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Unbekannte Flugobjekte im Weserbergland

Unheimlich: Dieter Albrecht sichtet Ufos über Hameln

Seit Jahrzehnten werden sie gesichtet: in den USA, in Frankreich, Belgien und auch in Deutschland. Wer jedoch meint, dass Hameln ein weißer Fleck auf der Ufo-Landkarte ist, sieht sich eines Besseren belehrt. Seit Jahren beobachtet Dieter Albrecht merkwürdige Flugobjekte am heimischen Himmel.

veröffentlicht am 21.09.2018 um 16:30 Uhr
aktualisiert am 24.09.2018 um 12:00 Uhr

Auf der Suche nach unbekannten Flugobjekten: Dieter Albrecht späht mit dem Fernglas von seiner Terrasse in den Hamelner Abendhimmel. Foto: geö
Dr. Guido Erol Hesse-Öztanil

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Es ist eine jener lauen Sommernächte, wie man sie gern im heimischen Garten verbringt. So genießt auch Dieter Albrecht seinen Feierabend auf der von hohen Hecken umstandenen Terrasse seines Zweifamilienhauses in Afferde. Der Hobby-Astronom kennt den Sternenhimmel wie seine Westentasche. Doch was der 58-Jährige an diesem Sommerabend 2017 am Firmament zu sehen bekommt, ist für ihn kaum in das vertraute Erscheinungsbild einzuordnen. „Das war ein Hammer! Im Süden, dort, wo sich die Müllverbrennungsanlage befindet, schwebte ein grünes Licht in der Luft flach über dem Boden. Seine Flugbahn beschrieb ein ‚U‘ und dann entfernte es sich mit unfassbarer Geschwindigkeit.“ Diese seltsame Beobachtung ist kein Einzelfall. Seit Jahren sichtet der Hamelner mysteriöse Phänomene. Für Albrecht besteht kein Zweifel: Was ihm immer wieder vor die Kamera- oder Fernglaslinse gerät, sind unidentifizierbare Flugobjekte, kurz „Ufos“ genannt.

Natürlich weiß auch Albrecht um die Möglichkeit, eventuell einer Täuschung aufzusitzen. Das kalkuliert er ein, wenn er an seinem PC das aufgenommene Bildmaterial prüfend unter die Lupe nimmt, das Objekt extrem vergrößert und dessen Konturen nachschärft oder farblich hervorhebt. Auszuschließen ist dann nicht, dass die seltsame Himmelserscheinung – wie so häufig – irdischen Ursprungs ist. Als die Skylaternen vor einigen Jahren aufkamen, kam es zu einer wahren Flut von Ufo-Beobachtungen. Auch bizarr geformte Wolken können in der leichtgläubigen Fantasie des Betrachters schnell zu fliegenden Untertassen mutieren. Verglühender Weltraumschrott, vorbeiziehende Satelliten, blinkende Drohnen – am Himmel tummelt sich allerlei, das Anlass zur Spekulation gibt. Erst wenn alle rationalen Erklärungen für das Gesehene ausgeschöpft sind, steht für Albrecht fest: „Dieses Objekt kann nicht von der Erde sein!“ Das leitet der Ufo-Experte aus extrem ungewöhnlichen, rasend schnellen Flugbewegungen und Veränderungen der Form ab. Zylindrisch, scheibenartig, kugelförmig, transparent, einfarbig oder chamäleonartig die Farbe verändernd – die Bandbreite der auf Albrechts Aufnahmen zu sehenden Flugkörper unbekannten Ursprungs ist groß.

Die Bilder, festgehalten mit einer Sony Digitalkamera oder einem Camcorder, werden von Albrecht auf seiner Ufo-Homepage veröffentlicht, dort versehen mit dem Hinweis „100 Prozent Ufo“ oder eben auch mit der einschränkend-skeptischen Einschätzung „50 Prozent“.

Foto: Dieter Albrecht
  • Foto: Dieter Albrecht
Foto: Dieter Albrecht
  • Foto: Dieter Albrecht
Foto: Dieter Albrecht
  • Foto: Dieter Albrecht
Foto: Dieter Albrecht
  • Foto: Dieter Albrecht
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Foto: Dieter Albrecht
Foto: Dieter Albrecht
Foto: Dieter Albrecht
Foto: Dieter Albrecht
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Eine „hundertprozentige Ufo-Sichtung“ löste dagegen Albrechts Interesse an den extraterrestrischen Flugkörpern vor fast 15 Jahren aus. Im Sommer 2004 schoss der Hamelner eher ungewollt sein erstes Ufo-Foto auf einer Mountainbiketour im Süntel. Eigentlich wollte er einen Helikopter mit der Kamera ablichten. „Das Objekt zog eine Lichtspur mit intervallartigen Unterbrechungen nach sich und flog dabei eine Kurve, die am Ende nahezu senkrecht nach oben zeigte. Ich war ziemlich baff“, erinnert sich der Hamelner. „Seit diesem Tag ist das so genannte Skywatching zu meinem Hobby geworden.“

