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Ein Bericht aus dem Schnee

Skiorte Ischgl und Galtür von der Außenwelt abgeschnitten

ISCHGL. Die Schneemassen haben die Ortschaften fest im Griff: Ischgl ist nun ebenso wie der Nachbarort Galtür von der Außenwelt abgeschnitten, eingeschneit nach fast zweitägigem Dauerschneefall. Die Talstraße, die Ischgl und die anderen Skiorte in der Region mit den Autobahnen verbindet, ist gesperrt, aktuell kommt niemand rein oder raus.

veröffentlicht am 14.01.2019 um 14:57 Uhr
aktualisiert am 15.01.2019 um 12:05 Uhr

Dichtes Schneetreiben in Ischgl. Immer wieder werden durch Sprengungen kontrolliert Lawinen ausgelöst. Foto: TT
Thomas Thimm

Autor

Thomas Thimm Stv. Chefredakteur zur Autorenseite

Ein ohrenbetäubendes Krachen lässt die Urlauber aus ihren Hotelbetten springen, dann wieder und wieder ein Knall nach dem anderen, bis alles in ein merkwürdig rauschendes Grollen mündet, das immer lauter von den Berghängen ins Tal hinunter rollt. Im dichten Schneetreiben, dazu hängt der Nebel von den Gipfeln bis ins Dorf hinein zwischen den Bergen fest, ist nicht viel zu sehen. Aber zu hören: Sprengungen in den Skibergen oberhalb von Ischgl in Tirol lassen kontrollierte Lawinen abgehen.

Überall im Ort wird ohne Pause der Schnee geräumt, mit zig kleinen und großen Radladern sind die Gemeindeverwaltung, die Hoteliers und Privatleute dabei, die Dorfstraßen, Wege, Gassen und Parkplätze von den Massen zu befreien, die durch die schneereiche Großwetterlage gefallen sind. Benno ist einer der Schneeräumer, die hier quasi rund um die Uhr gegen den Schnee kämpfen. Er nimmt sich kurz Zeit, um zu erklären: „Wir müssen den Schnee hier rauskriegen, denn da kommt noch was. Das Problem ist, dass der Schnee so feucht ist, dadurch wird der extrem schwer. So, nun halt mich hier nicht auf, ich muss weiter.“ Im Ort türmen sich bereits die weißen Berge, mit Lastwagen wird der Schnee dann nach und nach an die Ortsränder gekarrt.

Hotelier Elmar Rüdigier erzählt, dass es „wohl so 80 Zentimeter Neuschnee waren“ in den letzten beiden Tagen. Insgesamt sind er und seine Kollegen aber eher entspannt: „Ja, es ist halt Winter. Ab Dienstag soll es besser werden, am Mittwoch ist es wieder sonnig.“

Das Ende der Talabfahrt in Ischgl: Hier ist kein Runterkommen mehr möglich. Der Skiort in Tirol ist ebenso wie der Nachbarort Galtür von der Außenwelt abgeschnitten, eingeschneit nach fast zweitägigem Dauerschneefall. Foto: TT
  • Das Ende der Talabfahrt in Ischgl: Hier ist kein Runterkommen mehr möglich. Der Skiort in Tirol ist ebenso wie der Nachbarort Galtür von der Außenwelt abgeschnitten, eingeschneit nach fast zweitägigem Dauerschneefall. Foto: TT
Mit schwerem Räumgerät versuchen die Einwohner der Ortschaft, die Situation in den Griff zu bekommen. Foto: TT
  • Mit schwerem Räumgerät versuchen die Einwohner der Ortschaft, die Situation in den Griff zu bekommen. Foto: TT
Auf den Dächern drückt die Schneelast, dicke Eiszapfen haben sich an den Traufen gebildet. Foto: TT
  • Auf den Dächern drückt die Schneelast, dicke Eiszapfen haben sich an den Traufen gebildet. Foto: TT
Die elektronische Anzeige teilt mit: Alle Pisten sind gesperrt! Foto: TT
  • Die elektronische Anzeige teilt mit: Alle Pisten sind gesperrt! Foto: TT
Das Ende der Talabfahrt in Ischgl: Hier ist kein Runterkommen mehr möglich. Der Skiort in Tirol ist ebenso wie der Nachbarort Galtür von der Außenwelt abgeschnitten, eingeschneit nach fast zweitägigem Dauerschneefall. Foto: TT
Mit schwerem Räumgerät versuchen die Einwohner der Ortschaft, die Situation in den Griff zu bekommen. Foto: TT
Auf den Dächern drückt die Schneelast, dicke Eiszapfen haben sich an den Traufen gebildet. Foto: TT
Die elektronische Anzeige teilt mit: Alle Pisten sind gesperrt! Foto: TT

Die Seilbahnen stehen allesamt still im Ischgler Skigebiet mit seinen über 240 Pistenkilometern. Zum starken Schneefall und dem Nebel gesellt sich auch noch Sturm hinzu. Deshalb heißt es bereits seit dem frühen Morgen: „No skiing! Kein Skibetrieb möglich.“ Die Silvrettabahn AG geht davon aus, dass der Skibetrieb ab Dienstag zumindest eingeschränkt und ab Mittwoch wieder komplett läuft. Dafür sind auch die Pistenraupen oben im Skigebiet permanent im Einsatz. Allerdings nur dort, wo es die Bergwacht zulässt, denn generell gilt aktuell Lawinengefahrstufe 5 – schlimmer geht es nicht.

Deshalb läuft der komplette Winterdienst auf Hochtouren: Oben im Skigebiet und oberhalb der Talstraße werden weitere Sprengungen vorbereitet, die Talstraße selbst wird immer wieder aufs Neue geräumt, und in Ischgl schieben die Radlader ohne Unterlass den Schnee aus dem Ort.

Schließlich soll der Touristenbetrieb möglichst schnell wieder normal laufen. Die Touristen selbst nehmen das alles noch sehr entspannt, „was willste machen?“ ist allenthalben zu hören. Die Wetteraussichten machen Hoffnung, und für den einen oder anderen beginnt der Apres Ski eben ein bis zwei Stündchen früher...



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