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Hamelner Christian Priesmeier ist direkter Nachfahre in der 14. Generation

Wenn Martin Luther zur Familie gehört

Mit Martin Luther habe seine Großmutter väterlicherseits nichts zu tun, aber sie sei immer mächtig stolz darauf gewesen, dass ihr Sohn eine Frau geheiratet habe, die von dem theologischen Urheber der Reformation abstammt. „Ich selbst komme ja aus der mütterlichen Linie, das heißt, meine Mutter ist eine direkte Nachfahrin von Martin Luther.“

veröffentlicht am 02.01.2017 um 18:39 Uhr

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Christian Priesmeier hat gerade erst angefangen, das weitverzweigte Geflecht seiner Ahnen zu erklären, da ahnt man schon, dass es kompliziert wird. Er schmunzelt und meint, dass es einem Außenstehenden leichter falle, die Beziehungen zu verstehen, wenn man sie visualisiere. Priesmeier dreht sich um zu seinem Schreibtisch unter der Dachschräge. Hier, in der dritten Etage seines Hauses in Afferde, hat der Betriebswirt ein Arbeitszimmer eingerichtet, in dem er Projekte im Soft- und Hardwarebereich erarbeitet. Jetzt aber tippt Priesmeier auf der Tastatur, um den online gespeicherten Stammbaum aufzurufen.

Während sich die Seiten auf dem Display aufbauen, holt er aus der Büchervitrine die 500 Seiten starke Ausgabe des Ahnenbuches „Die Nachkommen des Reformators Martin Luther“ und seiner Seitenverwandten. Legt das Werk auf den Schreibtisch und schlägt die ihn betreffenden Seiten 231 und 457 auf. Die „Wer-stammt-von-wem-und-wer-stammt-direkt von Luther-ab-Liste“ reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück … Doch Christian Priesmeier hat keine Mühe, sich zurechtzufinden. „Hier, Katarina von Bora und Martin Luther. Da, Paul Luther, das ist der Sohn der beiden. Er wiederum hatte auch einen Sohn, Johann Ernst Luther, und dieser eine Tochter, nämlich Elisabeth Dorothea Luther.“ Und so weiter und so weiter …

Mit dem Zeigefinger verfolgt Christian Priesmeier die vielen Linien. Eine führt schließlich zu seinem eigenen Namen – und zu dem Tatbestand, dass er direkter Nachfahre von Martin Luther in der 14. Generation ist und von dessen Sohn Paul Luther abstammt. „Für uns Kinder war die Sache mit Luther manchmal einfach nur nervig“, erinnert sich der 50-Jährige und lächelt. Überhaupt, während er erzählt, legt sich immer wieder ein heiterer Ausdruck über das Gesicht. Zum ersten Mal bewusst geworden sei ihm der illustre Verwandte, als er etwa zehn Jahre alt war. „Die meisten, denen ich das erzählt habe, Mitschüler und so, die reagierten alle mit dem Kommentar „Das kann nicht sein!“

Der Auszug aus dem Ahnenbuch zeigt die Abstammung. Foto: amg