weather-image
Nach zehnjähriger Bauzeit soll im Dezember die Ortsumgehung der Kurstadt freigegeben werden

In sechs Minuten an Bad Oeynhausen vorbei

BAD OEYNHAUSEN. Am Nikolaustag soll es endlich so weit sein: Nach zehn Jahre dauernder Bauphase solle die Nordumgehung im Verlauf der Autobahn 30 bei Bad Oeynhausen freigegeben werden. Für die Straßenbaubehörde des Landes Nordrhein-Westfalen ist die Fertigstellung des Projektes ein „Lückenschluss“: Das Teilstück komplettiere die Ost-West-Achse von den Niederlanden bis nach Berlin. Viele Autofahrer und Innenstadtbewohner dürften das neue Autobahn-Teilstück unterdessen als „Segen“ betrachten.

veröffentlicht am 24.10.2018 um 17:22 Uhr
aktualisiert am 24.10.2018 um 18:40 Uhr

270_0900_113036_hin18_Bad_Oeynhausen.jpg

Autor:

Willi Wunstorf
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Schnellfakten zur Umgehungsstraße:

  • 50 000 Kraftfahrzeuge fahren täglich quer durch die Kurstadt.
    221 Millionen Euro hat der Bau der neuen Autobahn gekostet.
  • 20 bis 30 Minuten beträgt die Zeitersparnis für Autofahrer.
  • 1965 ist das Jahr, in dem erste Planungen gemacht wurden.
  • 26 neue Brücken mussten im Zuge der Umgehung gebaut werden.
  • 12 000 Hektar Ausgleichsfläche sind angelegt worden.

Eine rund hundertjährige Vorgeschichte wie die Südumgehung in Hameln gibt es bei den ostwestfälischen Nachbarn zwar nicht, doch gehen die Planungen zur Umgehung Bad Oeynhausen auch auf das Jahr 1965 zurück. Seither arbeiten Straßenbauexperten an Lösungen, um den Durchgangsverkehr in der 49 000-Einwohner-Stadt zu reduzieren. Für Donnerstag, 6. Dezember 2018, ist nun die Vollendung angekündigt: Die Nordumgehung der Kurstadt soll freigegeben werden. Die Bauarbeiten begannen vor rund zehn Jahren. Künftig soll der Kurort Bad Oeynhausen spürbar weniger Kraftfahrzeugverkehr, Lärm und Staub ertragen müssen. Über 221 Millionen Euro sind in das Projekt investiert worden.

Nach Angaben der Landesbehörde Straßen.NRW werden nach Abschluss der Bauarbeiten 9,5 Kilometer Autobahn, vier Anschlussstellen, 26 Brücken, 450 Meter Tunnel, zehn Kilometer „untergeordnetes Straßennetz“ und 120 Hektar Ausgleichsfläche fertiggestellt sein. Zum Jahresende soll dann ein Großteil der 50 000 Fahrzeuge, die sich bislang täglich durch die Stadt zwängen, über die nördliche Umgehung geführt werden. Die Autobahnumgehung soll auch die Unfallzahlen senken. In den zurückliegenden acht Jahren hat es laut Straßen.NRW über 1600-mal in Bad Oeynhausen gekracht. Die Nordumgehung verbindet die A 30 mit der A 2. So soll die Innenstadt entlastet werden, der Durchgangsverkehr etwa halbiert werden. Autofahrer sollen zu Stoßzeiten künftig 20 bis 30 Minuten schneller sein. Der zur Nordumgehung gehörende Zubringer B 61 ist bereits 2014 für den Verkehr freigegeben worden. Laut Straßen.NRW kann mit der neuen Strecke die Fahrzeit für Pkw zwischen den Autobahnkreuzen Löhne und Bad Oeynhausen auf weniger als sechs Minuten reduziert werden.

Insgesamt 26 Brücken wurden für die Umgehung Bad Oeynhausens gebaut: hier die Querung über die Werre bei Löhne. Foto: Strassen.NRW/PR
  • Insgesamt 26 Brücken wurden für die Umgehung Bad Oeynhausens gebaut: hier die Querung über die Werre bei Löhne. Foto: Strassen.NRW/PR

Konkrete Planungen zur Umgehung wurden schon im Jahr 2001 erstmals veröffentlicht. In der Folge erörterte die Bezirksregierung in Detmold über 1400 Einwendungen. Unter anderem mussten Verkehrsgutachten fortgeschrieben, Lärm- und Schadstoffgutachten überarbeitet und auf den neuesten Stand der Technik sowie der europäischen Rechtsprechung gebracht werden.

Eigentlich hatten die Verantwortlichen ursprünglich für 2016 mit der Fertigstellung gerechnet. Doch unter anderem ein Gerichtsprozess nach einem Vergabefehler hat die Bauarbeiten verzögert. Zuletzt musste sogar auf einem rund fünf Kilometer langen Teilstück wegen baulicher Mängel die Fahrbahn saniert werden. Auch beim Bau von Lärmschutzwänden entlang der neuen Trasse waren zwischenzeitlich Baumängel aufgetreten, die beseitigt werden mussten.

Bis zuletzt war auch unklar, ob die Umgehung überhaupt noch in diesem Jahr freigegeben werden könnte. Grund waren Verzögerungen bei Brückenbauarbeiten am Dreieck Löhne. Ohne die Fertigstellung der Brücken an dem Autobahnkreuz hätte die neue Autobahn nicht an die bestehende angeschlossen werden können.

Die Planer rechnen damit, dass nach der Verkehrsfreigabe im Dezember noch erhebliche Restarbeiten am Autobahnkreuz Löhne zu erledigen sein werden. Mit der endgültigen Fertigstellung sei dann wohl erst 2020 zu rechnen – zwölf Jahre nach Baubeginn. Quer durch die Innenstadt müssen Autofahrer dann immerhin nicht mehr.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt