weather-image
19°
×

Dewezet-Reporter Michael Zimmermann berichtet live aus Stockholm von Eurovision Song Contest

Unser Mann beim ESC

WESERBERGLAND/STOCKHOLM. Wenn am 14. Mai Jamie-Lee Kriewitz „Ghost“ für Deutschland singt, dann ist er hautnah dabei. Reporter und Musikexperte Michael Zimmermann berichtet für die Dewezet live aus Stockholm vom 61. Eurovision Song Contest (ESC).

veröffentlicht am 06.05.2016 um 15:06 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:50 Uhr

Tomas Krause

Autor

Projektleiter digitale Transformation / Schwerpunkt Redaktion zur Autorenseite

Dort wird er hoffentlich Stars und Sternchen treffen, Proben und Finals begleiten und von den vielen Seiten des Mega-Events berichten, das nicht nur die schwedische Hauptstadt erfasst hat, sondern ganz Europa vor dem Fernseher vereint.

Aufgeregt: Ja. Schon das Kofferpacken wird zur logistischen Herausforderung. Die technische Ausrüstung muss mit, das feine Sakko und allerlei Kram, den man für sieben Tage zwischen Botschaftsempfang und israelischer Party braucht. Heute, in aller Herrgottsfrühe, geht es mit dem Flieger von Hamburg nach Stockholm. Ankommen. Akkreditieren. Sich mitreißen lassen. Der ESC ist für Michael keine neue Sache, aber dieses Mal wird er ihn aus einer anderen Perspektive kennenlernen – eine, die er uns zeigen will, die er selbst entdecken wird, eine Seite, die der Zuschauer für gewöhnlich nicht zu sehen bekommt.

Bisher war der 33-Jährige nur als Zuschauer dabei – in Oslo, Düsseldorf, Malmö, Kopenhagen und Wien. Dieses Mal wird er als Reporter vor Ort sein und live im Internet berichten. Im Blog auf dewezet.de, Facebook und Twitter und natürlich in der Zeitung. Weil dieser ESC aus lokaler Sicht ein besonderer ist. Jamie-Lee Kriewitz wird in der Globen Arena für Deutschland singen. Ein Mädchen aus der Region, aus Bennigsen, die in Hameln zur Schule geht.

Für den Dewezet-Volontär ist Stockholm ein bisschen wie nach Hause kommen. Michael hat mehrere Wochen in Stockholm gelebt, spricht Schwedisch und kennt die Hotspots der Stadt. Was ihn am ESC fasziniert, lässt sich nur schlecht in wenige Sätze packen. Es sind die unterschiedlichsten Musikstile aus völlig anderen Kulturen, Sprachen, die man sonst nie hört, unerwartete Begegnungen und natürlich der Wettbewerbsgedanke an sich, mit Zahlenspielereien im Voraus, Jubel und Enttäuschung bei der Verkündung der Ergebnisse und Verschwörungstheorien – und das alles friedlich. Die Leidenschaft für den Gesang-Wettbewerb hat ihn früh gepackt. Wie eigentlich fast jeder saß er als Kind vor dem Fernseher und durfte länger aufbleiben, wenn der ESC lief. „Ich habe an die Songs keine Erinnerungen mehr, aber irgendwann Mitte der 90er, der Jugoslawienkrieg war gerade ausgebrochen, weiß ich noch ganz genau, wie über eine knacksende Leitung Punkte aus Sarajevo übermittelt wurden. Seitdem fand ich diese Veranstaltung mal mehr, mal weniger spannend.“

Zu einem ESC-Experten hat er sich dennoch entwickelt – auch, wenn er das nie von sich behaupten würde und keinen Vergleich mit erfahrenen Kollegen zulässt – wir wissen es besser.

Welche Chancen hat Jamie-Lee beim ESC?

Was das Weserbergland und ganz Deutschland interessiert ist natürlich die Frage nach den Chancen von Jamie-Lee. Wird sich das Null-Punkte-Debakel aus dem Vorjahr wiederholen oder schafft sie es an die Spitze? Michael hat seine Favoriten bereits identifiziert. „Es gibt Jahre, da weiß man schon Monate im Voraus, wer gewinnt. In diesem Jahr ist es mal wieder anders. Hoch gehandelt werden Frankreich, Russland, Schweden und Australien. Von der russischen Show habe ich schon Ausschnitte bei Youtube gesehen, das wird ziemlich spektakulär.“

Und was ist nun mit Jamie-Lee? „Die braucht ein wenig Glück. Wenn sie einen guten Startplatz bekommt und ihren Charme spielen lässt, ist Platz 10-15 drin. In diesem Jahr sind viele Frauen mit Mid-Tempo-Songs dabei, da kann sie sich ein wenig von absetzen mit ihrem „Ghost“.

Als große Unbekannte wertet Michael das neue Wertungssystem. „Jurys und Publikum werden dieses Jahr nicht zusammengezählt, sondern einzeln gewertet. Vielleicht bringt das alle Erwartungen noch einmal durcheinander.“

Stockholm ist nach 1975 und 2000 zum dritten Mal Gastgeber, nachdem im vergangenen Jahr Mans Zelmerlöw mit dem Lied „Heroes“ gewonnen hatte. Mit 42 Teilnehmer-Ländern (Rumänien ist kurzfristig ausgeschlossen worden, da das Land seine Schulden bei der EBU nicht bezahlt hat) ist der diesjährige ESC einer der größten Eurovision Song Contests aller Zeiten. Ausgetragen wird er in der Ericsson Globe Arena, die von den Stockholmern kurz „Globen“ genannt wird. Ein riesiger Golfball mitten in der Stadt, in den rund 16 000 Menschen passen.

Das Motto gibt sich ebenfalls ganz europäisch: „Come together.“ Und tatsächlich gibt es mehrere Nationen, die zum Wettbewerb zurückgekehrt sind: die Ukraine, Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Bulgarien.

Das erste Halbfinale wird am 10. Mai stattfinden, das zweite am 12. Mai. Dabei ist Deutschland stimmberechtigt. Sowohl im ersten als auch im zweiten Halbfinale treten 18 Teilnehmer an. In jedem der Semifinale qualifizieren sich jeweils zehn Länder für das Finale. Insgesamt stehen dann 26 Länder im Finale, neben den gesetzten „Big Five“ (Deutschland, Großbritannien, Italien, Frankreich und Spanien) muss sich auch das Gastgeberland nicht qualifizieren.

Das Finale wird von Petra Mede moderiert, die bereits vor drei Jahren den ESC in Malmö gestaltet hat. Ko-Moderator dieses Jahr ist der schwedische Vorjahressieger Mans Zelmerlöw.

Info: Der ESC im Netz

Michael Zimmermann berichtet ab Sonntag eine Woche lang live aus Stockholm vom ESC. Hier finden Sie seine Berichte: Im Blog auf www.dewezet.de. Auf Facebook und Twitter wird er Bilder, Videos und kurze Eindrücke schildern. Dort und per E-Mail (online@dewezet.de) kann man ihm auch Fragen zum ESC stellen. In einem Storify auf dewezet.de sammeln wir alle Nachrichten aus den sozialen Netzwerken. Einen täglichen ESC-Splitter finden Sie auf der Titelseite der Zeitung, Berichte im Innenteil. Am Finalabend (14. Mai) begleiten wir das Event mit einem Liveticker auf dewezet.de.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Anzeige
Anzeige