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Was man zum Felgenfest im Weserbergland alles wissen sollte

Kurioses rund ums Rad

Warum man auf dem Rennrad besser schwarze Hosen trägt und woher der Begriff „Balancierangst“ kommt – Kurioses rund ums Fahrrad. Und das passend in der Woche vor dem großen Felgenfest im Weserbergland, zu dem zwischen Rinteln und Bodenwerder wieder Zehntausende Radler erwartet werden. Auf zwei Rädern ist schon so manche Bestmarke geknackt worden. Fahrrad-Rekorde von athletisch bis skurril – eine Auswahl:

veröffentlicht am 07.06.2017 um 19:02 Uhr

200 Jahre gibt es das Fahrrad bereits und hat schon so manche Kuriosität hervorgebracht. Foto. pixabay

Autor:

Iris Auding
  • HINTERRAD: Mit 4569 Kilometern legt Kurt Osburn im Frühsommer 1999 die weiteste Strecke nur auf dem Hinterrad zurück. Im Schnitt fährt der Amerikaner von Kalifornien nach Florida rund 60 Kilometer am Tag.

  • WERTVOLL: Das teuerste Rad in einer Auktion ist laut Guinness ein vom britischen Künstler Damien Hirst mit echten Schmetterlingsflügeln verziertes Rad des US-Fahrers Lance Armstrong. Im November 2009 geht es bei Sotheby’s für 318 000 Pfund (354 000 Euro) unter den Hammer.

  • LUXUSRAD: Noch teurer ist das goldüberzogene und diamantverzierte Mountainbike des Herstellers The House of Solid Gold. Ein Exemplar gibt es für eine gepfefferte halbe Million US-Dollar (etwa 450 000 Euro).

  • DER GRÖSSTE: Der größte Drahtesel wird im Oktober 2012 auf der Insel Usedom gemessen. Das Rad von Didi Senft ist 7,80 Meter lang und hat einen Raddurchmesser von 3,30 Metern.

  • REINE MUSKELKRAFT: Schnurgerade Strecke und ein windschnittiges Rad in länglicher Ei-Form: Im September 2016 beschleunigt der Kanadier Todd Reichert im US-Bundesstaat Nevada auf 144,17 Kilometer pro Stunde. Er knackt damit seinen eigenen Guinness-Rekord vom Vorjahr.

  • WINDSCHATTEN: Der Niederländer Fred Rompelberg rast im Oktober 1995 hinter einem Dragster im US-Bundesstaat Utah auf 268,831 Stundenkilometer - und schafft es so ins Guinness-Buch der Rekorde.

  • DAS LÄNGSTE: Das längste Zweirad wird im Januar 2015 in Australien gemessen. Forscher aus Adelaide müssen mit dem 41,42 Meter langen Gefährt 100 Meter zurücklegen - und schaffen es.

  • DER EINTONNER: Auf dem wohl schwersten Fahrrad strampelt im September 2016 der Schleswig-Holsteiner Frank Dose. 1080 Kilogramm zeigt die Waage - der Rekord muss aber noch vom Guinness-Buch anerkannt werden.

  • WELTUMRUNDUNG: Mit dem Rad braucht der Neuseeländer Andrew Nicholson 2015 für fast 30 000 Kilometer 123 Tage und 43 Minuten - und ist damit laut Guinness der schnellste auf dieser Strecke.anerkannter Rekord.

  • STUNDENREKORD: Der britische Tour-de-France-Gewinner Bradley Wiggins legt im Juni 2015 im Olympischen Velodrom in London auf seinem Bahnrad in einer Stunde 54,526 Kilometer zurück - ein vom internationalen Radsport-Verband UCI anerkannter Rekord.



Weitere Skurrilitäten

Am 11. Juni radeln wieder alle – oder wenigstens fast alle – durch das Weserbergland an der Weser entlang. Wenn das Wetter mitspielt, dann wird es auf den autofreien Straßen knackevoll. Radeln mit der Familie. Radeln mit Freunden. Hauptsache Radeln. Eine vorgezogene Geburtstagsparty quasi, denn einen Tag später, am 12. Juni, wird das Fahrrad 200 Jahre alt. Wir haben dazu kurioses Wissen rund ums Fahrrad zusammengestellt.


