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Daniela Weibler aus Hachmühlen schaffte es bei „Das große Backen“ bis ins Finale – nun will sie in der Region durchstarten

Kneten, rühren, dekorieren

Sie backt ständig. Einfach nur einen Teig anrühren – das findet sie öde. Bei ihr muss es kreativ zugehen. Das hat die 30-jährige Daniela Weibler aus Hachmühlen gerade in der Fernsehshow „Das große Backen“ mehr als deutlich unter Beweis gestellt und sich deshalb auch bis ins Finale durchgekämpft. Im Weserbergland ist sie die Back-Königin.

veröffentlicht am 11.11.2015 um 16:48 Uhr
aktualisiert am 19.12.2015 um 14:37 Uhr

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Mit Oma Engels Eierlikörtraum, ihrem Lieblingsrezept, versuchte Daniela Weibler bei der Jury zu punkten. Die 30-Jährige aus Hachmühlen hat in der Sat. 1-Fernsehsendung „Das große Backen“ um den Titel als „Deutschlands beste Hobbybäckerin 2015“ gekämpft. Gewonnen hat sie nicht. Aber sie hat sich bis ins Finale – und vor allem in die Herzen der Zuschauer – gebacken.

„Das ist eine super Herausforderung für mich und der Sieg würde mir sehr viel bedeuten“, hatte die Erzieherin, die in der DRK-Kita Hamelspringe arbeitet, noch kurz vor dem Finale gesagt. Die Gewinnerin der Fernsehshow heißt jedoch Monika Triebenbacher und kommt aus dem oberbayerischen Benediktbeuern – zu ihrem Sieg, der ihr 10 000 Euro Preisgeld und ein eigenes Kochbuch einbrachte – sagt Daniela Weibler sportlich fair: „Sie hat verdient gewonnen.“ Den Traum vom eigenen Buch will sich aber auch Weibler gerne noch erfüllen. Zunächst steht aber die Adventszeit vor der Tür, und in der will die 30-Jährige für die Menschen im Weserbergland backen.

Jetzt, seitdem das Finale am Sonntag auf Sat. 1 zu sehen war, „geht es richtig los“, erzählt Daniela Weibler. Freunde, Bekannte und auch Fremde würden sie ansprechen, ihr gratulieren, sich mit ihr über ihren Erfolg freuen – und auch schon mal Backtipps erfragen. „Ich bekomme sehr viel Feedback im Moment, das ist eine spannende Zeit für mich.“

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Daniela Weibler probiert gerne Rezepte aus, so auch Pavlova – ein Törtchen aus Baisermasse, hier mit einer Schoko-Orangen-Cointreau-Creme und einer Litschi-Himbeer-Rosenwasser-Creme gefüllt (links). Das rechte Bild zeigt das Rezeptbuch von Oma Inge – auf dem Foto mit Daniela und deren Schwester Christina.

Zum Backen ist Daniela Weibler durch ihre Mutter und ihre Oma gekommen: „Wir haben immer zusammen gebacken, zu Weihnachten zum Beispiel immer Plätzchen.“ Und so ist es nicht erstaunlich, dass ihr Lieblingsrezept – zugleich war es die erste Aufgabe zum Start von „Das große Backen“ – denn auch ein Rezept ihrer Oma war. Weibler erinnert sich, dass es diesen Kuchen „zu jedem Geburtstag“ gab. Nachdem ihre Großmutter Anfang des Jahres verstorben ist, halten die 30-Jährige und ihre Schwester Christina das Rezeptbuch in Ehren: „Das soll jetzt unser Familienerbstück sein, das wir weiterführen und von Generation zu Generation weitergeben möchten.“

Das Backen nimmt in ihrem Leben seit etwa sechs Jahren einen großen Platz ein. Regelmäßig probiert sie Neues aus und verteilt ihre unwiderstehlichen Leckereien an Familie und Freunde – und natürlich wird auch in der Kita viel gebacken, „jetzt erst gab es Apfelkuchen und -muffins“. Zusammen mit ihrer Schwester backt sie auch für Feste und Veranstaltungen: Vor kurzem hat das Geschwister-Duo 400 Cupcakes für eine Hochzeit gebacken. „Cupcakes und Torten sind einfach mein Steckenpferd“, sagt die 30-Jährige lachend. Sie probiert gerne neue Cremes und Füllungen aus. „Meine Freunde und ich mögen eher Bodenständiges als irgendwas mit einer Lavendelcreme.“ Auch ihr Freund esse am liebsten einen klassischen Käsekuchen, „und ich liebe es, wenn ich mit dem ersten Biss in meine Kindheit zurückversetzt werde, so wie damals bei Opa Werners Streuselkuchen“.

