die ihr etwas besonders Gutes tun wollte und sie mit auf einen riesengroßen Fischmarkt nahm. „Ich ahnte schon, dass die Sache aber wohl nicht so gut ausgehen würde“, erzählt sie. „Die meisten Koreaner lieben Fisch, ich aber, ich so überhaupt nicht.“

Die Tante suchte sehr sorgfältig unter der frisch gefangenen Ware aus und ließ die Fische dann in ein nahegelegenes Restaurant bringen, wo er spannend gewürzt aber roh zubereitet wurde. „Ich hatte solchen Hunger und ich wollte ja auch meine Tante nicht kränken – aber da bekam ich keinen Bissen herunter.“

Ansonsten aber ist sie offen für alles, was die koreanische Küche zu bieten hat. „Wenn ich schon ein Lieblingsgericht herauspicken soll, dann nehme ich die Reiskuchen-Suppe. Die schmeckt nicht nur toll, sie bringt außerdem auch noch Glück!“



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