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Am 14. 2. ist es wieder soweit: Rosa für die junge Liebe, Gelb als Dankeschön

Rosen zum Valentinstag

Für Floristen ist es das Geschäft des Jahres: Rosen zum Valentinstag. Doch das Geschäft mit der Königin der Blumen hat Schattenseiten – und das ist nicht nur ihr hoher Preis zum Tag der Liebenden. Die Importe stammen oftmals aus zweifelhafter Produktion. Hier ein paar Tipps zum Kauf.

veröffentlicht am 13.02.2018 um 07:00 Uhr

Morgen ist Valentinstag: Auf die Geste kommt es an, wie viele Rosen an Valentinstag geschenkt werden, hat keine besondere Bedeutung. Foto: dpa

Autor:

Melanie Öhlenbach

Sie gilt als das Symbol der Liebe und Leidenschaft: Die Rose und der Valentinstag gehören einfach zusammen. Rose ist jedoch nicht gleich Rose – und auch nicht die Botschaft dahinter.

Muss es Rot sein? Die Preise für rote Rosen explodieren zum Valentinstag. Dabei sind andere Blütenfarben auch eine gute Botschaft: „Rote Rosen stehen für Leidenschaft, weiße für Reinheit und Heiligkeit und gelbe für Dankbarkeit und Vergebung“, sagt Jens-Uwe Winkler vom Fachverband Deutscher Floristen in Gelsenkirchen. Wer sich der Zuneigung des Gegenübers noch nicht sicher sein kann, dem empfiehlt er rosa- oder pinkfarbene Blumen. „Rosa oder pinke Rosen stehen für die junge Liebe, also wenn man noch nicht weiß, woran man ist.“


Reicht eine Rose oder müssen es viele sein? Wie viele Rosen an Valentinstag geschenkt werden, hat keine besondere Bedeutung, findet Winkler. „Es kommt nicht auf die Menge, sondern auf die Geste an.“ Ganz aus Rosen muss ein Strauß nicht bestehen. Die Königin der Blumen kann zum Beispiel mit Frühlingsblumen, einem Heidelbeerzweig oder klassisch mit Schleierkraut kombiniert werden.

Welche halten am längsten? Um den Beschenkten lange Freude zu bereiten, sollte man beim Rosenkauf darauf achten, dass alle Blütenblätter, auch die am Rand, frisch aussehen und keine trockenen oder schrumpeligen Stellen haben, empfiehlt Anne Staeves vom Bundesinformationszentrum Landwirtschaft. „Keinesfalls dürfen sich die Köpfe schon biegen, der Stängel unterhalb der Blüte muss fest sein. Es dürfen auch keine welken Blätter vorhanden sein.“

Wie überleben die Rosen besonders lange?Idealerweise transportiert man die Blumen möglichst im Wasser oder schlägt die Stiele mit einem feuchten Tuch ein. Bevor sie in die Vase kommen, sollten die Stiele mit einem glatten schrägen Schnitt um etwa zwei Zentimeter gekürzt und die Blätter so weit entfernt werden, dass sie nass werden. „Das Wasser sollte in etwa acht Grad kalt sein – in etwa so, wie es als kaltes Wasser aus dem Hahn kommt“, rät Staeves. An einem kühlen, hellen Standort bleiben Schnittrosen bis zu zwei Wochen lang frisch. Um die Haltbarkeit zu verlängern, kann man das Frischhaltemittel aus dem Handel hinzufügen. „Hausmittel wie Pfennigstücke, Zucker, warmes Wasser sind nachgewiesenermaßen schädlich“, warnt Staeves. „Wer Frischhaltemittel nicht verwenden möchte, sollte das Wasser alle paar Tage wechseln und die Stiele neu anschneiden.“


Rosen im deutschen Winter – wie umweltbewusst sind die Geschenke?Schnittrosen zum Valentinstag kommen meist aus Kenia, Äthiopien, Kolumbien und Ecuador und sind mit großen Transportwegen verbunden. Das hat auch Folgen für die Umwelt. „Wenn Blumen mit dem Flugzeug transportiert werden, entstehen dadurch hohe CO2-Emissionen. Aber auch lange Lkw-und Schiffstransporte sind aus ökologischen Gesichtspunkten kritisch“, sagt Corinna Hölzel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Darüber hinaus sind vielerorts auch die Produktionsbedingungen problematisch. „Auf den afrikanischen und lateinamerikanischen Blumenfarmen herrschen teilweise skandalöse Sozialbedingungen für die Arbeiter“, sagt Hölzel. „Menschenrechtsorganisationen berichten von unwürdigen Arbeitsbedingungen, zum Beispiel niedrigste Löhne, keine geregelten Arbeits- und Pausenzeiten, Kurzzeitarbeitsverträge und Verbot von gewerkschaftlichem Engagement.“ Die Schutzvorrichtungen beim Sprühen von Pestiziden seien veraltet und Schutzkleidung oft nicht verfügbar. Werden die Rosen jedoch sozialgerecht und umweltfreundlich produziert, ist es für die Sachbuchautorin Silke Peters „absolut vertretbar“, Rosen aus diesen Ländern zu kaufen. Und das nicht nur im Februar, sondern das ganze Jahr über. „Die Blumenproduktion ist für die genannten Länder ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.“ Peters war Geschäftsführerin des gemeinnützigen Flower Label Program, das sich für sozial- und umweltverträgliche Bedingungen in der Schnittblumenproduktion einsetzte. Es ist heute jedoch nicht mehr aktiv.

