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Wer sind die Figuren des „Medicus“ abseits der Bühne?

In Theaterstücken und Musicals sollte man stets klar und deutlich sehen, wen – oder was – die Schauspieler auf der Bühne verkörpern. Ob Bettler oder König, Gelehrter oder Scherzkeks, alles scheint möglich zu sein. Doch wer sind die Schauspieler abseits der Bühnen und Kostüme? Wir stellen die Hauptdarsteller des Musicals „Der Medicus“ vor.

veröffentlicht am 09.08.2018 um 13:00 Uhr

Friederich Rau als Rob Cole. 2016 spielt er bereits die Hauptrolle der „Schatzinsel“ in Hameln. Foto: Spotlight Musicals

Autor:

Lea Drewnitzky
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Der Verkauf der Karten für den „Medicus“ in Hameln läuft: Für die Premiere und die ersten Vorstellungen sind nur noch einzelne Tickets verfügbar. Insgesamt wurden bereits 8500 von 20 500 Tickets verkauft. Dieses Ergebnis sei „sehr zufriedenstellend“, so Anastasia Patsiarizis von der Hameln Marketing und Tourismus GmbH. Sie selbst sei zwar kein ausgesprochener Fan des Genres „Musical“, doch die Produktionen von Spotlight Musicals würden sie immer wieder aufs Neue überzeugen. Auch die Erstfassung des „Medicus“ in Fulda hat sie gesehen: „Es nimmt einen gleich von Anfang an mit.“ Damit unterscheide sich dieses Musical von anderen, wo die Spannung erst mit der Zeit komme. Zudem habe der „Medicus“ großartige Bühnenelemente.

Wen wundert‘s, aber auch für die Produzenten von Spotlight Musicals hat der „Medicus“ „alles, was ein gutes Musical braucht“. Dazu gehöre vor allem ein bis heute aktuelles Thema: die Koexistenz der Kulturen. Dass dieses Konzept funktioniere, so jubeln die Veranstalter, zeige die Statistik aus Fulda: Seit der Premiere 2016 waren nahezu alle 200 Shows ausverkauft. Nun kommt „Der Medicus – das Musical“ vom 14. Dezember 2018 bis zum 3. Januar 2019 nach Hameln. Das Musical erzählt die Geschichte von Rob Cole, der sich auf einer Reise nach Persien, wo er studieren will, als Jude tarnen muss. In den Hauptrollen zu sehen sind drei Darsteller, die jeweils auf eine Karriere im Musicalbusiness zurückblicken können.

Friedrich Rau, der den Rob Cole spielt, war bereits mit 19 Jahren während seines Studiums mit dem Stück „Buddy – die Buddy Holly Story“ auf Tour. Auch im Fernsehen hatte er 2008 sein Debüt, und zwar in der Sat.1-Show „Ich Tarzan, du Jane“. Dort belegte er den dritten Platz. Anschließend folgten zahlreiche Rollen in Musicals wie „Ali Baba und die vierzig Räuber“, „Woodstock – Beautiful People“ und „Schneewittchen“. Ab 2010 war er als Sänger und Arrangeur der A-Capella-Band „Voxid“ auf Tour. 2013 folgte die Komposition des Musicals „Schneeweißchen und Rosenrot“ für die Brüder-GrimmFestspiele Hanau. Seit 2016 ist er fester Bestandteil des Musicals „Der Medicus“ in Fulda. Die Rolle als Rob ist Rau laut eigener Aussage „wie auf den Leib geschrieben“. „Rob Cole möchte Menschen heilen, egal welcher Religion sie angehören. Er lässt sich nicht abbringen von seinem Weg, nicht einmal durch Liebe, oder doch? Das jeden Tag nachzuempfinden und auf die Bühne zu bringen, ist eine große Freude für mich“, sagt er zu seiner Rolle.

