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Daran müssen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer halten

Wann gibt es Hitzefrei auf Arbeit?

Die Temperaturen steigen, der Schweiß rinnt. Der Sommer ist zurück im Weserbergland. Wer sich für einen späten Sommerurlaub entschieden hat, darf sich freuen. Wer arbeitet, eher nicht. Aber ist es irgendwann zu heiß für die Arbeit?

veröffentlicht am 28.08.2019 um 13:26 Uhr
aktualisiert am 28.08.2019 um 17:07 Uhr

Hitze ist gefährlich. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts sterben in Deutschland während Hitzewellen im Sommer mehrere tausend Menschen1. Vor allem ältere Personen sind gefährdet. Gleichwohl belasten hohe Temperaturen ebenso Jüngere, da sie sich auf das Herz-Kreislaufsystem auswirken. Sind sie deswegen ein Grund für Hitzefrei?

Wann gibt es Hitzefrei für Arbeitnehmer?

Kein Arbeitgeber ist verpflichtet, ab einer gewissen Temperatur Hitzefrei zu geben. Das heißt selbst an sehr heißen Tagen hat kein Arbeitnehmer einen Anspruch auf Hitzefrei.

Wer eigenmächtig nach Hause geht, riskiert eine Abmahnung oder sogar die Kündigung.

Anders sieht es zum Beispiel für gesundheitlich vorbelastete, schwangere oder stillende Mitarbeiter aus. Sie haben die Möglichkeit, ab einer gewissen Lufttemperatur Hitzefrei zu bekommen. Die Mitarbeiter müssen dafür allerdings ein ärztliches Attest vorlegen, welches belegt, dass ihre Gesundheit ab einer bestimmten Temperatur gefährdet ist. Hitzefrei gibt es demnach nur mit einem ärztlichen Attest.

Der Arbeitgeber muss aber “dafür zu sorgen, dass Arbeitsstätten so eingerichtet und betrieben werden, dass Gefährdungen für die Sicherheit und die Gesundheit der Beschäftigten möglichst vermieden und verbleibende Gefährdungen möglichst gering gehalten werden.” So steht es in der Arbeitsstättenverordnung.

Maßnahmen gegen Hitze am Arbeitsplatz

Erreicht die Lufttemperatur im Sommer in einem Arbeitsraum 26 Grad, sollten Arbeitgeber erste Vorkehrungen treffen, um Gesundheitsbeeinträchtigungen ihrer Arbeitnehmer durch Hitze zu vermeiden - spätestens jedoch ab 30 Grad. Der Arbeitgeber kann dabei technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen ergreifen, wobei die erstgenannten zu bevorzugen sind.

Folgendes könnte zum Beispiel umgesetzt werden:

  • Technische Maßnahmen: (Außen-)Jalousien, Klimaanlagen, Luftduschen, Sonnenschutzvorrichtungen, Klimageräte, Ventilatoren
  • Organisatorische Maßnahmen: Lüftungsphasen in kühleren Morgenstunden oder über Nacht, Reduzierung der Arbeitsbelastung, Hitzepausen, Verlegung der Arbeitszeit in die frühen Morgenstunden, Bereitstellen von geeigneten Getränken
  • Personenbezogene Maßnahmen: geeignetere Kleidung oder Hitzeschutzkleidung, Änderung der Trinkgewohnheiten (genug und rechtzeitig trinken), Anzeichen von gesundheitlichen Beeinträchtigungen genauer beobachten (auch bei Kollegen)

Ohne entsprechende Maßnahmen ist ein Raum ab 35 Grad Lufttemperatur nicht mehr als Arbeitsraum geeignet.

Bei der Arbeit im Freien sollten Arbeitgeber ab einer Temperatur von 25 Grad im Schatten ihre Arbeitnehmer über mögliche Gesundheitsrisiken informieren sowie Kopfbedeckungen, Sonnenbrillen und Sonnencreme zur Verfügung stellen.



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