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Nach Verkehrsunfall repariert Vereinsmechaniker Ulrich Van de Weyer mit Kaminski Waggonbau historischen Schienenbus

Schienenbus Rinteln-Stadthagen: „Andere haben Oldtimer“

Vor zwei Monaten rammte eine betrunkene Autofahrerin den historischen Schienenbus. Aus eigener Kraft konnte er noch in den denkmalgeschützten Lokschuppen in Rinteln geschleppt werden. Seitdem kann der Fahrbetrieb auf der Strecke Rinteln–Stadthagen nur eingeschränkt stattfinden. Statt den üblichen Güterwagons dürfen sich deshalb die Waggonschlosser von Kaminski nun der dieselbetrieben Museumsbahn widmen.

veröffentlicht am 23.08.2017 um 18:02 Uhr
aktualisiert am 23.08.2017 um 18:43 Uhr

Ulrich van de Weyer, Mechaniker des Fördervereins, unter dem Schienenbus. Foto: jak
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Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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Was ihm am Herz liegt, ist „die Technik ohne Computer“. „Hier kann man jedes Kabel, jede Leitung und jeden Schlauch verstehen“, beschreibt van de Weyer seine Faszination. „Andere haben Oldtimer, ich den Schienenbus“. Wobei er nur ein – wenn auch maßgebendes – Rädchen im Getriebe des Förderverein Eisenbahn Rinteln Stadthagen (Ferst) ist. 125 Mitglieder sorgen dafür, dass die Bahnstrecke von Rinteln nach Stadthagen nicht in Vergessenheit gerät. „Unser Satzungsziel ist die Reaktivierung der Strecke“, betont Pressewart Burkhard Rohrsen.

Der ÖPNV-Enthusiast stellt den krassen Gegensatz zu van de Weyer dar. Mit der Technik hat er nichts am Hut – er kämpft in erster Linie für eine Reaktivierung des Schiennahverkehrs auf der Strecke.

Eine Fahrt hat mir gereicht, jetzt kenne ich ja die Strecke.“

Ulrich van de Weyer

Bei dem Unfall im Juni wurde die Vorderseite des Verbrennungssteuerwagen (VS) schwer beschädigt – auf rund 5000 Euro bezifferte die Polizei damals den Schaden. Mehr als 20 Meter schleifte der mehrere Tonnen schwere Zug den Kleinwagen mit, die Fahrerin wurde glücklicherweise nur leicht verletzt. Druckluftschläuche wurden beim Aufprall unter gewaltigem Getöse herausgerissen, die Karosserie sowie die Stoßdämpfer beschädigt. „Ohne Druck fährt hier nichts“, erklärt van der Weyer. Die komplette Steuerung basiert auf dem Druckluftkonzept, dadurch kann der Schienenbus nicht nur vom Triebwagen, sondern auch von dem separaten Steuerungswagen – heute befindet sich darin die Bordgastronomie – bedient werden.

Da für das Modell Baujahr 1960 natürlich keine Ersatzteile von der Stange mehr zu bekommen sind, mussten sie bei Kaminski im Hamelner Werk erst angefertigt werden. „Ist aber alles kein Ding“, sagt Waggonschlosser König.

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m Schienenbus kann nicht nur der Ausblick in alle Richtungen genossen, sondern auch gespeist werden. Foto: jak

Die Karosserie zu reparieren war dabei noch vergleichsweise simpel. Um die rund 100 Kilo schweren Stoßdämpfer abmontieren und überprüfen zu können, war dann aber schweres Gerät gefragt. „So eine Hebebank fehlt dem Verein“, so van de Weyer. Da kommt die Hilfe von Kaminski nur recht.

Ganz fremd sind sich Verein und Firma nicht. Die zahlreichen auf dem Schienennetz in direkter Nachbarschaft zwischengeparkten Güterwaggons werden von Kaminski betreut und repariert. Und Eisenbahner haben sowieso den gleichen Zungenschlag – ob hauptberuflich oder als Hobby ist da zweitrangig.

Nach nur einem Arbeitstag kann van de Weyer die grundsätzliche Fahrbereitschaft verkünden. „Wir machen noch kleinere Nacharbeiten bei einem weiteren Termin“, erklärt er, „aber eigentlich läuft er wieder.“


HINWEIS: Die nächste reguläre Fahrt des FERST findet am Sonntag, 17. September, statt. Um 11.20 Uhr und um 14.10 Uhr startet der Schienenbus in Rinteln Nord, fährt nach Stadthagen (Ankunft 12.15 bzw 15.05) und kehrt dann nach Rinteln zurück. Details zum Fahrplan sind auf der Homepage www.der-schaumburger-ferst.de zu finden. Eine einfache Fahrt kostet 6 Euro für Erwachsene, 3 Euro für Kinder von 5 bis 15 Jahren. Teilstrecken sind günstiger. Fahrräder können auf eigene Gefahr für 2 Euro mitgenommen werden.



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