Woran erkennt man fair und nachhaltig produzierte Blumen? „Leider erkennt der Verbraucher beim Blumenkauf meist nicht das Herkunftsland und hat auch keine Informationen über die ökologischen und sozialen Standards, unter denen die Schnittblumen produziert wurden“, erklärt Hölzel. Wem nicht egal ist, woher Rosen stammen, muss Siegeln wie Fairtrade vertrauen.

Was sind gute Alternativen? Wer auf Schnittrosen an Valentinstag verzichten möchte, kann Frühlingsblumen wie Tulpen, Ranunkeln, Freesien, Narzissen und Hyazinthen verschenken. Oder Rosen im Topf. „Im Zimmer halten sie aber nicht lange, weil es ihnen da zu warm und zu dunkel ist“, sagt Staeves. „Außerdem ist die Zimmerluft zu trocken.“ Werden die Topfrosen ausgepflanzt, sollten sie nicht zu lange im Zimmer gestanden haben. „Sie sind sonst zu sehr geschwächt.“ Ein idealer Standort im Garten ist ein sonniger Platz mit humoser, durchlässiger Erde, an dem zuvor keine Rosen gewachsen sind.

Gern genommen: Ein rotes Herz steckt anlässlich des Valentinstages am 14. Februar in einem Strauß roter Rosen. Foto: dpa
  • Gern genommen: Ein rotes Herz steckt anlässlich des Valentinstages am 14. Februar in einem Strauß roter Rosen. Foto: dpa

Valentinstag, Frauentag, Muttertag

Für Frauen ist der 14. Februar das erste von drei besonderen Daten im Jahr: Valentinstag, Frauentag, Muttertag. Oft stehen ihre Interessen im Mittelpunkt. Doch welcher Tag trifft tatsächlich ihre Belange?

Der 14. Februar steht vor der Tür. Die Floristen reiben sich die Hände. An den Valentinstag schließen sich später noch Frauentag (8. März) und Muttertag (13. Mai) an. Doch welche Bedeutung haben sie? Kurz: Wovon hat frau mehr?

Die Blumen: Es gibt nur wenige Tage im Jahr, an denen Blumensträuße so begehrt sind wie am 14. Februar – was sich auch am Preis zeigt. Das Statistische Bundesamt hat für 2015 errechnet, dass Schnittblumen dann 7,7 Prozent teurer waren als im Jahresschnitt. Hält das Pfennigfuchser unter den Verliebten vom Kauf ab? Wohl kaum. Jedenfalls geben die Konsumforscher der GfK an, dass im vergangenen Jahr der Umsatz von Sträußen um den Valentinstag herum mit knapp 60 Millionen Euro gut doppelt so hoch war wie der einer durchschnittlichen Woche. Noch etwas ergiebiger allerdings war der Muttertag für Floristen – mit etwas mehr als 60 Millionen Euro. Der Frauentag lag mit rund 50 Millionen Euro Umsatz abgeschlagen dahinter. Die Aussicht auf Blumen scheint also am Muttertag am günstigsten: dafür zwei Punkte. Ein Punkt für den Valentinstag.

Die Politik: Am Valentinstag treten Geschlechter- und Genderfragen sicher eher in den Hintergrund. Was dann eben zählt: die Liebe. Mutter- und besonders der Frauentag haben hingegen auch politischen Charakter. Am 8. März treten auf dem ganzen Globus Organisationen für die Rechte von Frauen ein – dieses Jahr sicherlich besonders vor dem Hintergrund der weltweiten Sexismus-Debatte. Und weiterhin geht es auch um die Gleichstellung von Frauen. In einer Forsa-Studie von 2015 glaubten drei Viertel der Befragten, dass es noch Bereiche gibt, in denen Frauen benachteiligt sind – vor allem bei Aufstiegschancen und Löhnen. Selbst mehr als 100 Jahre nach der Einführung des Frauentags sind für die Mehrheit der Deutschen die Forderungen nicht obsolet. Auch am Muttertag wurden zuletzt immer häufiger das Rollenbild von Frauen hinterfragt und besonders Familienrechte eingefordert – wie finanzierbare Kinderbetreuung oder Lohngerechtigkeit. Aus Sicht der Vorkämpfer für die Gleichberechtigung: Frauentag zwei, Muttertag ein Punkt.

Die Tradition: Um die Ursprünge des Valentinstags ranken sich einige Legenden. Die bekannteste: Ein Bischof namens Valentin hat im 3. Jahrhundert in Rom gelebt und trotz kaiserlichen Verbots Paare nach christlichem Ritus getraut und Blumen geschenkt. An einem 14. Februar soll der Märtyrer enthauptet worden sein. Andere wiederum sehen in den Liebesbekundungen einen Zusammenhang mit einem noch älteren Festtag im antiken Rom, an dem jedes Jahr Mitte Februar der Göttin Juno, der Beschützerin der Ehe, gedacht wurde. Als Tag der Liebenden ist der Valentinstag aber erst im 14. Jahrhundert nachgewiesen. Mit solch weit zurückreichender Tradition können weder Mutter- noch Frauentag mithalten. Beide wurden erst Anfang des 20. Jahrhunderts eingeführt. Der Traditionspunkt geht an den Valentinstag.

Das Ergebnis:In diesem Dreikampf setzt sich diesmal der Muttertag hauchdünn mit einem Punkt durch – es gibt Beweise der Zuneigung, ohne dass die Frage nach Gleichberechtigung außen vor gelassen wird. Doch egal welcher Anlass: Zeichen der Liebe, Aufmerksamkeit für Mama und Rechte für Frauen sollten sowieso nicht auf nur einen Tag beschränkt sein.

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