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Zum Bundesligastart ein Blick in die Fußballgeschichte

Wer das oberste Stockwerk des „Rote Schule“ genannten Backsteingebäudes mitten in Springe erklommen hat, der taucht ein in die Vergangenheit des beliebtesten Sports der Deutschen. Seit zehn Jahren hat der Verein „Deutsches Fußballmuseum und Sportsammlung Saloga“ fein säuberlich alles rund um den deutschen Fußball zusammengetragen. Pünktlich zum Bundesliga-Start 2017/2018 werfen wir einen Blick auf die besten Stücke der Sammlung.

veröffentlicht am 18.08.2017 um 07:30 Uhr

Dirk Schröder präsentiert Trikots im Fußballmuseum Springe. Foto: eaw
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Ernst August Wolf Reporter
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In sieben Themenräumen bietet sich dem Besucher ein einzigartiger Einblick in die Fußballgeschichte. „Vereinmuseen und Sammlungen gibt es viele, ein in die Breite arbeitendes Museum aber nicht“, so Dieter Gabriel, der stellvertretende Vereinsvorsitzende.


  • Die Mütze:Die Polizeimütze in der blitzblanken Vitrine ist etwas angestaubt. „Die Unterschrift auf der Mütze ist vom ehemaligen Nationaltorhüter Sepp Maier“, erklärt Dieter Gabriel den schwer zu entziffernden Schriftzug. Der Sepp hielt sich anlässlich eines Länderspiels 1991 im Trainingslager in Barsinghausen auf, fuhr nach Hannover – und parkte falsch. „Wenn Sie mir ein Autogramm auf die Mütze geben, vergesse ich das mit dem Knöllchen“, so der Polizist Manfred Berning. Ein längst verjährter Fall von Promi-Bonus.
  • Die Mini-Tribüne:Vor dem großen Flachbildschirm und unter einem riesigen aufblasbaren Plastikball sind elf Schalensitze zu einer kleinen Tribüne aufgereiht. „Die standen einst im alten Niedersachsenstadion und dienen unseren Besuchern heute als Sitzgelegenheit“, erklärt Gabriel. Mit der richtigen Geräuschkulisse von Bad stellt sich sofort das echte Stadiongefühl ein.
  • Die Handschuhe:„Das ist ein sehr trauriges Kapitel“, so der Vereinsvorsitzende es Fußballmuseums, der Barsinghäuser Studienrat Dirk Schröder. „Teresa, die Witwe von Robert Enke hat uns die Handschuhe, die er in seinem letzten Spiel getragen hat, überlassen. Darauf sind wir besonders stolz und halten sie in Ehren.“ Mit einem Foto des 96- und Nationaltorwarts, haben Enkes schwarze Handschuhe in einer der zahlreichen Vitrinen einen Ehrenplatz gefunden.
  • Die Karikatur:Dicke Nasen und aufgeblasene Wangen sind das Markenzeichen des überregional bekannten Springer Karikaturisten Sebastian Krüger. „Wer eignet sich besser als Rudi Völler, um auf diese Weise porträtiert zu werden“, so Schröder. Und so hat Krügers Bildnis des ehemaligen deutschen Nationalcoachs ebenfalls Eingang ins Museum gefunden.
  • Der Ball ist rund:Keine Frage, dass an Bällen im Deutschen Fußballmuseum kein Mangel herrscht. In allen Variationen ist das runde Leder anzutreffen. „Der Ball ist rund“, sagt eine Fußballweisheit. Neben braunen Lederbällen, rot-weißen Winterbällen sind die handsignierten Bälle dabei von besonderem Wert. Wie etwa der Originalball der WM 1982 in Spanien mit den Unterschriften von Stars wie Förster, Hrubesch oder Manni Kaltz.
  • Ladylike:„Die sehen doch toll aus, oder?“ fragt Dieter Gabriel und deutet auf ein Foto mit Spielerinnen der Deutschen Frauen-Fußball Nationalmannschaft bei einem Empfang in kleinen Schwarzen. In der Tat haben die Damen Model-Qualitäten. Dem Frauenfußball ist im Museum ein eigener kleiner Raum gewidmet, der von einer Schaufensterpuppe mit dem gelben Trikot von Schiedsrichtern Bibiana Steinhaus dominiert wird. Die Polizistin aus Hannover pfeift künftig auch Bundesliga. „Wir haben gute Kontakte zu ihr“, so Gabriel mit spürbarem Stolz. „Wie sie reagiert hat, als Ribéry ihr den Schürsenken gelöst hat, sehr souverän.“
  • Der Schlachtplan:„Mauerbildung bei gegnerischem Freistoß in Strafraumnähe“. So heißt die Originalaufzeichnung, die der polnische Nationaltrainer Pawel Janas dem Museum vermacht hat. Gabriel erklärt: „Das enttäuschende Abschneiden in der Vorrunde war der Anlass für den polnischen Fußballverband Janas kurz nach der WM 2006 zu entlassen und den Niederländer Leo Beenhakker als ersten Ausländer zum Trainer der polnischen Nationalmannschaft zu berufen.“ In dieser Hinsicht hat Janas Schlachtplan leider nichts genutzt.
  • Die von drüben:„Nein, ein Sparwasser-Trikot haben wir nicht“, so Dirk Schröder. Stattdessen kann das Deutsche Fußballmuseum mit einem Originaltrikot der DDR-Auswahl von „Dixie“ Dörner aufwarten. „Hat überwiegend als Libero gespielt. Neun Tore in der DDR-Nationalmannschaft, war 89 bis 90 Trainer der Olympiaauswahl. Zuletzt hat er bei Werder, Zwickau und Leipzig gespielt. Und Trainer in Ägypten war er auch.
  • Das Schuhwerk:„Der ist von Fritz Walter, original“, sagt Dieter Gabriel. Ganz oben in der Schuh-Vitrine liegen einige Fußballschuhe mit großen Metallstollen, manche mit den sichtlichen Gebrauchsspuren zahlloser Zweikämpfe. Weiter unten dann die ersten Ganzsohlenschuhe, darunter farbiges Hightech-Schuhwerk. „Herausragend sind die Holzstollen-Schuhe und die Fritz-Walther-Schuhe,“ erklärt Gabriel. Ein ehemaliger Präsident von Kickes Offenbach habe dem Museum die Schuhe des Ehrenspielführers der Deutschen Nationalmannschaft angeboten. „Da haben wir ebenso zugegriffen wie bei denen von Kevin Keegan, dem englischen Nationalspieler, der uns seine Schuhe von seinem letzten Spiel für den HSV überlassen hat.“

Kontakt: Deutsches Fußball-Museum Springe / Sportsammlung Saloga e.V., Hinter der Burg 1, 31832 Springe. Geöffnet freitags von 15 bis 18 Uhr oder nach Voranmeldung.

Internet:www.fussballmuseum-springe.de

2 Bilder
Robert Enkes Handschuhe. Foto: eaw


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