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Überwiegend Rentner fallen perfiden Maschen zum Opfer / Gehäufte Betrugsfälle in Stadthagen

So ziehen Kriminelle Senioren ab

Stadthagen. Leichte Beute? Kriminelle haben es in jüngster Zeit wieder vermehrt auf Senioren abgesehen. So auch am Mittwoch in Stadthagen. Erst fällt eine Rentnerin in ihrer Wohnung auf Trickbetrüger herein, dann wird eine unachtsame 87-Jährige in der Fußgängerzone bestohlen. Doch warum werden besonders Rentner immer häufiger Opfer solcher Taten? Die Polizei hat dafür eine eindeutige Erklärung.

veröffentlicht am 07.02.2015 um 00:00 Uhr

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Es ist Mittwoch, 12.20 Uhr, an einer Wohnungstür in der Straße Am Sonnenbrink. Ein Mann, Mitte 20, klingelt an der Tür einer 88-Jährigen. Die Frau öffnet die Tür, der Besucher gibt sich als „Lukas Weber“ aus und sagt, er komme von den städtischen Wasserwerken. Die Bewohnerin habe Glück, sie bekommt Gebühren zurückgezahlt, etwas weniger als 30 Euro. Um den Betrag genau ausrechnen zu können, müsse der Mann ihre Wasseruhr ablesen. Außerdem solle die Rentnerin schon einmal Wechselgeld holen.

Vermeintlicher

Stadtwerke-Mitarbeiter will Zutritt zur Wohnung

Die Frau fällt darauf herein, gewährt dem vermeintlichen Stadtwerke-Mitarbeiter Eintritt. In diesem Moment allerdings kommt eine Angestellte eines Pflegedienstes hereingeschneit – zum Glück der Seniorin. Der Mann im Blaumann ergreift die Flucht. Der Stadthägerin wurde nichts gestohlen. Es ging noch einmal gut.

Anders erging es den beiden anderen Opfern von vermeintlichen Mitarbeitern der städtischen Wasserwerke in den vergangenen vier Wochen im Stadtgebiet: Am 16. Januar geht eine 87-Jährige an der Seilerstraße zwei Trickbetrügern auf den Leim. Ihr wird Schmuck aus der Wohnung gestohlen. Am 29. Januar wird eine 79-Jährige in ihrer Wohnung an der Wilhelm-Bartels-Straße von zwei Männern um Geld, alte Münzen und Schmuck gebracht.

Der aktuellste Fall an Kriminalität an Senioren ereignet sich ebenfalls Mittwoch, und zwar zwischen 14 und 14.30 Uhr auf dem Marktplatz. Eine 87-jährige Stadthägerin ist mit ihrem Rollator in der Stadt unterwegs. Während sie sich nach Polizeiangaben vor einem Schaufenster umschaut, nutzt ein bislang Unbekannter die Gunst der Stunde. Er durchwühlt den Jutebeutel, der im Rollatorkorb liegt, und stiehlt daraus insgesamt 50 Euro an losem Geld. Zu dem Täter liegt keine Beschreibung vor.

Täter sind in

vielen Fällen nicht allein unterwegs

Dafür aber für den Trickbetrüger von der Straße Am Sonnenbrink. Der Mann soll Mitte 20, dunkelhaarig und von gepflegter Erscheinung gewesen sein. Er habe akzentfreies Deutsch gesprochen. Die Polizei geht nach eigenen Angaben davon aus, dass es noch einen Komplizen gab. Dieser wurde von der 88-Jährigen allerdings nicht gesehen. Auffällig ist nach Angaben eines Behördensprechers, dass sowohl die Täterbeschreibungen bei den drei vergangenen Betrugsfällen als auch die Vorgehensweise, der sogenannte modus operandi, ähnlich sind. Ein Täterduo wird also nicht ausgeschlossen.

Die Polizei rät Rentnern in undurchsichtigen Fällen dazu, Fremden nie die Tür aufzumachen, wenn sie klingeln. Am Besten eigne sich ein Sperrbügel an der Tür, mit dem sich diese nur einen Spalt weit öffnen lässt. Außerdem sollte in jedem Fall der Auftraggeber angerufen werden und nach der Berechtigung der jeweiligen Außendienstmitarbeiter gefragt werden. Außerdem könne jederzeit die Polizei alarmiert werden.

Immer wieder werden Senioren Opfer von Kriminellen. Warum? „Diese Generation gilt als besonders gut erzogen – höflich, freundlich, hilfsbereit“, sagt Axel Bergmann, Sprecher der Polizei in Stadthagen. Da hätten besonders Betrüger leichtes Spiel – siehe die häufigen Fälle von erfolgreichen Enkel-Tricks und Geldwechsel-Tricks, um nur einige der Maschen zu nennen. Ältere Menschen könnten schlecht „nein“ sagen und seien sehr gutgläubig, weiß Bergmann. Hinzu käme noch die körperliche Eingeschränktheit: Die Sehkraft und die Reaktionsfähigkeit lassen im Alter nach. Aus diesem Grund bietet die Polizei in Stadthagen immer wieder Beratungen für Senioren an. Präventiv werden die Teilnehmer dabei auf nickelige Situationen vorbereitet und geschult, wie sie nicht zum Opfer werden.



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