Mit ihrer Schwester besucht Weibler auch gerne Tortenmessen – so wie die „Cake & Bake“, die im Mai in Dortmund stattgefunden hat. Dort hat sie sich auch für die Sendung beworben, „obwohl meine Schwester der Meinung war, dass ich zu hektisch bin für so einen Wettkampf“. Davon abhalten lassen hat sie sich jedoch nicht – zum Glück. Denn eine gute Woche später, „ich war gerade beim Einkaufen“, kam der Anruf: „Ich wurde zum Casting nach Köln eingeladen.“ Bei 34 Grad und mit einer kaputten Klimaanlage, die Cupcakes mit Kühlpads im Kofferraum verstaut, fuhr sie los. „Die Juroren haben bei der Verköstigung keine Miene verzogen, umso überraschter war ich, als auf einmal der Anruf kam, dass ich bei der Sendung dabei war. Und das alles in einer Zeit, als mein Freund und ich im Umzugsstress waren.“

Dann ging es Schlag auf Schlag: Dem Arbeitgeber Bescheid geben, einen Drehtag mit dem Kamerateam zu Hause überstehen, Rezepte zusammensuchen – in jeder Folge dürfen die Kandidaten nämlich eine eigene Leckerei kreieren. Die Fernsehaufzeichnung fand im Juni zwei Wochen lang nahe Berlin statt. Zu der dritten Staffel der Backsendung hatten sich mehr als 500 Hobbybäcker beworben. 18 Prüfungen mussten die zehn Teilnehmer hinter sich bringen, bis nach acht Folgen der Sieger gefunden wurde. Moderatorin Enie van de Meiklokjes gab vor jeder Runde das Kommando: „Auf die Plätzchen, fertig, backt.“

Die Meinung der beiden Juroren Christian Hümbs, amtierender Patissier des Jahres, und der preisgekrönten Torten-Dekorateurin Betty Schliephake-Burchardt zu Daniela Weiblers Eierlikör-Kuchen mit Orangen-Physalis-Kompott fiel in der Sat.1-Show durchwachsen aus. Leider schmeckte man den Eierlikör zu wenig durch. Bei der technischen Prüfung sollten Weibler und ihre Konkurrenten ein Eclair herstellen, mit „einer tollen Kruste, einer leckeren Creme und einer perfekt temperierten Kuvertüre“, wie Schliephake-Burchardt erklärte. Ihr Urteil: „Das würde ich weiteressen.“ Und ihr Jury-Kollege stimmte zu: „So kann es weitergehen.“

Und tatsächlich landete Daniela Weibler mit ihrem Eclair auf Platz 1 – „dabei habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Brandteig gemacht“. Es folgte eine Motivtorte, Weibler machte eine Red-Velvet-Torte mit Katzen-Modellierungen: „Kitten meets Cupcake.“ „Mein Freund und ich haben selbst vier Katzen zu Hause“, erklärte die Erzieherin, die ihre erste Motivtorte vor zwei Jahren gebacken hat – zum 30. Geburtstag ihrer Schwester. So und ähnlich hat sich Daniela Weibler durch die TV-Show gebacken. Bis ins Finale. Dort verlangten die Juroren als Meisterstück eine „Topsy-Turvy“-Hochzeitstorte mit drei Füllungen, und die Hachmühlenerin musste erkennen: Die perfekte Torte stammte von ihrer bayerischen Konkurrentin. Neben dem Erstellen eines eigenen Backbuches hat die 30-Jährige noch einen anderen Traum: „Ich würde mich gerne mit meiner Schwester selbstständig machen und ein Café eröffnen.“ Bis dahin besuchen die beiden Back-Fans weiterhin Back-Messen und Kurse – und vertiefen sich in das Backbuch ihrer Oma.



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