Kette, Sattel, Schuhe: Der Verschleiß bei dem wohl wichtigsten Radrennen der Welt, der Tour de France, ist enorm. So hält eine Fahrradkette, die ungefähr 250 Gramm wiegt, bei den Profis etwa eine Woche – dann wird sie ausgetauscht. In diesem Jahr startet die Rundfahrt am 1. Juli in Düsseldorf, nach etwa 3500 Kilometern kommt die Tour am 23. Juli in Paris an. Besonders wichtig für die Fahrer: Den stark beanspruchten Hintern zu schonen, dafür ist ein guter Sattel unverzichtbar. Die Profis passen zudem besonders auf ihre eingefahrenen Schuhe auf, bei den Torturen wollen sie sich nicht auch noch mit vermeidbaren Problemen an den Füßen quälen.

Etikette: Viele Rennradfahrer legen großen Wert auf Etikette und Aussehen. Dazu gehört, den Mantel des Reifens so zu montieren, dass der Markenname des Herstellers direkt über dem Ventil steht. Das hat auch praktische Gründe: Man findet das Ventil einfacher. Manche Enthusiasten wollen ihr Rennrad in einem möglichst puren Look halten: also bloß keine Tasche am Sattel, keine Luftpumpe am Rahmen und auf keinen Fall irgendwo Aufkleber anbringen. Radhosen sollten nach diesen ungeschriebenen Regeln immer schwarz sein, so passen sie zu jedem Trikot. Die Bügel der Brille immer über den Riemen des Helms tragen: Bei einem Unfall soll die Brille sich möglichst nicht verhaken.


Frauen: Ein großes Problem für Frauen beim Radfahren waren zu Beginn die Kleider. Die Röcke mussten also kürzer werden, besonders mutige Damen trugen gleich Pumphosen, so wird es unter anderem in dem Buch „Das Fahrrad. Kultur, Technik, Mobilität“ beschrieben, herausgegeben von der Stiftung Historische Museen Hamburg/Museum der Arbeit. Das Fahrrad war zunächst ein Luxusgut, bis ins erste Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts vor allem vom Bürgertum - vornehmlich von jungen Männern - genutzt. Den Frauen aus dieser Schicht habe das Rad eine „größere Bewegungsfreiheit“ gebracht und sicherlich auch eine gewisse persönliche Unabhängigkeit. Es gab aber auch viele Anfeindungen gegen die wagemutigen Damen.


Balancierangst: Heute kann man es kaum mehr glauben, dass viele Menschen sich anfangs nicht vorstellen konnten, zur Fortbewegung dauerhaft die Füße vom Boden zu heben – das erschien als zu riskant. Wie sollte man das Gleichgewicht halten? Diese Sorge beschrieb später der Begriff „Balancierangst“. Vielleicht eine weitere Erklärung für die Furcht: der schlechte Zustand vieler Wege. Heute trainieren Kinder auf Laufrädern schnell und spielerisch, wie man auf zwei Rädern die Balance hält. Früher lernten die Menschen die Technik oft erst als Erwachsene. Und natürlich sind die Laufmaschinen und Räder von damals nicht mit denen von heute zu vergleichen, wenn es um Gewicht, Material und Komfort geht. Um ein Hochrad zu fahren, waren Übung und Mut erforderlich. Einfacher wurde es mit dem sogenannten Niederrad, die Beine konnte man neben dem Rad auf die Erde bringen und sicher stehen bleiben.

Das Felgenfest

Die Felgenfest-Straßen im Wesertal zwischen Bodenwerder, Emmerthal, Hameln, Fuhlen, Großenwieden und Rinteln sind am Sonntag, 11. Juni, in der Zeit von 10 und 18 Uhr für Radfahrer und Skater freigegeben. Autofahrer müssen Umleitungen nehmen. An der Strecke gibt es ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Musik und Informationen. Es werden Imbisse und Getränke angeboten. Die Teilnahme am Felgenfest ist kostenlos, die Länge und Richtung der Tour ist frei wählbar. Begleitend fahren Schiffe auf der Weser. Die Wesertalbahn verstärkt ihren Takt. In der S-Bahn aus Hannover wird das Fahrrad an diesem Tag gratis befördert. Und das Wetter soll – angeblich – auch mitspielen. Mehr Infos im Internet unter www.dewezet.de

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