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Vom Schneeflöckchen zum Schwergewicht

So schwer kann Schnee werden

Auch wenn die Schneeflocken locker und leicht rieseln, führt die Schneelast nicht selten zu umgeknickten Bäumen, Strommasten und eingestürzten Dächern. Das Gewicht einer Schneedecke variiert je nach Beschaffenheit und Alter.

veröffentlicht am 14.01.2019 um 12:16 Uhr
aktualisiert am 14.01.2019 um 13:09 Uhr

Altschnee kann Werte von 200 bis 500 Kilogramm pro Kubikmeter erreichen. Foto: Pixabay
Die Schneeflocke - Je nasser desto schwerer

„Zu Beginn seiner Reise wiegt ein einzelnes Schneekristall durchschnittlich vier Milligramm“, sagt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline. Aus vielen winzigen Kristallen, die sich in der Luft verbinden, entwickeln sich die nach unten schwebenden Schneeflocken. Die größten Exemplare entstehen, wenn die Kristalle zusätzlich durch Wasser aneinandergebunden werden. Die größte durch das Guinness-Buch der Rekorde dokumentierte Schneeflocke hatte einen Durchmesser von 38 Zentimetern.

Liegender Schnee wird schwerer

Sobald Schneeflocken auf Bäume, Dächer oder den Boden fallen und eine Schneedecke bilden, verändern sich diese. Eine pulvrige Schneedecke aus feinen sechsstrahligen Kristallen und Luft hat mit etwa 30 Kilogramm pro Kubikmeter die geringste Dichte. Wird diese Schneedecke durch Wind verfrachtet, brechen die feinen Verästelungen der einzelnen Kristalle. Die luftgefüllten Hohlräume in der Schneedecke werden kleiner und der Schnee kompakter. Er erreicht dann schon eine Dichte von etwa 50 Kilogramm pro Kubikmeter. Schmelzprozesse beschleunigen die Veränderung des Schnees. Durch mehrmaliges Frieren und Tauen nimmt die Dichte der Schneedecke immer weiter zu und erreicht bei Altschnee nach einigen Tagen Werte von 200 bis 500 Kilogramm pro Kubikmeter. Auf einem nur 100 Quadratmeter großen Dach lastet somit ein zusätzliches Gewicht von bis zu 50 Tonnen Schnee. 

Nasser Schnee und Regen erhöhen das Gewicht

Schnee fällt bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt als feuchter und schwerer Nassschnee vom Himmel. Die sich daraus bildende Schneedecke hat eine Dichte von etwa 200 Kilogramm pro Kubikmeter. Schneit es anhaltend und stark, so verändert sich die Dichte der Schneedecke unabhängig vom Wind. Allein durch den Druck des neu auflagernden Schnees werden die unteren Schichten der Schneedecke stark zusammengepresst.

Höchstes Risiko bei Regenwetter

Brisant wird es, wenn Tauwetter mit Regen droht. Hohlräume der Schneedecke füllen sich dann mit Regenwasser. Die Schneedecke saugt sich voll wie ein Schwamm und wird immer schwerer. „Da ein Liter Wasser ein Kilogramm wiegt, erhöht sich das Gewicht der Schneedecke zum Beispiel auf einem Dach bei einer Regenmenge von 15 Litern um 15 Kilogramm pro Quadratmeter.“, warnt Meteorologe Matthias Habel. Erst wenn die Schneedecke komplett mit Wasser gesättigt ist, fließt weiter fallender Regen ab. „Wenn Dächer durch sehr hohe Schneedecken belastet sind, besteht die größte Einsturzgefahr bei einsetzendem Regen. Hausbesitzer sollten also bei angekündigtem Regen nicht auf das Tauwetter hoffen, sondern spätestens jetzt prüfen, ob die Standsicherheit des Daches gewährleistet ist.“, mahnt Habel.  

Sind Elementarschäden versichert?

Wichtig für Hausbesitzer: Schäden durch große Schneemengen sind nur versichert, wenn Elementarschäden eingeschlossen sind. Darauf weist die R+V-Versicherung hin. „In schneereichen Regionen lohnt sich deshalb besonders ein Blick in den Versicherungsvertrag“, sagt Diplom-Ingenieur Kristofer Olsson, Bauexperte beim R+V-Infocenter. Dasselbe gilt für die Hausratversicherung, die Schäden übernimmt, die im Inneren des Gebäudes entstehen. Ausnahme: Schäden an Autos, die durch Schneedruck entstehen, werden nur von der Vollkaskoversicherung übernommen. 

red



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