Reinhard Brussmann als Ibn Sina. Foto: Spotlight Musicals
  • Reinhard Brussmann als Ibn Sina. Foto: Spotlight Musicals
Johanna Zett spielt Mary. Foto: Spotlight Musicals
  • Johanna Zett spielt Mary. Foto: Spotlight Musicals
Die Schatzinsel: Das Musical kam vom 7. bis zum 23. Oktober 2016 für 17 Aufführungen nach Hameln. 9200 Besucher schauten sich das Musical an. 2017 gab es, durch Umbauarbeiten im Theater bedingt, eine Musicalpause.
  • Die Schatzinsel: Das Musical kam vom 7. bis zum 23. Oktober 2016 für 17 Aufführungen nach Hameln. 9200 Besucher schauten sich das Musical an. 2017 gab es, durch Umbauarbeiten im Theater bedingt, eine Musicalpause.
Die Päpstin: Seit der Eröffnung im Jahr 1953, damals noch als Weserbergland-Festhalle bekannt, wurde im „Theater Hameln“ eine bunte Mischung verschiedenster Kunstformen aufgeführt: Von Opern über klassische Theaterstücke und Konzerte bis hin zu Tanza
  • Die Päpstin: Seit der Eröffnung im Jahr 1953, damals noch als Weserbergland-Festhalle bekannt, wurde im „Theater Hameln“ eine bunte Mischung verschiedenster Kunstformen aufgeführt: Von Opern über klassische Theaterstücke und Konzerte bis hin zu Tanzaufführungen war stets alles dabei. Das erste Musical, das in Hameln auf der Bühne stand, war „Die Päpstin“. Es lief vom 18. August bis zum 16. September 2012 und hatte rund 22 000 Besucher.
Friedrich: Auf „die Päpstin“ folgte 2014 „Friedrich – Mythos und Tragödie“. Dieses Musical hatte in nur sechs Aufführungen im Zeitraum vom 21. bis zum 24. August 3600 Zuschauer.
  • Friedrich: Auf „die Päpstin“ folgte 2014 „Friedrich – Mythos und Tragödie“. Dieses Musical hatte in nur sechs Aufführungen im Zeitraum vom 21. bis zum 24. August 3600 Zuschauer.
Der Medicus: Mit dem „Medicus“ steht dieses Jahr endlich wieder eine Produktion von Spotlight Musicals auf Hamelns Theaterbühne. In Fulda waren für den „Medicus“ 2017 knapp 61 000 Zuschauer.
  • Der Medicus: Mit dem „Medicus“ steht dieses Jahr endlich wieder eine Produktion von Spotlight Musicals auf Hamelns Theaterbühne. In Fulda waren für den „Medicus“ 2017 knapp 61 000 Zuschauer.
Reinhard Brussmann als Ibn Sina. Foto: Spotlight Musicals
Johanna Zett spielt Mary. Foto: Spotlight Musicals
Die Schatzinsel: Das Musical kam vom 7. bis zum 23. Oktober 2016 für 17 Aufführungen nach Hameln. 9200 Besucher schauten sich das Musical an. 2017 gab es, durch Umbauarbeiten im Theater bedingt, eine Musicalpause.
Die Päpstin: Seit der Eröffnung im Jahr 1953, damals noch als Weserbergland-Festhalle bekannt, wurde im „Theater Hameln“ eine bunte Mischung verschiedenster Kunstformen aufgeführt: Von Opern über klassische Theaterstücke und Konzerte bis hin zu Tanza
Friedrich: Auf „die Päpstin“ folgte 2014 „Friedrich – Mythos und Tragödie“. Dieses Musical hatte in nur sechs Aufführungen im Zeitraum vom 21. bis zum 24. August 3600 Zuschauer.
Der Medicus: Mit dem „Medicus“ steht dieses Jahr endlich wieder eine Produktion von Spotlight Musicals auf Hamelns Theaterbühne. In Fulda waren für den „Medicus“ 2017 knapp 61 000 Zuschauer.

Die Diplom-Musicaldarstellerin und Gesangspädagogin Johanna Zett, die die Mary darstellt, wird von den Produzenten „vor allem für ihre eindrucksvolle Klangstimme und ihre Stimmlage“ gelobt. Dem stimmt auch Patsiarizis zu: Besonders die Duette von Rob Cole und Mary haben sie mitgerissen. Die musikalische Ausbildung von Zett beinhaltete neben Gesang auch Klavierunterricht und Stepptanz. Während des Studiums spielte sie die Rheintochter in „Wagners Ring mit dem Ding“, bevor sie mit der TUI auf Kreuzfahrt-Tour ging. Ab 2015 war sie Teil der Uraufführung von „Gefährliche Liebschaften“ und wirkte 2016 bei „Tarzan“, dem Disney-Musical, mit. Seit 2016 ist sie Teil des Musicals „Der Medicus“ in Fulda. Johanna Zett beschreibt ihre Rollenfigur Mary so: „Sie ist direkt, etwas frech, geradeaus aber absolut klar. Sie durchschaut so vieles. Und doch kann sie so emotional, empathisch und stark sein, wie sie später zeigt“. Johanna Zett kehrt nach ihrer Babypause für „Der Medicus“ im Dezember erstmals auf die Bühne zurück.

Reinhard Brussmann, der den Medicus Ibn Sina verkörpert, ist in vielerlei Bereichen tätig: Bis 1995 ist er als Opernsänger um die Welt gereist, arbeitet mittlerweile als Künstlerischer Leiter verschiedener Musicals und wirkt an mehreren Konzerten und Produktionen mit. 1988 wurde er für seine Rolle in „Les Miserables“ mit dem österreichischen Theaterpreis als Bester Darsteller ausgezeichnet. In diesem spielt er bis heute die Hauptrolle, zusätzlich zu diversen anderen Rollen in Musicals wie „Cats“, „Phantom der Oper“ und „Der Graf von Monte Christo“. Seit 2016 ist er Teil des Musicals „Der Medicus“ in Fulda. Anfangs wusste Bussmann nicht einmal, dass die Figur Ibn Sina eine reale Person war. Dieser war im frühen 11. Jahrhundert ein berühmter Arzt, Mathematiker und Psychologe. Sina verfasste unter anderem den berühmten „Kanon der Medizin“. „Das kann man sich doch kaum vorstellen, oder? Dieser Mann war eine unglaublich interessante Persönlichkeit, vor allem, wenn man auch seinen familiären Hintergrund betrachtet. Sein Vater war ein Steuereintreiber, der so klug war, seinen Sohn zu einem Kaufmann in die Lehre zu geben. Dort hat er Sprachen gelernt und sein generelles Interesse am Lernen entwickelt. Das hat er sich bis zuletzt bewahrt“, sagt Reinhard Russmann zu seiner Rolle.

Ibn Sina ist auch der Grund, wieso das Musical eine so prominente Schirmherrschaft hat. Er war Idol für den renommierten Neurochirurgen Prof. Dr. Madjid Samii aus Hannover. Der Iraner sagte sofort zu, spiele doch das Musical in seiner früheren Heimat.

Tickets für das Musical „Der Medicus“ sind bei der Dewezet erhältlich und kosten je nach Rang und Wochentag zwischen 17,90 und 64,90 Euro – Hotline 05151/200-888.



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