Doch vielleicht muss für das Ufo-Fieber, dem Albrecht verfallen ist, eine Kindheitserinnerung herangezogen werden. Damals wohnte er mit seinen Eltern in Wallensen. Eines Tages berichtete die Mutter dem 10-jährigen Jungen von einem merkwürdigen Objekt, das sie bei einem nächtlichen Spaziergang gesehen haben will. Von Thüste kommend sei eine rot-glühende Scheibe über Wallensen hinweg Richtung Ith geflogen. „Das Ding habe ein komisch summendes Geräusch von sich gegeben – es klang wie das Knistern unter einer Hochspannungsleitung. Diese Geschichte hat mich ungemein fasziniert. Ich habe sie mir immer wieder erzählen lassen.“

Der Hamelner ist der Ansicht: „Es tut sich mehr am Himmel, als die meisten Menschen glauben.“ Man muss eben nur die Geduld aufbringen, längere Zeit in die höhere Sphäre zu spähen. Dann, mit ein bisschen Glück, tauchen sie auf! Aber wer sind „sie“? Und warum scheuen sie die Begegnung mit uns? Zu einer unheimlichen Begegnung der dritten Art ist es – außer in Steven Spielbergs gleichnamigem Science-Fiction-Kultklassiker – bis heute nicht gekommen. Albrecht mutmaßt: „Diese Zivilisationen sind auf einem ganz anderen, weit höheren Entwicklungslevel. Die können von uns nichts lernen. Deshalb bleibt es bei der bloßen Beobachtung.“

Natürlich stellt sich auch die Frage: Was macht einen beschaulichen Ort wie Hameln für Ufos so interessant, dass sie sich immer wieder hier blicken lassen? Dabei verweist der Experte auf Hotspots, Bereiche, die bevorzugt angesteuert werden. „Das könnte für unsere Gegend das Atomkraftwerk Grohnde sein“, spekuliert Albrecht, kam es doch immer wieder bei solchen Anlagen verstärkt zu Ufo-Sichtungen. Dabei tippt der Hamelner auf einen vergilbten Zeitungsausschnitt aus der Dewezet vom Sommer 1990. Damals hatte ein Kaufmann aus Posteholz, der sich auf dem Heimweg befand, eine leuchtende Erscheinung über dem Atomkraftwerk gesehen. Im September 1993 kam es zu einem weiteren merkwürdigen Zwischenfall – dieses Mal in Harderode. Die Insassen eines Fahrschulwagens beobachteten bei einer Nachtfahrt einen unbekannten Flugkörper, „aus dessen Mittelteil gelbes pulsierendes Licht drang“. Während der Anwesenheit des Lichtphänomens fiel das Autoradio aus und die Fahrschülerin war nicht mehr in der Lage, den Wagen zu beschleunigen. Als das Objekt verschwand, liefen Fahrzeug und Radio wieder normal.

Wenn Albrecht, in seiner Kindheit begeisterter Leser der endlosen Heftserie über den Astronauten Perry Rhodan, immer wieder Sichtkontakt mit rätselhaften Flugobjekten hat, müsste es ihn dann nicht eigentlich zu jenem Ort ziehen, der seit Jahrzehnten als das Ufo-Mekka schlechthin gilt? Im Juli 1947 soll nahe Roswell in der Wüste von New Mexiko ein unbekanntes Raumschiff abgestürzt sein. Die US Air Force hatte zumindest diese Meldung zunächst abgesetzt, dann aber wieder dementiert. Bei den Trümmern soll es sich lediglich um einen neuartigen Wetterballon gehandelt haben, hieß es. Indes zehrt bis heute Roswell von dem galaktischen Mythos und ist Pilgerstätte für Ufo-Fans aus aller Welt.

Doch Albrecht winkt ab. „Für diesen Ufo-Tourismus bin ich nicht zu haben.“ Sein Interesse richtet sich eher auf das geheimnisumwitterte militärische Sperrgebiet Area 51 in Nevada. „Das würde ich mir gerne mal näher anschauen, weil dort immer wieder merkwürdige Objekte gesehen worden sind.“

Wer nun meint, dass der Ufo-Späher in Afferde ein weltfremder Fantast ist, jemand, der den Bezug zur Realität verloren hat, irrt. „Ich will mich nicht selber betrügen. Ich halte mich nur an das, was ich sehe“, betont Albrecht. „Jeder, der sich gründlich und unvoreingenommen mit dem Thema befasst, wird feststellen, dass es wirklich unbekannte Flugobjekte gibt. Über deren Herkunft kann man streiten, nur nicht mehr über deren Existenz.“ Während sich der Hamelner abends dem „Faszinosum des Unbekannten“ hingibt, dominiert tagsüber der nüchterne BHW-Büroalltag. „Schade nur, dass man ab und zu auch noch etwas schlafen muss. Wer weiß, was man so alles in den Nachtstunden zwischen 23 und 5 Uhr morgens verpasst“, bedauert Albrecht. Und greift wieder zum Fernglas...

Viele weitere Bilder gibt es auf der Internetseite von Dieter Albrecht.



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